Versicherungsschutz

Fachkonferenz zur Elementar­schadensversicherung

Nur knapp die Hälfte aller Wohngebäude ist gegen Elementarschäden versichert. Mit einem gut ausgearbeiteten und rechtlich umsetzbaren bundesweiten Ansatz eines Versicherungsschutzes gegen Elementarrisiken ließe sich die Versicherungsdichte erhöhen.

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Einsatzkräfte der Feuerwehr errichten am Nonnenbach in Bad Saulgau im Ortsteil Moosheim einen Damm mit Sandsäcken gegen das Hochwasser.

„Zunehmende Extremwetterereignisse und Naturkatastrophen lassen die Kosten für Gebäudeeigentümer und die öffentlichen Haushalte erheblich ansteigen. Nur knapp die Hälfte aller Wohngebäude ist gegen Elementarschäden versichert. Die Bilder der Fluten im Ahrtal, aber auch im baden-württembergischen Braunsbach, sind uns noch immer präsent und zeigen, es kann jeden treffen. Die Zerstörung, die Verzweiflung und der materielle Schaden, den das Hochwasser angerichtet hat, waren ein bitteres Erwachen. Daher ist es richtig, dass wir uns jetzt konsequent auf die Folgen des Klimawandels einstellen, in dem wir auch unsere Schutzmechanismen anpassen. Denn im Schadensfall ist schnelle und unbürokratische Hilfe für die Betroffenen wichtig. Gleichzeitig gilt es darauf zu achten, die öffentlichen Haushalte mit Schadensersatzleistungen nicht zu überfordern. Mit einem gut ausgearbeiteten und rechtlich umsetzbaren bundesweiten Ansatz eines Versicherungsschutzes gegen Elementarrisiken ließe sich die Versicherungsdichte erhöhen, ohne die Verbraucher finanziell zu überfordern und für die Versicherungswirtschaft finanzierbar zu halten“, sagte der Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, am Donnerstag, 13. November 2025, in der Vertretung des Landes Baden-Württemberg in Berlin, anlässlich der Eröffnung der Fachkonferenz zur Elementarschadenversicherung.

Blick nach Frankreich

Ein Blick nach Frankreich zeigt, dass es bereits Lösungen gibt. „Das französische System der Elementarschadensversicherung weist eine Versicherungsdichte von etwa 98 Prozent auf und zeichnet sich durch eine überschaubar hohe Versicherungsprämie, Instrumente zur Risikoprävention und einen starken Rückversicherer aus“, sagte Minister Hauk. Auf der Fachkonferenz wurde das französische Versicherungsmodell vorgestellt und seine Übertragbarkeit auf Deutschland mit Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Politik und Verbraucherschutz diskutiert.

„Die klimatischen Veränderungen und die Folgen durch Extremwetterereignisse sind auch in Deutschland zunehmend spürbar. Die Konsequenzen können jeden von uns treffen. Auch die angespannte Lage vieler öffentlichen Haushalte erfordert ein Umdenken und einen größeren Beitrag durch private Eigenvorsorge. Vor dem Hintergrund des dynamischen Fortschreitens des Klimawandels und seiner schwerwiegenden Folgen ist es jetzt an der Zeit zu handeln und eine bundesweite Pflichtversicherung gegen Elementarschäden auf den Weg zu bringen“, betonte Minister Hauk.

Länder für bundesweite Pflichtversicherung

Die Länder sprechen sich für eine bundesweite Pflichtversicherung aus, um den Versicherungsschutz gegen Elementarrisiken zu verbessern. Sie haben bereits 2023 und 2024 im Bundesrat sowie in der Verbraucherschutzministerkonferenz (VSMK) gefordert, einen entsprechenden Gesetzesvorschlag durch die Bundesregierung zu erarbeiten. Nun hat die Elementarschadenspflichtversicherung Eingang in den Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung erhalten. Dort steht, dass die Wohngebäudeversicherung mit der Elementarschadenabsicherung im Neu- und Bestandsgeschäft gekoppelt und eine staatliche Rückversicherung geschaffen werden soll. Ein Beispiel für ein erfolgreiches System ist das französische „CatNat-System", das auf einer Kombination von Pflichtversicherung, verbraucherschützenden Formvorschriften und staatlichen Instrumenten zur Risikoprävention basiert.

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