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Forstfachleute diskutieren über neue Konzepte zur Klimaanpassung der Wälder

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Wanderer gehen bei Reichelsheim durch den herbstlichen Odenwald (Hessen).

Im Rahmen eines Wald-Praxistages im Enzkreis haben Forstfachleute mit Verbänden im Wald über neue Konzepte zur Klimaanpassung der Wälder diskutiert. Diese sind notwendig, da der Forstbestand durch die Folgen des Klimawandels bedroht wird. Zum Schutz der Wälder soll zudem der Austausch mit weiteren Waldakteuren im Rahmen der Waldstrategie 2050 weiter ausgebaut werden.

„Die Folgen des Klimawandels bedrohen den Fortbestand unserer Wälder. Dabei brauchen wir sie gerade mehr denn je. Ihr Kohlenstoffdioxid-Speichereffekt trägt entscheidend dazu bei, unsere Klimaschutzziele zu erreichen und dem Klimawandel wirksam zu begegnen. Unsere Forstleute und Waldbesitzer benötigen vor allem jetzt eine Orientierungshilfe, wie sie ihre Wälder möglichst rasch und krisensicher an den Klimawandel anpassen können. Denn nur wenn wir Wald bewirtschaften, können wir ihn schneller an die fortschreitende Klimaveränderung anpassen und seine vielen Funktionen für die Gesellschaft erhalten“, sagte Peter Hauk, Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, am 6. Oktober 2022 im Rahmen eines Wald-Praxistages mit Forstexperten im Enzkreis.

Dafür müsse man die Konzepte laufend an neue Erkenntnisse aus Praxis und Forschung anpassen, um flexibel auf Auswirkungen der Umweltveränderungen reagieren zu können. Zudem betonte Minister Peter Hauk: „Die Forstwirtschaft hat seit der Erfindung der Nachhaltigkeit vor dreihundert Jahren sehr erfolgreich aus den Erfahrungen gelernt und daraufhin die Waldbewirtschaftung laufend optimiert. Heute reicht jedoch allein der Blick zurück nicht mehr aus, wenn wir uns auf die Herausforderungen des Klimawandels bestmöglich vorbereiten möchten. Wir müssen gezielt und mit Hilfe wissenschaftlicher Modelle mögliche Klimaszenarien und deren Auswirkungen auf die Waldstandorte ermitteln und daraufhin permanent das Waldmanagement anpassen.“

Gute Grundlagen und Kenntnisse zur Anpassung der Wälder

Trotz vieler Unsicherheiten über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Waldökosysteme, habe man gute Grundlagen und Kenntnisse zur optimalen Anpassung der Wälder. Zudem werde der Austausch mit weiteren Waldakteuren im Rahmen der Waldstrategie 2050 weiter ausgebaut.

Forstleute und Waldbesitzer in Baden-Württemberg orientieren sich bei der Waldbewirtschaftung unter anderem an sogenannten Waldentwicklungstypen. Das sind vereinfacht ausgedrückt Anleitungen zur Behandlung verschiedener Waldtypen in Baden-Württemberg. Wald ist nicht gleich Wald, er unterscheidet sich zum Beispiel je nach Örtlichkeit, vorkommenden Baumarten und weiteren Merkmalen sowie Zielen der Waldbesitzer.

Diese Behandlungsprogramme werden derzeit in Bezug auf die Folgen des Klimawandels überarbeitet. Expertinnen und Experten aus Praxis und Wissenschaft von Landesforstverwaltung (LFV) und Forst Baden-Württemberg (ForstBW) haben nun erste Entwürfe der Programme fertiggestellt, die im Rahmen eines Praxistages den Verbänden sowie Beschäftigten von LFV und ForstBW an Beispiel-Waldbildern vorgestellt und mit ihnen diskutiert werden. „Wir führen diese Praxistage landesweit durch und stellen damit sicher, dass die Behandlungsprogramme funktionieren und von den Akteuren akzeptiert und angewendet werden, sagte Minister Peter Hauk. Die finale Richtlinie werde es bereits im kommenden Jahr geben.

Zukünftig mehr in Waldpflege investieren

„Eins zeichnet sich bereits jetzt ab: wir müssen zukünftig deutlich mehr in die Waldpflege investieren, um unsere Wälder fit für den Klimawandel zu machen. Dafür braucht es mehr denn je ausreichend und gut ausgebildetes Forstpersonal auf der Fläche sowie ausreichend finanzielle Reserven in den Forstbetrieben“, hob Minister Peter Hauk hervor.

Die Waldexpertinnen und Experten empfehlen für einen klimaresilienten Wald beispielsweise die Förderung klimaanpassungsfähiger Baumarten bereits in jungen Waldentwicklungsphasen, die aktive Anreicherung dieser Baumarten zur Erhöhung der Baumartenvielfalt und damit der Resilienz der Wälder. Zudem den Erhalt von Alt- und Totholz sowie von Habitatbaumgruppen für mehr Biodiversität.

Konzept „naturnahe Waldwirtschaft“

Die Umsetzung des Konzepts „naturnahe Waldwirtschaft“ in Baden-Württemberg in den 1990er Jahren hat bereits zu einer deutlichen Verbesserung der Klimaanpassungsfähigkeit der Wälder in Baden-Württemberg geführt und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag für den Erhalt der Biodiversität geleistet, wie die Ergebnisse der Bundeswaldinventur belegen. Sie bescheinigen dem Land einen Anteil von rund 80 Prozent mehrschichtiger Wälder und von rund 90 Prozent Mischwäldern sowie einen stetigen Anstieg von Laubwäldern und des ökologisch wertvollen Totholzes.

Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz: Waldstrategie Baden-Württemberg

Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz: Wald und Naturerlebnis

Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz: Das Blatt wenden

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