Gleichstellung

Internationaler Frauentag am 8. März

Der Internationale Frauentag macht erneut auf den unerlässlichen Einsatz für eine geschlechtergerechte Zukunft aufmerksam. Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut betont die große Bedeutung der Frauenerwerbstätigkeit im Land.

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Zwei Künstlerinnen arbeiten an Entwürfen.
Symbolbild

Der Internationale Frauentag am 8. März macht in diesem Jahr erneut auf den unerlässlichen Einsatz für eine geschlechtergerechte Zukunft und Politik aufmerksam. Es geht um den Einsatz für Gleichberechtigung und ein selbstbestimmtes Leben von Frauen weltweit. Unter dem Motto „Für ALLE Frauen und Mädchen“ stehen Menschen weltweit dafür ein, Frauen- und Mädchenrechte voranzubringen und systemisch Barrieren und Vorurteile mit erhöhter Dringlichkeit abzubauen.

Gegen Diskriminierung und Anfeindungen aufgrund von Geschlecht oder Sexualität

„Der Internationale Frauentag ist auch Anlass, die besorgniserregenden antifeministischen Entwicklungen weltweit in den Blick zu nehmen. Strömungen, die von einer Ungleichwertigkeit der Geschlechter ausgehen, verschaffen sich immer mehr Raum zur Ausgrenzung und Spaltung innerhalb der Gesellschaft. Mit der Förderung der Fachstelle gegen Antifeminismus und Queerfeindlichkeit Baden-Württemberg setzen wir ein deutliches Zeichen gegen Diskriminierung, Anfeindungen und Ablehnungen aufgrund des Geschlechts oder der Sexualität in Baden-Württemberg. Durch Beratung, Information und Vernetzung können sowohl Einzelpersonen als auch Organisationen Hilfe und Unterstützung in Fällen von antifeministischen Anfeindungen, Verleumdungen, Hate Speech oder Angriffen erfahren“, betonte Staatssekretärin Dr. Ute Leidig. „In Baden-Württemberg können wir stolz auf ein breites Netz an Frauenverbänden und hoch engagierten Akteurinnen und Akteure sein, die sich unermüdlich und nicht nur am internationalen Frauentag für die Rechte und die Selbstbestimmung von Frauen und Mädchen einsetzen“, so Leidig weiter.

Grundlage der Demokratie

Auch wenn es Bestrebungen gibt, Frauen das Recht auf tatsächliche Gleichstellung abzusprechen, zeige sich doch, dass engagierte Frauen immer wieder politische Veränderungen anstoßen. Dr. Ute Leidig erinnert daran, dass nach dem unermüdlichen jahrelangen Engagement des Landesfrauenrats und der weiblichen Abgeordneten die Landtagswahlrechtsreform 2023 verabschiedet wurde. Mit dem Zwei-Stimmen-Wahlrecht und einer geschlossenen Landesliste habe Baden-Württemberg ein modernes und gleichstellungsförderndes Wahlrecht, das bei der nächsten Landtagswahl 2026 Anwendung finden wird. Hierdurch seien die Rahmenbedingungen für mehr Frauen in der Landespolitik wesentlich verbessert worden. „100 Jahre nach dem aktiven und passiven Wahlrecht für Frauen haben wir in Deutschland und in Baden-Württemberg noch immer keine paritätisch besetzten Parlamente. Das zeigt, dass wir an der Arbeit der Gleichstellung der Geschlechter in Politik und in Gremien nicht nachlassen dürfen. Geschlechtergerechtigkeit ist die Grundlage der Demokratie“, so Leidig abschließend.

Große Bedeutung der Frauenerwerbstätigkeit im Land

Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März betont Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus, die große Bedeutung der Frauenerwerbstätigkeit im Land: „Ohne Frauen ist kein Staat und auch keine Wirtschaft zu machen. Deshalb ist es gut, dass Baden-Württemberg mit rund 76 Prozent eine der höchsten Frauenerwerbstätigkeitsquoten in Europa erreicht.“ Allerdings, so die Ministerin weiter, lägen bei den Frauen selbst auch die größten Potenziale zur Fachkräftesicherung, die es zu mobilisieren gelte. „Fast 50 Prozent der berufstätigen Frauen arbeiten in Teilzeit. Eine Aktivierung dieses weiblichen Potenzials, der schlummernden weiblichen Talente mit ihrem qualifizierten Know-how und ihrer Berufserfahrung, wäre ein Schub für den Arbeitsmarkt und würde dazu beitragen, manch bestehende Fachkräftelücke in Unternehmen zu schließen.“

Besonders von Engpässen betroffen sind neben Unternehmen im Sozial- und Gesundheitswesen auch Betriebe in der Metallindustrie, im Verarbeitenden Gewerbe, in der Bauwirtschaft und im Einzelhandel. Der Fachkräftemangel ist ein Grund, dass Schlüsselindustrien der Wirtschaft nicht ihr volles Produktionspotenzial ausschöpfen können, was die schwache Konjunktur verstärkt.

Weibliche Arbeitskräftepotenziale in Baden-Württemberg besser mobilisieren

Die Wirtschaftsministerin ruft deshalb die Arbeitgeber und auch Frauen und Familien dazu auf, weibliche Arbeitskräftepotenziale besser zu mobilisieren und für den Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stellen. „Wir müssen die Rahmenbedingungen etwa durch die Bereitstellung einer quantitativ und qualitativ ausreichenden Kinderbetreuung oder auch in der Pflege von Angehörigen so verbessern, dass mehr Frauen ihren Arbeitsumfang in Richtung vollzeitnahe Beschäftigung erhöhen können“, fordert die Wirtschaftsministerin.

Neben zusätzlichen Arbeits- und Fachkräften für die Wirtschaft bringe dies vor allem Vorteile für die Frauen und Familien selbst: „Die qualifizierte Erwerbstätigkeit von Frauen ist essenziell für ein selbstständiges und selbstbestimmtes Leben. Sie schützt vor Armut im Alter und unterstützt die wirtschaftliche Situation der Familie“, so die Wirtschaftsministerin.

Wirtschaft im Land geht mit guten Beispielen voran

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut hebt auch beim Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf die Bedeutung der Unternehmen hervor: „Viele Unternehmen im Land pflegen bereits eine kooperative Zusammenarbeit mit ihren Beschäftigten und eine familienfreundliche Personalpolitik. Sie bieten konkrete Maßnahmen, etwa flexible Arbeitszeit- und Arbeitsortmodelle oder Job-Sharing und Top-Sharing an, damit Frauen ihren Arbeitszeitumfang auch während der Familienphase hoch halten können. Ein großes Potenzial sehe ich allerdings noch bei der betrieblichen Kinderbetreuung. Solche Betriebsangebote sind eine Win-Win-Situation für beide Seiten. Sie steigern die Attraktivität eines Unternehmens vor allem bei jungen Frauen, Eltern und Alleinerziehenden mit Kindern und sie sichern und binden zugleich die Fachkräfte an den Betrieb“, so die Ministerin.

Verbesserungen der Rahmenbedingungen durch den Bundesgesetzgeber

Frauen tragen – das ist allgemein bekannt – die Hauptlast der familiären Aufgaben. Wenn sie ihr Arbeitsvolumen aus einer Teilzeitbeschäftigung heraus erhöhen, muss sich das auch in den Alltag integrieren lassen. „Gerade in der Flexibilisierung der Arbeitszeit liegt für mich ein wichtiger Schlüssel, der Frauen eine Erhöhung der wöchentlichen Arbeitszeit erleichtern könnte“, ist Hoffmeister-Kraut überzeugt. Deshalb setze sie sich weiterhin unter anderem über den Bundesrat für dieses Thema ein.

Landeszentrale für politische Bildung BW: Internationaler Frauentag am 8. März 2025

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