Bildung

Land stärkt Erziehungspartnerschaft

Für mehr Bildungserfolg und Bildungsgerechtigkeit will die Landesregierung die Erziehungspartnerschaft zwischen Eltern, Schule und weiteren Akteuren stärken. Dafür hat sie ein Bündel von Maßnahmen auf den Weg gebracht.

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Gesprächsrunde mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann (rechts) am 26. November 2025 an der Wilhelmsschule in Stuttgart-Wangen, an der ein Pilotprojekt der Familiengrundschulzentren eingerichtet wird.
Gesprächsrunde mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann (rechts) am 26. November 2025 an der Wilhelmsschule in Stuttgart-Wangen, an der ein Pilotprojekt der Familiengrundschulzentren eingerichtet wird

Kultusministerin Theresa Schopper und Sozialminister Manne Lucha haben dem Ministerrat am Dienstag, 20. Januar 2026, über Maßnahmen zur Stärkung der Erziehungspartnerschaft zwischen Elternhaus, Schule und außerschulischen Akteuren berichtet.

Bildung und Erziehung gehören immer zusammen. Je besser sich Lehrkräfte und Eltern dabei ergänzen, desto größer wird am Ende der Bildungserfolg unserer Kinder sein.
Ministerpräsident Winfried Kretschmann

„Das Thema Erziehungspartnerschaft liegt mir schon lange am Herzen. Die Gesellschaft ist vielfältiger geworden, die Familienformen verändern sich ebenso wie das Familienleben und auch das Rollenverständnis von Lehrerkräften und Eltern. Bildung und Erziehung gehören dabei immer zusammen. Je besser sich Lehrkräfte und Eltern dabei ergänzen, desto größer wird am Ende der Bildungserfolg unserer Kinder sein. Hierfür wollen wir sämtliche Anstrengungen unternehmen und haben ein Bündel von Maßnahmen auf den Weg gebracht“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann im Anschluss an die Sitzung des Ministerrats. Bei der Erziehungspartnerschaft gehe es darum, dass Eltern, Schule und weitere Akteure gemeinsam Verantwortung übernehmen. Die positiven Effekte einer solchen partnerschaftlichen Zusammenarbeit bei Bildung und Erziehung der Kinder seien in der Bildungsforschung nachgewiesen und messbar1. „Auch die PISA-Erhebungen der OECD (PDF) zeigen: Wo Eltern früh und kontinuierlich in Bildungsprozesse eingebunden sind – etwa durch Vorlesen, gemeinsames Problemlösen oder Beteiligung am Schulleben –, steigen Motivation und Leistung der Kinder“, fügte Ministerpräsident Kretschmann hinzu.

Familiengrundschulzentren als zentrales innovatives Projekt

Kultusministerin Schopper ergänzte: „Die stärkere Einbindung von Eltern in das schulische Umfeld ist uns ein besonderes Anliegen. Dies wird an vielen Schulen im Land auch schon gelebt, wenn sich Eltern beispielsweise als Elternvertreter oder in Schul-Fördervereinen engagieren. Ein zentrales innovatives Projekt sind dabei die Familiengrundschulzentren, die wir derzeit im Startchancen-Programm entwickeln. Diese beraten und unterstützen, beispielsweise mit offenen Sprechstunden, Deutschkursen für Eltern mit Zuwanderungsgeschichte und Eltern-Kind-Angeboten. Und sie vernetzen Schule, Jugendhilfe und Vereine für einen engmaschigen gemeinschaftlichen Zusammenhalt. Im Kita-Bereich sind wir sogar schon weiter: Seit 2016 haben sich bereits 549 Kitas im Rahmen des Landesförderprogramms zu Kita- und Familienzentren weiterentwickelt. Genau diese lebendige Einbettung in das soziale Umfeld brauchen die Schulen und der frühkindliche Bereich, um Bildungs- und Aufstiegschancen zu verwirklichen. Erziehungspartnerschaft bedeutet in diesem Sinne das gemeinsame Übernehmen von Verantwortung zum Wohl unserer Kinder.“

Stärkung der Familienbildung und Familienförderung

Sozialminister Lucha sagte: „Im außerschulischen Bereich steht eine systematische Stärkung der Familienbildung und Familienförderung als Teil einer umfassenden Erziehungspartnerschaft im Mittelpunkt. Die Zusammenarbeit zwischen Schule, Elternhaus und dem erweiterten Sozialraum ist ein zentraler Baustein für gelingende Erziehung und Bildung. Zum erweiterten Sozialraum zählen unter anderem die Jugendhilfe, die Familienzentren, die freien Träger sowie die sozialpädagogischen Dienste.“ Er ergänzte: „Unser seit Jahren etabliertes Landesprogramm STÄRKE fördert bedarfsorientiert die Erziehungskompetenz der Eltern in allen Bereichen und unterschiedlichen Lebenslagen. Ein anderes konkretes Beispiel zur Stärkung der Familienbildung sind die vom Sozialministerium finanzierten und von der Universität Tübingen zur Förderung der Medienerziehung entwickelten kostenlosen Onlinetrainings ,Internetsucht: Eltern stärken! – ISES! Kids‘. Ergänzend dazu unterstützen weitere vom Sozialministerium geförderte Familienbildungskurse zu den Themen Demokratie- und Medienbildung sowie spezielle Angebote für Väter zur gemeinsamen gleichberechtigten Elternschaft die Familien bei ihren alltäglichen Herausforderungen.“

Weitere Informationen

1Hillmayr, Delia; Täschner, Janina; Brockmann, Lilo; Holzberger, Doris (2021): Elternbeteiligung im schulischen Kontext. Potenzial zur Förderung des schulischen Erfolgs von Schülerinnen und Schülern. Waxmann

Zusammenfassung des Eckpunktepapiers „Starke Erziehungspartnerschaft – gemeinsam für den Bildungserfolg unserer Kinder“ (PDF)

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