Gleichstellung

Land setzt sich für Frauen in MINT-Berufen ein

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Eine Frau führt in einem Labor eine Untersuchung durch.

Anlässlich des Internationalen Frauentages appellierte Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut an Unternehmen, die Kompetenzen, Talente und Potenziale von Frauen in den MINT-Berufen noch stärker zu fördern. Eine Landesinitiative setzt sich seit 2010 für Frauen in MINT-Berufen ein.

Zum Internationalen Frauentag am 8. März appellierte Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut an Unternehmen im Land: „Unternehmen sollten die Kompetenzen, Talente und Potenziale von Frauen in den MINT-Berufen noch stärker fördern. Für die Fachkräftesicherung in diesen zukunftsweisenden Branchen brauchen wir kompetente und motivierte Frauen und Männer gleichermaßen.“ Die Entwicklungen in den vergangenen Monaten haben besonders deutlich gemacht, dass Fachkräfte im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) für die Lösung von zukunftsweisenden Aufgaben im Kontext von Gesundheit, Klima und Mobilität unabdingbar sind. „Unternehmen, die auf gemischte Teams und gleichberechtigte Karrierechancen für Frauen setzen, sind deutlich innovativer und letztlich erfolgreicher. Umso wichtiger ist es, Mädchen für Ausbildungen in MINT-Berufen zu begeistern und die Erwerbsbeteiligung von Frauen in diesen Bereichen weiter zu steigern“, erklärte die Ministerin.

Anteil an Frauen im MINT-Bereich gestiegen

Dank vielfältiger Fördermaßnahmen zeichnen sich bereits seit einigen Jahren positive Trends ab: „Die Zahl der erwerbstätigen Frauen in MINT-Berufen ist von 2013 bis 2018 von 226.000 auf 248.000 um fast zehn Prozent angestiegen.“ Damit habe der Frauenanteil im genannten Zeitraum von 15,1 Prozent auf 15,8 Prozent zugenommen und liege über dem Bundesdurchschnitt von 15 Prozent. „Es geht voran, aber hier ist noch deutlich Luft nach oben. Wir müssen Frauen beim Einstieg und Wiedereinstieg in diese Berufe weiter gezielt fördern“, so Hoffmeister-Kraut. In dem für die Digitalisierung besonders wichtigen Bereich Informatik erhöhte sich die Zahl der erwerbstätigen Frauen von 18.000 im Jahr 2013 auf 24.000 im Jahr 2018, das entspricht einer Zunahme um 33 Prozent. „Diesen positiven Trend müssen wir beibehalten und dürfen – trotz der aktuell sehr herausfordernden Situation – unsere gemeinsamen Anstrengungen nicht verringern.“ Mit der Landesinitiative und dem Bündnis „Frauen in MINT-Berufen“ fördert das Wirtschaftsministerium Maßnahmen, die sich an Mädchen und Frauen aller Altersstufen richten.

Die bisherigen Praxiserfahrungen bestätigen, dass Frauen in gewerblich-technischen Berufen die Arbeitswelt bereichern. Um weibliche Fachkräfte langfristig an ein Unternehmen zu binden, bedarf es einer entsprechenden Unternehmenskultur sowie spezifischer Angebote, etwa im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit sowie attraktiver Karriereperspektiven. „Unternehmen können dadurch auch ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern. Denn es zeigt sich, dass Unternehmen mit gemischten Teams und Frauen in Führungspositionen auch für internationale Talente attraktiver sind“, so die Ministerin weiter.

Landesinitiative „Frauen in MINT-Berufen“

Hoffmeister-Kraut warnte davor, dass sich durch die Auswirkungen der Pandemie wieder alte Rollenbilder verfestigen könnten: „Insbesondere Frauen bekommen in der Krise die Mehrfachbelastung durch Beruf, Homeschooling, Kinderbetreuung und oft auch noch der Pflege von Familienmitgliedern zu spüren. Wir dürfen nicht zulassen, dass dadurch alte Rollenbilder aufleben und sich verfestigen. Vielmehr sollten wir die Veränderungen, wie das vermehrte Arbeiten von Zuhause, langfristig als Chance begreifen, Familie und Erwerbstätigkeit besser zu vereinen. Denn wir brauchen motivierte, kreative und starke Frauen, die unser Land mitgestalten“, so Hoffmeister-Kraut abschließend.

Für die Förderung von Mädchen und Frauen in MINT-Berufen setzen sich in Baden-Württemberg die von der Landesregierung ins Leben gerufene Landesinitiative „Frauen in MINT-Berufen“ (Gründung 2010) und das gleichnamige Bündnis (Gründung 2011) ein. Baden-Württemberg hat mit 34 Prozent den bundesweit höchsten Anteil an MINT-Beschäftigten. Durch die digitale Transformation steigt der Fachkräftebedarf weiter an. Zum Bündnis „Frauen in MINT-Berufen“ gehören inzwischen rund 60 Partnerorganisationen, unter anderem aus Ministerien, Arbeitgeber-, Branchen- und Berufsverbänden, Gewerkschaften, dem Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertag (BWIHK), dem Baden-Württembergischen Handwerkstag (BWHT), der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit, Frauennetzwerken, Hochschulen, Stiftungen und den Kontaktstellen Frau und Beruf. Die Landesinitiative und das Bündnis „Frauen in MINT-Berufen“ leisten ihren Beitrag zu den Zielen der Fachkräfteallianz Baden-Württemberg und der Initiative Wirtschaft 4.0: Die Beschäftigung von Frauen zu steigern und die Zahl der Beschäftigten in den MINT-Berufen zu erhöhen.

Landesinitiative „Frauen in MINT-Berufen“

Landesinitiative „Frauen in MINT-Berufen“: Das Bündnis

Weitere Meldungen

Landeskreditbank Baden-Württemberg
Jahresbilanz

L-Bank sieht hohen Bedarf an Unterstützung im Strukturwandel

Ein Bauarbeiter schaut auf ein Gebäude, das als Testobjekt aus Recyclingbeton gebaut wird.
N!BBW

Neue Termine für Workshops „Nachhaltiges Bauen“

Absperrung auf einer Straße. Im Hintergrund eine Autobrücke.
Kommunaler Straßenbau

Land unterstützt Kommunen beim Umbau der Straßeninfrastruktur

Neubau Kollegiengebäude 1, Pädagogische Hochschule Freiburg, Birk Heilmeyer und Frenzel Architekten, Stuttgart
Holzbau

Klimafreundlich Bauen mit Holz

Ein Netzwerk-Kabelstecker leuchtet in der Netzwerkzentrale einer Firma zu Kontrollzwecken rot. (Bild: picture alliance/Felix Kästle/dpa)
Sicherheit

Strobl begrüßt Einigung zur Speicherfrist von IP-Adressen

Ein Mitarbeiter von Kawasaki führt bei der Industriemesse Hannover Messe am Messestand von Microsoft die Überwachung und Steuerung einer Maschine mit einer AR-Brille (Augmented Reality) vor.
Industrielle Innovation

Baden-Württemberg auf der Hannover Messe 2026

Logo von Start up BW
Start-up BW

Auswahl für Start-up BW Pre-Seed steht

Verleihung Gigabitkommune@BW
Breitbandausbau

33 weitere Gigabitkommunen

Breitbandübergabe
Digitalisierung

38,4 Millionen Euro für den kommunalen Breitbandausbau

Projektteam, Ministerin der Justiz und für Migration Marion Gentges (Dritte von links), Direktorin des Amtsgerichts Nürtingen Dr. Sabine Kienzle-Hiemer (Vierte von links), Dr. Markus Volz Vizepräsident des Landgerichts Stuttgart (5. v. l.)
Justiz

Pilotprojekt „Zivilgerichtliches Online-Verfahren“ gestartet

Landessieger von „Jugend debattiert“ stehen fest (Bild: Kultusministerium Baden-Württemberg)
Schule

Siegerinnen und Sieger von „Jugend debattiert“ gekürt

Finanzamtsleiter Böblingen Wankmüller
Verwaltung

Neuer Leiter des Finanzamts Böblingen

Wort-Bild-Marke der Innovationsallianz Baden-Württemberg
Innovation

Land stärkt Innovationsallianz mit über 40 Millionen Euro

Streuobstwiese
Streuobst

20. landesweiter Streuobsttag in Hohenheim

Neuer Rettungshubschrauber Christoph Ortenau
Rettungsdienst

Rettungshubschrauber Christoph Ortenau startet in Lahr