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Mehr Grünbrücken für Wildtiere in Baden-Württemberg

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Ein Auto fährt auf dem Messezubringer in Friedrichshafen aus einem Wildübergang hinaus (Bild: © dpa).

Straßen zerschneiden Ökosysteme und für deren tierische Bewohner wird der Wechsel von einer Straßenseite auf die andere zur Herausforderung. Auch für Verkehrsteilnehmer ist der Wildwechsel eine Gefahr. Um zerschnittene Ökosysteme wieder zu verbinden und die Straßenquerung für Tiere und Verkehrsteilnehmer sicherer zu machen, baut Baden-Württemberg weitere Grünbrücken an Autobahnen und Bundesstraßen.

In Baden-Württemberg sollen in den nächsten Jahren an Bundesfernstraßen mehr Grünbrücken entstehen, welche die tödliche Gefahr für Luchs, Wildkatze oder andere Wildtiere senken. Für die Planung von acht konkreten Projekten an Bundesfernstraßen hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) dem Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg jetzt grünes Licht gegeben. Verkehrsminister Winfried Hermann dankt dem Bund ausdrücklich dafür: „Dies ist ein wichtiger Erfolg unseres Landeskonzeptes Wiedervernetzung an Straßen in Baden-Württemberg“. Das Land hatte 2015 die Wanderrouten von Wildtieren analysiert und rund 40 fast unüberwindbare Straßen identifiziert. Die zusätzlichen Grünbrücken werden an folgenden Straßenabschnitten geplant:

  • B 317 am Feldberg
  • B 465 Wurzacher Ried
  • B 466 westlich von Söhnstetten
  • A 6 bei Bad Rappenau
  • A 5 bei Karlsruhe
  • B 492 nördlich von Hermaringen
  • A 81 bei Mundelsheim
  • B 28 bei Tübingen

„Viele Tier- und Pflanzenarten in Baden-Württemberg stehen auf der roten Liste der gefährdeten Arten“, erklärt Minister Hermann. „Um unsere Tiere und Pflanzen zu schützen, sind vielfältige Anstrengungen erforderlich. Das Verkehrsministerium stellt sich dieser Aufgabe“, unterstreicht der Minister.  

„Die Zerschneidung von Wanderrouten für die Wildtiere ist neben dem Flächenverlust eine der Hauptursachen für den Artenschwund“, betont Verkehrsminister Winfried Hermann. „Hier hilft die Schaffung einer ,Grünen Infrastruktur‘, die es Wildtieren erlaubt, ihre Lebensräume hindernisfrei zu wechseln. Dies trägt nicht nur zur Sicherung der biologischen Vielfalt, sondern auch zur Verkehrssicherheit bei, da Wildunfälle vermieden werden.“

Landeskonzept Wiedervernetzung an Straßen

Das Verkehrsministerium hat deshalb das Landeskonzept Wiedervernetzung an Straßen erarbeitet. Dazu hat es in Zusammenarbeit mit anderen Fachbehörden und aufbauend auf vorhandenen Fachplänen und Programmen des Bundes und des Landes Wanderstrecken von Tieren untersucht und sogenannte Wiedervernetzungsabschnitte im Straßennetz identifiziert.

Die Straßenbauverwaltung hat damit eine fundierte Planungsgrundlage erhalten, um die Vernetzung von Lebensräumen beim Straßenneu- und -ausbau sowie bei Erhaltungsmaßnahmen berücksichtigen zu können. Das Landeskonzept Wiedervernetzung setzt sich aus den drei Projektbausteinen „Konfliktstellen auf Grundlage der Fachpläne des Landes“, „Amphibienwanderstrecken an Straßen“ und „Bundesprogramm Wiedervernetzung“ zusammen. 

Planung für zehn Maßnahmen bereits im Gange

Weiter geht es Schritt für Schritt: Für jeden Baustein wurden Prioritätenlisten der wichtigsten Wiedervernetzungsabschnitte erarbeitet. Die priorisierten Abschnitte werden nun sukzessive durch den Bau von Querungshilfen, insbesondere Grünbrücken und Amphibienschutzanlagen, entschärft. 

Die Umsetzung der Maßnahmen des Landeskonzeptes auf Basis des Bundesprogramms Wiedervernetzung schreitet zügig voran: Bereits an zehn der zwölf in Baden-Württemberg vom Bund priorisierten Wiedervernetzungsabschnitte werden derzeit Maßnahmen geplant. Die Grünbrücke „Imberg“ an der A 8 östlich von Merklingen ist fertiggestellt und wurde am 7. Dezember 2018 von Minister Hermann feierlich eingeweiht.

Ministerium für Verkehr: Informationen zu den Wiedervernetzungsabschnitten und zum Landeskonzept Wiedervernetzung

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