Abfall- und Kreislaufwirtschaft

Restmüllanalyse als Bestandteil der Abfallbilanz 2024

Die Abfallbilanz 2024 enthält Daten zum Restmüll, um Potenziale zur Rückführung von Bioabfällen und Wertstoffen in den Kreislauf aufzuzeigen.

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Mitarbeiter der Abfallwirtschaft Stuttgart beladen in der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart einen Müllwagen. (Foto: © dpa)

Abfälle sind wertvolle Ressourcen. Diese bestmöglich zu nutzen, ist wichtiges Ziel der Kreislaufwirtschaft. Mit Restmüllanalysen werden die Inhalte des Restmülls nun genau unter die Lupe genommen. Besonders Bioabfälle und Wertstoffe gilt es raus aus der Restmülltonne zu bekommen und nachhaltig zu verwerten.

Herausforderungen für die Abfallwirtschaft

„Es geht zum einen darum, die Menge an Restabfall zu verringern, zum anderen, die vorhandenen Ressourcen besser zu nutzen“, erklärt Staatssekretär Andre Baumann bei der Vorstellung der Abfallbilanz 2024 (PDF). „Aus Kunststoffabfällen können neue Produkte entstehen, aus Biomüll Biogas und hochwertiger Kompost.“ Die Fortschreibung des Abfallwirtschaftsplans im vergangenen Jahr gibt dabei wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der Kreislaufwirtschaft. Damit einher gehen große Herausforderungen für die Abfallwirtschaft. So gilt es beispielsweise, die Zahl der Biogasanlagen zu erhöhen, die knapp werdenden Deponiekapazitäten auszubauen oder auch die Rückgewinnung des wichtigen Rohstoffs Phosphor aus Klärschlamm auf solide Beine zu stellen.

Die Entwicklung der Abfallzahlen

Mit 8,48 Millionen Tonnen haben die öffentlich-rechtlichen Entsorger im Jahr 2024 rund neun Prozent weniger Abfälle angenommen und entsorgt als im Jahr zuvor (2023: 9,35 Millionen Tonnen). Die Mengen an kommunalen Siedlungsabfällen ist dabei leicht gestiegen um vier Prozent. Die kommunal entsorgten Baumassenabfälle nahmen mit fast 26 Prozent deutlich ab. Der Rückgang ist konjunkturell bedingt und steht in Zusammenhang mit der seit 2024 geltendem Beschränkung der Ablagerung von nicht verunreinigtem Bodenaushub.

Mehr Sperrmüll durch Flutschäden

Leicht erhöht hat sich die Menge der häuslichen Abfälle (338 Kilogramm pro Einwohner), wozu Haus- und Sperrmüll, Wertstoffe aus Haushalten und Abfälle aus der Biotonne gehören. Infolge der Corona-Pandemie war das Pro-Kopf-Aufkommen an Hausmüll im Jahr 2020 auf 122 Kilogramm pro Einwohner gestiegen. Nun liegt das Hausmüllaufkommen mit 116 Kilogramm pro Einwohner wieder etwas unter dem Niveau vor der Pandemie (2019: 118 Kilogramm pro Einwohner). Die Menge an Sperrmüll war 2024 höher als im Jahr zuvor, was auf die großen Schäden und damit Abfallmengen durch Starkregen und Überflutungen zurückzuführen ist.

Positiver Trend: Menge an Bioabfällen steigt leicht

Die Menge der Bioabfälle stieg 2024 leicht. „Das ist der Trend, den wir uns wünschen“, erklärt Staatssekretär Baumann. So wurden 56 Kilogramm Bioabfälle pro Person in der Biotonne entsorgt. Positiv ist die Vergärungsquote von 74 Prozent. „Getrennt erfasste häusliche Bioabfälle werden inzwischen zu drei Vierteln stofflich und energetisch verwertet. Damit kommt das Land seinem Klimaschutzziel, alle häuslichen Bioabfälle energetisch zu verwerten, weiter näher.“

Abfallgebühren steigen weiter

Für einen Vier-Personenhaushalt liegen die durchschnittlichen Jahresabfallgebühren in Baden-Württemberg für das Jahr 2025 bei 196,70 Euro. Pro Tag sind das 0,54 Cent. Gegenüber dem vergangenen Jahr sind die Gebühren um rund sechs Euro gestiegen. Das entspricht einer Erhöhung um 3,4 Prozent. Gründe hierfür sind unter anderem die allgemeine Preissteigerung, geringere Erlöse für Wertstoffe, höhere Personalkosten oder auch Investitionen in die Infrastruktur.

Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft: Abfallbilanz 2024 (PDF)

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