Gewalt gegen Frauen

Gewaltambulanz Stuttgart erfolgreich angenommen

Mehr als 300 Betroffene von sexuellem Missbrauch, sexuellen Übergriffen oder Nötigungen bis hin zu Vergewaltigungen haben in den letzten elf Monaten Hilfe in der Gewaltambulanz Stuttgart erhalten.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Schild der Gewaltambulanz Stuttgart an Wand im Klinikum Stuttgart.

Nach der Eröffnung der Gewaltambulanz Stuttgart im November 2023 zieht Staatssekretärin Dr. Ute Leidig anlässlich des Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen am 25. November 2024 eine positive Bilanz. Mehr als 300 Betroffene von sexuellem Missbrauch, sexuellen Übergriffen oder Nötigungen bis hin zu Vergewaltigungen haben innerhalb der letzten elf Monate den Weg in die Gewaltambulanz Stuttgart gefunden und dort Hilfe und Unterstützung erhalten. Unter den Opfern befinden sich überwiegend erwachsene Frauen, aber auch Personen anderen Geschlechts sowie Kinder und Jugendliche. 

Nach der erfolgreichen Einrichtung von Gewaltambulanzen an den Universitätskliniken in Heidelberg, Freiburg und Ulm ist auch die Gewaltambulanz in der Landeshauptstadt eine wichtige Anlaufstelle für Betroffene. Die Landesregierung fördert die vier Gewaltambulanzen mit fast einer Million Euro jährlich.

Beweise sichern ohne vorherige Strafanzeige

„Mit der landesweit inzwischen vierten Gewaltambulanz hat die Landesregierung ein Angebot geschaffen, das Betroffenen von Gewalttaten eine gerichtsfeste Beweissicherung ermöglicht, ohne vorherige Strafanzeige. Betroffene können dann in Ruhe entscheiden, ob sie Anzeige erstatten wollen, ohne dass die Beweise für die Tat verloren gehen“, sagte Staatssekretärin Dr. Ute Leidig. „Die große Nachfrage zeigt, wie wichtig das Angebot ist, die Spuren einer Gewalttat unabhängig von einem Strafverfahren sichern zu lassen. Es zeigt jedoch auch: Gewalt gegen Frauen findet mitten unter uns statt. Dieses gesamtgesellschaftliche Problem müssen wir entschieden angehen. Die Landesregierung bekennt sich klar und deutlich gegen Gewalt an Frauen“, so Leidig weiter.

Die Gewaltambulanz befindet sich am Klinikum Stuttgart direkt neben der Notaufnahme und wird durch das Institut für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Heidelberg betrieben. Hier können Gewaltopfer kostenlos Spuren in Körpersekreten und anderen Stoffen sicherstellen und aufbewahren lassen. Außerdem werden Verletzungen dokumentiert. Erstattet ein Opfer nachträglich Strafanzeige bei der Polizei, können die gesicherten Spuren im Strafverfahren durch die Gewaltambulanz ausgewertet werden. Die Möglichkeit, Spuren einer Gewalttat zunächst sichern zu lassen, ist ein großer Fortschritt für Gewaltopfer. Die Gewissheit, dass im Falle einer späteren Anzeigenerstattung gerichtsfeste Beweise vorliegen, stärkt den Opferschutz im Großraum Stuttgart nachhaltig.

Finanzierung der Gewaltambulanzen im Land

Bisher hat das Land die Errichtung und den Betrieb der Gewaltambulanz Stuttgart mit rund einer halben Million Euro gefördert. Die Förderung aller vier Gewaltambulanzen in Heidelberg, Freiburg, Ulm und Stuttgart soll mit fast einer Million Euro jährlich fortgesetzt werden. Die Landesregierung kommt damit dem internationalen Übereinkommen zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt, der sogenannten Istanbul-Konvention, nach.

Veranstaltungshinweis: Das Land unterstützt außerdem die Fachtagung „Neue Angebote der medizinischen Unterstützung bei Häuslicher Gewalt“ der Stuttgarter Ordnungspartnerschaft gegen häusliche Gewalt (STOP) am 27. November 2024 ab 10 Uhr im Rathaus Stuttgart. Veranstaltet wird die Tagung von der Abteilung für Chancengleichheit der Stadt Stuttgart mit Unterstützung des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg. Es werden unter anderem die Arbeit, Erfahrungen und Ziele der Gewaltambulanz Stuttgart vorgestellt.

Weitere Meldungen

Wasser läuft aus einem Wasserhahn in ein Glas.
Masterplan Wasserversorgung

Beirat für sichere Wasserversorgung gegründet

von links nach rechts: Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Georg Kräusslich, Präsident der Heidelberger Akademie der Wissenschaften; Prof. Dr. Irena Kogan, Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung; Prof. Dr. Largus Angenent, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Tübingen; Wissenschaftsministerin Petra Olschowski und Prof. Dr. Robert Zeiser, Medizinische Fakultät der Universität Freiburg
Forschung

Landesforschungspreise 2026 in Stuttgart verliehen

Ein Arzt hält in einem Behandlungszimmer in seiner Praxis in Deizisau im Landkreis Esslingen ein Stethoskop in der Hand, mit der anderen Hand bedient er eine Computertastatur. (Bild: dpa)
Gesundheitsreform

Nachbesserungen bei Kranken­versicherung-Reform gefordert

Wasser läuft aus einem Wasserhahn in ein Glas.
Bodenverunreinigungen

1,2 Millionen Euro für PFAS-Forschung

Das Bild ist in vier orangefarbene Kacheln unterteilt. Jede Kachel beinhaltet eine Empfehlung zum Umgang mit großer Hitze. Kachel eins: In der Mittagshitze Schatten aufsuchen und große Anstrengungen möglichst meiden. Kachel zwei: Ausreichend trinken, zum Beispiel Wasser oder Saftschorle. Koffein und Alkohol meiden. Kachel drei: Leichte Baumwollkleidung in hellen Farben tragen. Sonnenbrille und Mütze oder Hut aufsetzen. Kachel vier: Auf Menschen achten, die die Empfehlungen nicht selbst umsetzen können und ihnen helfen. Im Zentrum des Bildes ist ein Kreis in dem eine Sonne strahlt. Ein Thermometer zeigt eine Temperatur von 40 Grad Celsius.
Gesundheitsschutz

Wenn Hitze zur Gesundheitsgefahr wird

Eine Mitarbeiterin eines Pharmahändlers bestückt in Stuttgart-Münster in Baden-Württemberg eine Kommissioniermaschine.
Wirtschaft

Investitionen in Pharmaindustrie wandern ab

Promotionsfahrzeug Mehr Leben im Eigenheim
Wohnraumoffensive

Online-Dialog zu „Mehr Leben im Eigenheim“ am 25. Juni

Organspendeausweis
Organspende

Zahl der Organspenden im Land steigt leicht

Eine asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) sitzt auf einem Finger und sticht zu.
Gesundheitsschutz

Stechmückensaison hat begonnen

Abgebildet ist das Logo zum Förderprogramm "Inklusionstaler". In einem Kreis finden sich viele kleine Punkte in allen Farben. Auf halber Höhe steht rechts der Schriftzug "Inklusionstaler" in weiß auf blauem Grund.
Menschen mit Behinderung

Land fördert Teilhabe von Menschen mit Behinderungen

Eine Frau befestigt einen „Rauchen-Verboten“-Aufkleber an einer Scheibe (Bild: © dpa).
Nichtraucherschutz

Neue Regeln für Raucherinnen und Raucher vom 1. Juni an

Logo und Schriftzug der „Agentur für Arbeit“ an einem Gebäude.
Arbeitsmarkt

Moderate Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt

Logo von Start up BW
Start-up BW

OSORA medical im Landesfinale des „Start-up BW Elevator Pitch“

Teilnehmende der Jugend- und Familienministerkonferenz 2026 sitzen mit Blick auf mehrere kreisförmig angeordnete Bildschirme an einem großen Konferenztisch.
Jugend und Familie

Land setzt Schwerpunkte für gesellschaftlichen Zusammenhalt

Ein Thermometer zeigt fast 36 Grad Celsius an.
Gesundheitsschutz

Temperaturanstieg und hohe UV-Strahlung am Pfingstwochenende