Schienenverkehr

Maßnahmenpaket für Tauberbahn und Maintalbahn beschlossen

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Eine S-Bahn der Deutschen-Bahn fährt Richtung Stuttgart. (Bild: © picture alliance/Tom Weller/dpa)

Land, Kommunen und Westfrankenbahn haben zur Verbesserung der Betriebsqualität ein Maßnahmenpaket für die Tauberbahn und die Maintalbahn verabredet. Zugausfällen und Verspätungen soll so entgegengewirkt werden.

Land und Kommunen erwarten zuverlässigen Verkehr auf der Tauberbahn und auf der Maintalbahn. Die DB-Tochter Westfrankenbahn GmbH hat zur Verbesserung der seit Monaten schlechten Betriebsqualität ein umfangreiches Maßnahmenpaket vorgelegt. Den Zugausfällen und Verspätungen will das Bahnunternehmen durch größere Anstrengungen bei der Personalgewinnung, durch rasche Ausbildung weiterer Lokführerinnen und Lokführer sowie durch ein neues, stabiles Fahrplankonzept entgegenwirken.

Einigkeit bestand beim Qualitätsgipfel in Tauberbischofsheim mit Vertreterinnen und Vertretern des Landes, der Region und der DB-Tochter Westfrankenbahn darin, dass alle in einem Boot sitzen und nur mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung Verbesserungen tatsächlich möglich sind. Alle Beteiligten waren übereinstimmend der Überzeugung: Die Tauberbahn hat eine Zukunft.

Maßnahmenpaket „Fachkräftemangel & Infrastrukturausbau südliche Tauberbahn“

Konkret stellte die Geschäftsleitung der Westfrankenbahn (WFB) am vergangenen Mittwoch zur kurz- und mittelfristigen Verbesserung ein Maßnahmenpaket „Fachkräftemangel & Infrastrukturausbau südliche Tauberbahn“ vor. Darüber hinaus vereinbarten das Verkehrsministerium, die Westfrankenbahn, die Landkreise Main-Tauber, Schwäbisch Hall und Miltenberg sowie die landeseigene Nahverkehrsgesellschaft (NVBW), perspektivisch ein neues Fahrplankonzept zur mittelfristigen Verbesserung der Betriebsqualität zu erstellen. Dieses soll auch wissenschaftlich begleitet und untersucht werden, um seine Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit zu überprüfen.

Die Erwartungen des Landes an Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit wurden in der jüngeren Vergangenheit nicht erfüllt. Erhöhte Krankenstände beim Fahrpersonal und in den Stellwerken hatten in den vergangenen Monaten auf der Tauberbahn zahlreichen Zugausfällen geführt.

Angebotsqualität deutlich verbessern

Der Amtschef des Verkehrsministeriums, Berthold Frieß, betonte: „Die bisherige Qualität der Westfrankenbahn ist nicht akzeptabel. Unser gemeinsames Ziel muss es sein, dass man nach der Bahn die Uhr stellen kann. Dazu müssen jetzt Entscheidungen schnell und zielgenau getroffen werden. Es gilt, verlorenes Vertrauen bei den Fahrgästen zurückzugewinnen und die Angebotsqualität deutlich zu verbessern. Im Mittelpunkt steht eine wirksame Strategie der DB gegen den offenkundigen Fachkräftemangel.“

Weitere Stimmen der Beteiligten

Seit Jahren hat die Bahnbranche in den nördlichen Regionen von Baden-Württemberg mit der Abwanderung von Fachkräften zu kämpfen. Eine Ursache dafür ist der demographische Wandel im ländlichen Raum.

Bisher wurden die Auswirkungen des Fachkräftemangels noch vergleichsweise kundenverträglich abgefedert. Seit dem vergangenen Sommer ist dies aufgrund der zusätzlich erhöhten Krankenstände nicht mehr vollständig möglich. Bis zum 28. Mai 2023 fährt die Westfrankenbahn an den Wochenenden daher einen reduzierten Fahrplan und setzt Busse für die Fahrgäste zwischen Schrozberg und Crailsheim ein.

Masterplan Fachkräftemangel und Infrastrukturausbau

Perspektivisch ein neues Fahrplankonzept

In den nächsten Monaten soll ein strukturiertes Prüfverfahren vorgenommen. Dieses hat das Ziel festzustellen, ob eine langfristige Netzstabilität auf der Tauberbahn und der Maintalbahn erreicht werden kann, wenn der Fahrplan umgestellt wird. Dabei gelten folgende Ziele:

  • Erhöhung der Pünktlichkeit
  • Verbesserung der Anschlusszuverlässigkeit zur Sicherstellung der Reiseketten (Lauda, Wertheim, Miltenberg, Crailsheim)
  • Mehr Pufferzeiten in den Fahrplänen zum Ausgleich von Verspätungen
  • Bedienung aller Stationen im Stundentakt

Ein zukunftsfähiges neues Fahrplankonzept mit einem stabilen Stundentakt und ausreichenden Pufferzeiten kann den Fahrgästen im Maintal- und Taubertal gegebenenfalls mehr Zuverlässigkeit bringen.

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