Energie

Land fördert intelligente Energienetze mit rund einer Million Euro

Bis Ende 2025 fördert das Umweltministerium zwei innovative Projekte zu „Smart Grids“, um die Anwendung intelligenter Netze weiter zu beschleunigen.

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Eine Person steht an einer Systemstatusanzeige eines Solarstrom-Speicher-Parks.
Symbolbild

Im Rahmen der Digitalisierungsmaßnahme „Intelligente Energiesysteme“ fördert das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft bis Ende 2025 zwei innovative Projekte im Bereich intelligente Netze, sogenannte „Smart Grids“. Dabei sollen digitale Werkzeuge entwickelt werden, um die Smart Grids-Anwendungen in der Praxis weiter voran zu treiben.

Smart Grids als Schlüssel für ein intelligentes Energiesystem

„Für eine erfolgreiche Energiewende brauchen wir ein intelligentes Energiesystem, in dem Angebot und Nachfrage gezielt und in Echtzeit aufeinander abgestimmt werden können. Smart Grids spielen dabei eine ganz zentrale Rolle. Damit lassen sich Flexibilitäten im System besser nutzen, beispielsweise indem Elektroautos (E-Autos) vor allem dann geladen werden, wenn besonders viel erneuerbarer Strom zur Verfügung steht“, erläutert Energieministerin Thekla Walker. „Um innovative Lösungen für diese dringend benötigten intelligenten Netze zu entwickeln und zu erproben, stellen wir gerne insgesamt rund eine Million Euro bis Ende 2025 zur Verfügung.“

Digitalisierung der Energiewende

Das Energieministerium fördert jeweils ein Projekt des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswissenschaft und Organisation (Fraunhofer IAO) und ein Projekt des Instituts für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement (IAT) der Universität Stuttgart. Dabei sollen unter anderem intelligente IT-Lösungen entwickelt werden, um den Betrieb und die Steuerung von dezentralen Energieanlagen in Liegenschaften, zum Beispiel E-Ladesäulen, Photovoltaik-Anlagen oder Batteriespeicher, zu optimieren. Diese flexiblen Erzeuger und Verbraucher können so unter Berücksichtigung von Markt- und Netzzustandsdaten gesteuert und systemdienlich gemacht werden. Das bedeutet, dass die Anlagen so gesteuert werden können, dass sie in Zeiten mit hoher Nachfrage Strom ins Netz einspeisen, während sie in Zeiten mit wenig Nachfrage und viel Angebot Strom verbrauchen und entsprechend aus dem Netz ziehen. 

Darüber hinaus sollen weitere digitale energiewirtschaftliche Dienste und aufbereitete Daten einschließlich der zugehörigen Schnittstellen und unter Anwendung Künstlicher Intelligenz (KI) erarbeitet werden. Diese stellen wichtige Grundlagen für zukünftige Smart Grids-Anwendungen dar und sollen zukünftig auch anderen Nutzern zur Verfügung gestellt werden.

„Mit der Förderung ermöglichen wir die Entwicklung neuer digitaler Werkzeuge, die bei der konkreten Umsetzung von Smart Grids genutzt werden können. Die Projekte leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Digitalisierung der Energiewende und der Umsetzung intelligenter Netze in die Praxis. Damit machen wir unser Energiesystem insgesamt stabiler und sparen gleichzeitig Kosten“, so Walker. „Ich freue mich auf die Projektergebnisse, die bereits Ende des Jahres vorliegen werden.“

Zahlen, Daten, Fakten

  • Um Baden-Württemberg zu einem Vorreiter bei der Entwicklung von Smart Grids zu machen, fördert das Energieministerium seit 2014 die Smart Grids-Plattform Baden-Württemberg e. V. Im Fokus der Plattform steht die Vernetzung und der Erfahrungsaustausch im Bereich intelligenter Netze.

  • Im Jahr 2022 wurde mit Beteiligung von über 140 Interessensvertreterinnen und
    -vertretern ein aktualisiertes Strategiepapier für die flächendeckende Umsetzung von Smart Grids erstellt. Die Smart Grids-Roadmap Baden-Württemberg 2.0 zeigt die Ziele und Maßnahmen für die intelligente Gestaltung der Energienetze in Baden-Württemberg bis 2030 auf. 

  • Aktuell führt die Smart Grids-Plattform ein erstes Monitoring zur bisherigen Umsetzung der Smart Grids-Roadmap 2.0 durch. Mehr Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung findet sich unter Monitoring der Smart Grids-Roadmap 2.0 Baden-Württemberg.

  • Im Dezember 2024 fand bereits zum 13. Mal der Smart Grids-Kongress Baden-Württemberg statt. Der thematische Schwerpunkt lag auf dem Rollout intelligenter Mess- und Steuerungstechnik (Smart Meter Rollout) als zentrale Grundvoraussetzung für intelligente Netze und die geplante Weiterentwicklung des regulatorischen Rahmens dafür. Der Smart Grids-Kongress wird jährlich durch das Umweltministerium Baden-Württemberg organisiert und stellt eine hochrangige Austauschplattform der Branche dar.

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