Umwelt

Land steht hinter Verbots-Initiative für die Ewigkeits-Chemikalien PFAS

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Ministerin Thekla Walker, MdL

Baden-Württemberg unterstützt die Initiative der Bundesregierung, auf Ebene der Europäischen Union die Ewigkeits-Chemikalien PFAS (perfluorierte Alkylsubstanzen) zu verbieten. PFAS sollten nicht mehr in diesem enormen Umfang in die Umwelt gelangen, da die gesundheitlichen Folgen heutzutage noch nicht abschätzbar sind.

Umweltministerin Thekla Walker unterstützt die Initiative von Bundesumweltministerin Steffi Lemke, sogenannte PFAS in der Europäischen Union (EU) ganz überwiegend zu verbieten (per- und polyflourierte Chemikalien (PFC) – eine Gruppe von mehr als 10.000 künstlich hergestellter Stoffe, deren Stoffidentitäten derzeit noch nicht vollständig bekannt sind). Einen entsprechenden Vorschlag hat die Bundesregierung gemeinsam mit vier weiteren Ländern bei der EU-Chemikalienagentur ECHA eingereicht. PFAS, auch Ewigkeits-Chemikalien genannt, werden über Jahrzehnte und Jahrhunderte nicht abgebaut, fast überall eingesetzt und stehen im Verdacht, krebserregend zu sein.

Ministerin Thekla Walker betont: „Ich begrüße ausdrücklich, dass dieses Thema durch die Initiative der Bundesumweltministerin und durch eine – auch von unserer Seite unterstützte – umfangreiche Medienberichterstattung in die breite Öffentlichkeit gelangt ist. PFAS dürfen nicht mehr in diesem enormen Umfang in die Umwelt gelangen. Die gesundheitlichen Folgen können wir heute noch nicht abschätzen. Und wenn diese Chemikalien den Boden verseuchen, ist ihr Abbau praktisch nicht mehr möglich.“

Ministerin Thekla Walker sieht die Problematik für die Wirtschaft, appelliert jedoch zugleich, rechtzeitig alternative Stoffe zu entwickeln beziehungsweise auf bereits vorhandene Alternativen zurückzugreifen. Baden-Württemberg ist nicht nur, aber insbesondere durch die großräumige PFAS-Verunreinigungen in Böden und Grundwasser in Mittelbaden besonders betroffen.

Land ist sich der Herausforderung bewusst

„Das Land ist sich der großen Herausforderungen bewusst. Auch der Herausforderung, die PFAS im Grundwasser bedeuten, insbesondere für die kommunalen Wasserversorger im Hinblick auf sauberes Trinkwasser“, erklärt die Ministerin. Die Wasserversorger werden durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft dabei finanziell unterstützt, allein in der Region Mittelbaden mit über sechs Millionen Euro in den vergangenen Jahren.

Um vorhandene Wissenslücken zu schließen, hat das Land vier große Forschungsprojekte mit zahlreichen Projektbeteiligten realisiert, beispielsweise zur Entwicklung geeigneter Analyseverfahren sowie zum besseren Verständnis der in Boden und Grundwasser ablaufenden Abbau- und Transportprozesse. Wichtig seien einheitliche und harmonisierte Grenzwerte und entsprechend normierte Analyseverfahren für die Vertreter der Stoffgruppe der PFAS, sagt Thekla Walker. Hierfür setze sich das Land seit Jahren auf nationaler und europäischer Ebene ein.

Ausmaß der Verunreinigung wird untersucht

Neben den systematischen landesweiten Untersuchungsprogrammen durch die LUBW Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg und der amtlichen Trinkwasserüberwachung wurden im Gebiet der großflächigen Bodenverunreinigungen im Raum Mittel- und Nordbaden detaillierte Untersuchungen von Boden, Grundwasser, Oberflächengewässern sowie Pflanzen und Tieren durchgeführt, um das Ausmaß der Verunreinigung abzuschätzen und den Verbraucherschutz zu gewährleisten. Aus den Boden- und Grundwasserdaten wurde ein Modell entwickelt, das die Verunreinigung des Grundwassers prognostiziert und damit den Wasserversorgern Daten für die Risikoabschätzung einer PFAS-Kontamination ihrer Brunnen liefert sowie als Grundlage für Empfehlungen zur Grundwassernutzung in einzelnen Kommunen herangezogen wird. Dieses Modell ist öffentlich einsehbar unter PFC-Karten Online.

Zur Bewältigung der anfallenden Fragestellungen zu dieser großräumigen PFAS-Belastung und zur transparenten Information der Öffentlichkeit wurde im Landratsamt Rastatt eine Geschäftsstelle PFC sowie am Regierungspräsidium Karlsruhe eine Stabsstelle PFC eingerichtet, auf deren Internetseiten weitere Informationen zu diesem Schadensfall zu finden sind. Seit Bekanntwerden der großräumigen Verunreinigung finde ein regelmäßiger Austausch mit allen Verantwortlichen zu den verschiedenen Themen und Entwicklungen statt, der für das Land außerordentlich wichtig und konstruktiv sei, so die Ministerin. Thekla Walker sagte: „Klar ist: Der Schutz der Bürgerinnen und Bürger muss oberste Priorität haben.“ 

Regierungspräsidium Karlsruhe: Stabsstelle PFC

Landratsamt Rastatt: Bürgerinformation zur PFC/PFAS-Problematik

Weitere Meldungen

Eine junge Frau wird geimpft.
Gesundheit

Auswahlverfahren zur Landarztquote 2026 abgeschlossen

Die NECOC-Versuchsanlage am KIT produziert festen Kohlenstoff aus klimaschädlichem Kohlenstoffdioxid.
Bürgerbeteiligung

Bürgerforum zur CO2-Speicherung

Logo des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“
Ländlicher Raum

29. Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ gestartet

Kuh friss Gras
Landwirtschaft

Antragstellung auf Futtermittelhilfe 2026 läuft an

Streuobst
Streuobst

Land fördert Streuobst-Projekte mit 500.000 Euro

Lang gestreckter, historisch verzierter Raum mit hohen Rundbogenfenstern, Parkettboden und einer Orgel am Ende des Saals. Moderne Sitzmöbel und Tische bilden verschiedene Arbeits- und Aufenthaltsbereiche.
Vermögen und Bau

MINT-Exzellenzgymnasium in Bad Saulgau eröffnet

Asiatische Hornisse
Landwirtschaft

Weitere 70.000 Euro zur Bekämp­fung von Asiatischer Hornisse

Flurneuordnung Schrozberg
Flurneuordnung

Flurneuordnung macht die Landschaft klimaresilient

Gesundes Essen bei der Zubereitung.
Ernährung

Impulse für eine gelungene Seniorenverpflegung

Kinder gehen zu Fuß und mit dem Tretroller zur Schule. Ein Schild zeigt den verkehrssicherten Schulweg an.
Radverkehr

Radfahrabzeichen stärkt Fahrradkompetenz von Kindern

Ein Zug steht an einem neuen Bahnsteig.
Schienenverkehr

Land schreitet bei Reaktivierung von Schienenstrecken voran

Junge Menschen steigen aus einem Zug am Bahnsteig aus.
Mobilität

Mobilstationen machen Verkehrsangebote sichtbarer

Erster Wolf im Süden Sachsen-Anhalts entdeckt
Wolf

Erlegter Wolf war nicht mehr überlebensfähig

Eine Mutter geht mit einem Kinderwagen über einen Zebrastreifen.
Fußverkehr

15 Kommunen setzen sich für bessere Fußwege ein

GAP 2026
Landwirtschaft

Internationaler Agrarkongress in Stuttgart