Wasserwirtschaft

Gewässer zwischen Trockenheit und Hochwasser

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Wenig Wasser fließt in der Unteren Argen an der Autobahn 96 zwischen Wangen im Allgäu und Amtzell.

Der Klimawandel stellt die Wasserwirtschaft in Baden-Württemberg vor große Herausforderungen. Das Umweltministerium beteiligt sich an mehreren Projekten, um die Auswirkungen zunehmender Hitzeperioden und heftiger Starkregenereignisse auf die Wasserwirtschaft zu untersuchen.

„Die Herausforderung, unsere Wasserwirtschaft robust und langfristig an die Folgen des Klimawandels anzupassen, ist riesig. Es sind große Anstrengungen nötig, um auf der einen Seite Trockenheit und Dürre und auf der anderen Seite Starkregen und Hochwasser managen zu können“, sagte Umweltminister Franz Untersteller anlässlich des Webforums zum Klimawandel der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA).

Land unterstützt Projekte und Kommunen

Wasser als Nahrungsmittel, als Lebensraum und als Wirtschaftsfaktor sei vom Klimawandel in besonderem Maß betroffen und bedroht, führte Untersteller aus. Der Klimawandel führe verstärkt zu Nutzungskonflikten, etwa zwischen der Landwirtschaft und der Trinkwasserversorgung. So führe beim lebenswichtigen Trinkwasser der Klimawandel durch die dadurch verursachten trockenen Sommer bereits jetzt vereinzelt zu zeitweisen Versorgungsengpässen. Die Wasserwirtschaft im Süden Deutschlands habe deshalb schon sehr früh auf die Anzeichen des Klimawandels reagiert, betonte der Umweltminister. So arbeite Baden-Württemberg bereits seit über 20 Jahren im Projekt „Klimaveränderung und Konsequenzen für die Wasserwirtschaft“ (KLIWA) mit. Gemeinsam mit Bayern, Rheinland-Pfalz und dem Deutschen Wetterdienst befasse man sich darin intensiv mit den möglichen Auswirkungen der Klimaveränderung auf den Wasserhaushalt und die Ökologie der Flussgebiete.

Eine besondere Rolle bei der Klimaanpassung wies Untersteller auf dem Webforum den Kommunen zu: „Kommunen stehen besonders in der Verantwortung die Klimaanpassung voranzutreiben. Zentrale Aufgaben der Daseinsvorsorge wie beispielsweise die öffentliche Trinkwasserversorgung, die Abwasserentsorgung oder der präventive Hochwasserschutz liegen in ihrer Zuständigkeit. Als Schlüsselakteure bei der Entwicklung von Anpassungsmaßnahmen werden Kommunen vom Land unterstützt.“ In Baden-Württemberg erhalten Städte und Gemeinden beispielsweise vom Land einen Zuschuss von 70 Prozent der Kosten zur Erstellung kommunaler Starkregengefahrenkarten mit nachfolgender Risikoanalyse und darauf aufbauendem Handlungskonzept. Auch Maßnahmen zur Strukturverbesserung der Wasserversorgung werden als Anpassungsmaßnahme an den Klimawandel gefördert.

Land stellt Masterplan Wasserversorgung auf

Mit dem Masterplan Wasserversorgung, für den derzeit die Daten erhoben werden, unterstützt das Land zudem die Kommunen, ihre Wasserversorgung vor dem Hintergrund des Klimawandels zukunftssicher aufzustellen, damit die Bevölkerung auch weiterhin mit Trinkwasser von guter Qualität und ausreichender Menge versorgt werden kann. Darüber hinaus hat das Land das Forschungsprogramm „Klimawandel und modellhafte Anpassung in Baden-Württemberg“ (KLIMOPASS) aufgelegt, das insbesondere Kommunen, aber auch kommunale Unternehmen beim Einstieg in die Anpassung an den Klimawandel und bei der Umsetzung konkreter Anpassungsmaßnahmen unterstützt.

Das LAWA-Webforum zum Klimawandel wird von der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser (Ausschuss Klimawandel) zusammen mit dem Umweltministerium ausgerichtet. 2018 hatte die Umweltministerkonferenz die Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser gebeten, den ständigen LAWA-Ausschuss Klimawandel einzurichten, um die Anpassungsstrategien des Bundes und der Länder im Bereich Wasserwirtschaft besser miteinander abzustimmen.

Umweltministerium: Webforum 2020 und Klimawandelforum 2021 der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser

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