Hochschulen

Land fördert 29 Projekte für klimafreundliche Labore

In den Laboren der Hochschulen entstehen wegweisende Innovationen – doch der Energie- und Ressourcenverbrauch ist enorm. Der Ideenwettbewerb „BWGreenLabs“ zeigt, wie Labore nachhaltiger werden können.

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Eine Doktorandin aus Venezuela arbeitet im Labor. (Bild: © dpa)
Symbolbild

Forschungslabore verbrauchen erhebliche Ressourcen. Um ihren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren, hat das Wissenschaftsministerium den Ideenwettbewerb „BWGreenLabs“ ausgeschrieben. Für zunächst ein Jahr werden 29 Projekte an sieben Universitäten, sechs Hochschulen für Angewandte Wissenschaften sowie an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) mit jeweils bis zu 35.000 Euro gefördert.

Klimaschutz beginnt auch im Hochschullabor

Wissenschaftsministerin Petra Olschowski sagte: „Klimaschutz beginnt auch im Hochschullabor. Mit BWGreenLabs setzen wir genau dort an: Wir geben unseren Forschenden und Studierenden die Möglichkeit, ihre Ideen für eine nachhaltige Zukunft umzusetzen. Davon profitieren alle: die Umwelt, die Menschen und unsere Hochschulen – durch modernere und kostengünstigere Labore.“

Die geförderten Projekte reichen vom Einsatz neuester Sensorik und Modellierung bis hin zu einer „Freezer Challenge“ zur Optimierung des Energie- und Wasserverbrauchs von Gefriergeräten. Auf dem Weg zum nachhaltigen Labor kommen sowohl digitale und auf Künstlicher Intelligenz (KI) basierende Lösungen als auch Bonus- und Anreizmodelle zur Anwendung. Weniger Abfall soll zum Beispiel durch das Upcycling weggeworfener Plastikflaschen für den dreidimensionalen (3D-) Druck produziert werden. Nach der einjährigen Erprobungsphase werden die drei kreativsten Ideen mit jeweils 100.000 Euro prämiert, an der jeweiligen Hochschule umgesetzt und landesweit als Best-Practice-Beispiele bekannt gemacht.

Projektvorhaben ergänzen Energie- und Klimaschutzkonzepte

Die 29 Projekte ergänzen bestehende Energie- und Klimaschutzkonzepte der Hochschulen. Im Vergleich zu Büroflächen verbrauchen Labore durchschnittlich zehnmal mehr Energie und viermal mehr Wasser. Auch benötigen Labore weltweit rund fünf Milliarden Kilo Plastik im Jahr. Dementsprechend fokussiert der Ideenwettbewerb „BWGreenLabs“ auf die Bereiche „Energie“, „Wasser“, „Abfall“ sowie „Materialien/Chemikalien“ im täglichen Laborbetrieb.

Insgesamt zeichnen sich die nun gestarteten Projekte durch eine unterschiedliche Breite und Tiefe aus: Teilweise plant eine ganze Fakultät, als „Bio-Campus“ nachhaltiger zu werden, andere Hochschulen konzentrieren sich auf energieintensive Prüfstände, spezifische Wasserstofflabore oder den Lüftungsbetrieb in Reinräumen. Darüber hinaus sollen digitale Plattformen zur gemeinsamen Nutzung von Chemikalien, Zelllinien, Antikörpern und Geräten etabliert werden. Schulungs- und Sensibilisierungsangebote richten sich auch an Studierende oder Schulklassen, die sich zu „Green Champions“ küren lassen können. Die 29 Projektvorhaben des Ideenwettbewerbs „BWGreenLabs“ haben am 1. September 2025 die Arbeit aufgenommen.

Ideenwettbewerb „BWGreenLabs“

  • Im März 2025 hat das Ministerium den Ideenwettbewerb „BWGreenLabs“ erstmals ausgeschrieben. Antragsberechtigt waren Universitäten, Hochschulen für Angewandte Wissenschaften und Duale Hochschulen mit Sitz in Baden-Württemberg. Jede Hochschule hatte die Möglichkeit, drei Anträge für Projektvorhaben einzureichen.
  • Für ein Projektvorhaben konnten bis zu 20.000 Euro für Personalmittel und 15.000 Euro für Sachmittel beantragt werden. Nach der einjährigen Förderdauer sind von jedem Projekt Roll-out-Konzepte abzugeben.
  • Die drei besten Roll-out-Konzepte bekommen jeweils 100.000 Euro zur Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen an der Universität oder Hochschule. Daran schließen sich jeweils gesondert geförderte Outreach-Aktivitäten an, um erfolgreiche Konzepte und Ideen im Land bekannt zu machen.
  • Das Fördervolumen des Ideenwettbewerbs beträgt insgesamt 1,4 Millionen Euro.

Geförderte Projektvorhaben und Standorte

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