Gesundheit

Länder fordern einstimmig sektorenübergreifende Versorgung

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Eine Sozialarbeiterin misst die Blutdruckwerte eines Probanden und übermittelt diese drahtlos per Smartphone an einen Arzt.

Die Gesundheitsministerkonferenz der Länder hat in Bremen auf Vorschlag Baden-Württembergs und Hamburgs einstimmig das Bundesministerium für Gesundheit gebeten, eine Bund-Länder-Reformkommission „Sektorenübergreifende Versorgung“ einzurichten.

Frohe Kunde aus dem hohen Norden: Die Gesundheitsministerkonferenz der Länder hat in Bremen auf Vorschlag Baden-Württembergs und Hamburgs einstimmig das Bundesministerium für Gesundheit gebeten, eine Bund-Länder-Reformkommission „Sektorenübergreifende Versorgung“ einzurichten.

„Es ist sicher die Herkulesaufgabe im Gesundheitswesen der nächsten Jahre überhaupt, die Sektorengrenzen zu überwinden und die stationären und ambulanten Versorgungsangebote klug zu verzahnen. Ich freue mich deshalb sehr darüber, dass alle Länder unseren Vorstoß unterstützt haben und wir jetzt gemeinsam mit dem Bund ein Gesamtkonzept zur sektorenübergreifenden Versorgung erarbeiten werden“, sagte Gesundheitsminister Manne Lucha im Anschluss an die Konferenz in Bremen.

Ziel eines solchen von der Reformkommission zu erarbeitenden Gesamtkonzepts solle eine bedarfsgerechte Versorgung als Regelangebot sein, die sich an den Patientinnen und Patienten und deren Lebenswelten orientiert sowie kommunal und regional ausgestaltet wird.

Behandlungsverläufe sollen sich an den medizinisch-pflegerischen Notwendigkeiten ausrichten

Bei der Entwicklung einer sektorenübergreifenden Versorgung geht es laut Lucha vor allem um:

  • eine gemeinsame Bedarfsplanung und abgestimmte Zulassung,
  • die Angleichung der Honorierungssysteme,
  • die Harmonisierung der Kodierung und Dokumentation,
  • die gemeinsame telematische Infrastruktur mit einer einheitlichen elektronischen Gesundheitsakte
  • und die Zusammenführung der Qualitätssicherungsverfahren.

„Wir wollen die Transparenz über Qualität und die Entscheidungshoheit der Patientinnen und Patienten stärken. Behandlungsverläufe sollten sich künftig insbesondere an den medizinisch-pflegerischen Notwendigkeiten und nicht an den etablierten Strukturen der Leistungserbringer und Kostenträger ausrichten“, so Lucha.

Eine wesentliche Schwäche des bisherigen Versorgungssystems sei, dass ambulante Bedarfsplanung und stationäre Krankenhausplanung getrennt voneinander ablaufen würden, so der Minister weiter. Die ausgeprägte Sektorierung zwischen der Grundversorgung, der fachärztlichen Spezialversorgung sowie den stationären, rehabilitativen und pflegerischen Angeboten mit jeweils unterschiedlichen Planungs- und Honorierungssystemen behindere die Schaffung einer am Patientenbedarf orientierten, integrierten und koordinierten Versorgung.

Land mit Modellprojekt Vorreiter bei sektorenübergreifender Versorgung

„Ich bin deshalb stolz darauf, dass wir in Baden-Württemberg mit unserem in den drei Landkreisen Ravensburg, Biberach und Reutlingen bereits Anfang 2016 gestarteten Modellprojekt zur sektorenübergreifenden Versorgung hier Vorreiter sind, Pionierarbeit leisten und bundesweit auf großes Interesse stoßen. Die Handlungsempfehlungen für eine sektoren- und kreisübergreifende Versorgung im Land, die wir bei unserem Modellprojekt entwickeln, werden wir selbstverständlich auch in die neue Bund-Länder-Reformkommission einbringen und dort zur Diskussion stellen“, so Lucha abschließend.

Gesundheitsministerkonferenz

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