Sicherheit

Extremwetterlagen in Baden-Württemberg

Auch in Baden-Württemberg nehmen Extremwetterlagen immer weiter zu. Deshalb bereitet das Land den Katastrophenschutz auf die Folgen von Extremwetterlagen wie Starkregen kontinuierlich vor.

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Ein Blitz schlägt in der Nähe der Grabkapelle im Stuttgarter Stadteil Rotenberg in ein.
Symbolbild

2024 war der Sommer in Baden-Württemberg geprägt durch Starkregen und Hochwasser. Während das Frühjahr 2025 bis jetzt viel zu trocken war, sorgen auch in diesem Jahr schwüle und instabile Luftmassen bis Pfingsten für extreme, teils unwetterartige Niederschläge. Innenminister Thomas Strobl sensibilisierte, umsichtig mit Blick auf diese Extremwetterereignisse zu sein.

„Wir müssen uns darauf einstellen, dass sich extreme Wetterlagen immer häufiger die Türklinke in die Hand geben. Nach einem extrem trockenen Frühjahr ist bis Pfingsten jetzt mit zum Teil extremen Unwetterlagen zu rechnen. Das weckt Erinnerungen an vergangenes Jahr, als Baden-Württemberg nach einer schlimmen Starkregenfront auf eine harte Probe gestellt wurde. Gerade in diesen Wetterlagen ist besondere Umsicht und Vorsicht gefragt. Insbesondere in Kellern, Tiefgaragen und unterirdischen Verkehrsanlagen lauern Gefahren, die man oftmals unterschätzt. Schnell einströmendes Wasser und überflutete elektrische Anlagen können schnell zur tödlichen Falle werden. Gerade die aktuell noch niedrigen Pegelstände sind dabei trügerisch: Auch die ausgetrockneten Bach- und Flussläufe können schnell anschwellen und mit voller Wucht eine Welle der Zerstörung nach sich ziehen“, so der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl. Gerade niedrige Pegelstände dürften nicht dazu verleiten, den Respekt vor dem Wasser zu verlieren.

Hilfe bei Starkregen und Hochwasser

Alle Gemeindefeuerwehren in Baden-Württemberg verfügen über technische Ausrüstungen, um bei öffentlichen Notständen, zum Beispiel nach Starkregenereignissen, Schmutzwasser aus Kellern und überfluteten Bereichen zu entfernen. Für größere Einsatzlagen ist in jedem Stadt- und Landkreis zudem mindestens ein „Zug Hochwasser“ vorgeplant, der schnell kreis- oder länderübergreifend eingesetzt werden kann. Diese „Züge Hochwasser“ können autark tätig werden und führen unter anderem mehrere Schmutzwasserpumpen mit. Soweit große Wassermengen abgepumpt werden müssen, zum Beispiel aus vollgelaufenen Tiefgaragen oder unterirdischen Verkehrsanlagen, stehen an sieben Standorten in Baden-Württemberg zudem sehr leistungsfähige Großpumpen, mit Förderströmen von bis zu 8.000 Litern pro Minute (l/min), bereit.

„Auf solche Extremwetterereignisse und die damit verbundenen Gefahren und Auswirkungen müssen wir uns in Zukunft vermehrt einstellen. Und das tun wir: Wir bereiten unseren Katastrophenschutz auf die Folgen von Extremwetterlagen wie Starkregen – freilich auch auf Vegetationsbrände – vor. Wir vernetzen uns mit den Partnern und üben das Zusammenspiel, um im Ernstfall schnellstmöglich die notwendige Hilfe leisten zu können. Vor allem bei ausgedehnten Einsatzgebieten, wie sie bei Hochwasser, Starkregen oder nach Stürmen auftreten, ist es ganz entscheidend, dass Einsatzkräfte aus verschiedenen Organisationen gut und reibungslos zusammenarbeiten. Ein wesentlicher Baustein zur Vorbereitung sind deshalb Übungen. Es gilt: üben, üben, üben“, unterstrich Innenminister Thomas Strobl.

Hochwasserübung Murr-Flut

Erst am 8. Mai 2025 fand zum Beispiel die Hochwasserübung Murr-Flut statt. Das Innen- und das Umweltministerium, die Landkreise Esslingen, Ludwigsburg und der Rems-Murr-Kreis, 17 Städte und Gemeinden, die Polizeipräsidien Aalen, Ludwigsburg und Reutlingen sowie zahlreiche weitere Fachbehörden und Beteiligte haben unter Leitung des Regierungspräsidiums Stuttgart dabei die Zusammenarbeit der Katastrophenschutz-Stäbe im Ernstfall geübt.

Zwischen dem 30. Mai und dem 3. Juni 2024 hatten Unwetter und gewaltiger Starkregen in Baden-Württemberg schwere Schäden angerichtet. Besonders schwer betroffen war beispielsweise die Gemeinde Rudersberg im Rems-Murr-Kreis. Nach extremen Starkregen rollte eine Flutwelle durch das gesamte Wieslauftal. Überflutungen und Erdrutsche waren die Folge. Zwischen 5.000 und 10.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Mit rund 25 Millionen Euro Landeshilfen und über 21,7 Millionen Euro aus zahlreichen Fachförderprogrammen hat das Land geholfen, wo es ging. Zusammen mit Bayern hat sich Baden-Württemberg auch an Europa gewandt – und so auf diesem Wege noch rund 17 Millionen Euro zusätzlich erhalten, die jetzt in den Wiederaufbau fließen.

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