Kernenergie

Land führt Gespräche über strahlenschutzrechtliche Freigabe von Abfällen

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Rückbau des Maschinenhauses im Kernkraftwerk Obrigheim (Foto: Umweltministerium Baden-Württemberg)

Das Land hat zu einem Informations- und Meinungsaustausch über die strahlenschutzrechtliche Freigabe von Abfällen zwischen Ärzteschaft, Strahlenschutzkommission und Vertretern der Landkreise geladen. Bei dem fachlichen Austausch steht das sogenannte Zehn-Mikrosievert-Konzept zur Disposition.

Zum Schutz der Bevölkerung vor radioaktiver Strahlung gibt es genaue gesetzliche Vorgaben für den Umgang mit Abfallmaterial, das beim Abriss atomarer Anlagen anfällt. So wird unter anderem durch Strahlungsmessungen festgestellt, welches Material wie entsorgt werden muss. Abfall, bei dem die Messungen ergeben haben, dass für Einzelpersonen nur eine effektive Dosis im Bereich von zehn Mikrosievert im Kalenderjahr auftreten kann, gilt als freigemessen. Er fällt nicht mehr unter den Regelungsbereich des Atomgesetzes, sondern kann abfallrechtlich behandelt und auf einer Deponie entsorgt werden. Dieses sogenannte Zehn-Mikrosievert-Konzept ist in Teilen der Öffentlichkeit und bei Teilen der Ärzteschaft umstritten.

Auf Einladung des baden-württembergischen Umweltministeriums treffen sich deshalb unter anderem Vertreterinnen und Vertreter der Bundes- und Landesärztekammer, der betroffenen Landkreise (Standortkreise für atomare Anlagen) und des baden-württembergischen Umweltministeriums zu einem fachlichen Informations- und Meinungsaustausch. Das Fachgespräch findet in den Räumen der L-Bank in Stuttgart statt. Als Experten sind der Vorsitzende der Strahlenschutzkommission Prof. Dr. Joachim Breckow und sein Stellvertreter Christian Küppers sowie die ehemaligen Kommissionsmitglieder Prof. Dr. Frederik Wenz (Universitätsklinikum Mannheim) und Prof. Dr. Dr. Reinhard Loose eingeladen.

Thema trotz klarer Rechtslage umfassend diskutieren

„Ziel des Gesprächs ist der interne fachliche Austausch“, erklärte Umweltminister Franz Untersteller vor Beginn des Treffens. „Wir wollen die unterschiedlichen Bewertungen des Zehn-Mikrosievert-Konzeptes offen miteinander diskutieren und herausfinden, wo die Probleme gesehen werden und ob es möglicherweise neue medizinische Erkenntnisse gibt, die bei der Praxis der Freimessung berücksichtigt werden müssen.“

Solche internen Fachgespräche gebe es immer wieder, zum Thema Freigabe von Abfällen seien unter anderem auch die Umwelt- und Naturschutzverbände sowie kritische Bürgerinnen und Bürger bereits zu Gesprächen im Umweltministerium gewesen.

Untersteller dankte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern am heutigen Fachgespräch ausdrücklich für ihre Bereitschaft, zu diesem Zweck nach Stuttgart zu kommen. „Unabhängig von der klaren Rechtslage im Umgang mit freigemessenen Abfällen, war und ist es aus meiner Sicht wichtig, dass wir dieses Thema umfassend und fachlich diskutieren“, sagte Untersteller.

Umweltministerium: Herausgabe

Weitere Meldungen

Traktor auf einem Feld
Ökolandbau

Land fördert überregionale Koope­rationen der Bio-Musterregionen

Das Thermostat einer Heizung.
Energie

Energieberatung für einkommens­schwache Haushalte verlängert

Ein Biber, fotografiert an einem Fluss (Quelle: dpa).
Artenschutz

Biberverordnung hilft bei Konfliktfällen

Ein Mitarbeiter einer Biogasanlage von Naturenergie Glemstal befüllt die Anlage mit Biomasse.
Bioökonomie

Grand Est und Land mobilisieren für Zukunft der Bioökonomie

Viele Kinder freuen sich und halten ein Banner hoch.
Fußverkehr

Hermaringer Kinder holen den ersten Platz bei den „Schulwegprofis“

Ein Wanderer geht beim Naturschutzzentrum Kaltenbronn im Schwarzwald einen Weg entlang. (Bild: © Uli Deck / dpa)
Forst

Appell zur Stärkung des Waldumbaus

Seitenansicht eines Doppelstockzuges
Schienenverkehr

Weitere 26 Doppelstockzüge für Baden-Württemberg

Ein Haus, dessen Grundgerüst aus Holz besteht, steht in einem Tübinger Neubaugebiet. (Bild: picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)
Baurecht

Bauen mit Holz wird erleichtert

Freiflächen-Photovoltaik-Anlage im Solarpark Kuchen
Erneuerbare Energien

Photovoltaik-Boom setzt sich auch 2025 fort

Feuerwerk am Nachthimmel
Silvester

Tiere vor Silvesterfeuerwerk schützen und Müll ordnungsgemäß entsorgen

Ein Silvesterböller wird mit einem Feuerzeug gezündet. (Foto: © dpa)
Silvester

Mit kleinem Feuerwerk sicher ins neue Jahr

Rauch steigt aus einem Schornstein in einen wolkenlosen sonnigen Himmel auf. (Foto: © dpa)
Klimaschutz

Engmaschig überwachter Testbetrieb mit Solvay vereinbart

Hinter einem Hinweisschild „Kernkraftwerk“ erheben sich die Kühltürme des Kernkraftwerks Philippsburg. (Foto: © dpa)
Meldepflichtiges Ereignis

Meldepflichtiges Ereignis im Kernkraftwerk Philippsburg, Block 2

Fischer fischen im Bodensee (Foto: dpa)
Artenschutz

Projekt zum Fischartenschutz und Kormoranmanagement startet

Ministerin Thekla Walker (vierte von rechts, vordere Reihe) mit Vertreterinnen und Vertretern der Zuwendungsempfänger bei der Übergabe der Verträge für das Landesförderprogramm für Elektrolyseure (ELY)
Erneuerbare Energien

Land baut Produktion von grünem Wasserstoff aus