Weinbau

Etablierung von Weinen aus pilzwiderstandsfähigen Rebsorten

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Ein Weingärtner zeigt in Stuttgart eine Traube der pilzwiderstandsfähigen Weinsorte VB Cal. 1-22 (Bild: © dpa)

Mit der Markteinführung des Rotwein-Cuvée „Tamino“ aus pilzwiderstandsfähigen Rebsorten am Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg bringt das Land den Ökoweinbau voran und trägt zur Reduzierung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes bei.

„Der Klimawandel und die damit einhergehenden Extremwetterlagen stellen unsere Winzerinnen und Winzer vor große Herausforderungen. Wir benötigen im ökologischen Weinbau geeignete Maßnahmen, um die Ernten zu schützen und unseren Betrieben ein auskömmliches und nachhaltiges Wirtschaften zu sichern. Mit der Einführung der Rotwein-Cuvée ‚Tamino‘ aus pilzwiderstandsfähigen Rebsorten wollen wir ein neues Kapitel im Weinbau aufschlagen, um mit unserer ökologischen Weinproduktion auf Wachstumskurs zu bleiben und den Pflanzenschutz auf ein Minimum zu reduzieren“, sagte Peter Hauk, Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, am Montag, 12. Dezember 2022, anlässlich der Markteinführung des PIWI-Rotwein-Cuvée „Tamino“ am Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg (WBI).

Seit dem Frühjahr 2021 läuft am WBI das Projekt „Etablierung von Weinen aus pilzwiderstandsfähigen Rebsorten am Markt“. Das Projekt wird im Rahmen der Umsetzung des Aktionsplans „Bio aus Baden-Württemberg“ (PDF) gefördert. „Wir wollen mit im Rahmen dieses Projektes ein Konzept entwickeln, das Weingüter, Genossenschaften und Kellereien dabei unterstützt, Weine aus pilzwiderstandsfähigen (Piwi) Sorten zu vermarkten und somit die Bedingungen für die Verbreitung der Sorten zu verbessern“, betonte Weinbauminister Hauk. 

„Mit robusten Piwi-Rebsorten, die aufgrund ihrer Genetik gegen viele Krankheiten geschützt sind, gelingt ein nachhaltiger Weinbau für zukünftige Generationen”, sagte Ernst Weinmann, einer der Projektverantwortlichen.

Fortschritte beim integrierten und ökologischen Anbau

„Pilzwiderstandsfähige Rebsorten bieten die größten Chancen, weitere Fortschritte beim integrierten oder ökologischen Anbau zu erzielen – sei es bei der Einsparung von Kohlendioxid, der Bodenschonung oder weniger Pflanzenschutzmittel“, betonte der Minister.

Als Markenname für die neue Piwi-Cuvée wurde der Begriff „Tamino“ entwickelt und geschützt. „Tamino“ meint in seiner ursprünglichen Bedeutung „Vollendung“: „Die Weine geben ein klares Versprechen für den vollendeten Genuss und leisten auch einen schmeckbaren Beitrag zu einem zukunftsfähigen Weinbau”, sagte Kolja Bitzenhofer vom Weinbauinstitut, der in dem Projekt für den Bereich Marketing zuständig ist. Eine schlüssige und griffige Story hinter der Marke, mit der sich die Kundinnen und Kunden und die Produzentinnen und Produzenten identifizieren können, sowie die Entwicklung der Markenpositionierung und die Gestaltung von Designelementen und Kommunikationsmaterialien wurden in den letzten Monaten vorangetrieben.

Trinkfreude, Exzellenz und bewusste Weinkultur

Das Konzept „Tamino“ vereint Weinproduzentinnen und -produzenten ganz unterschiedlicher Philosophie unter einer Idee und diese werde jetzt schmeckbar. In einem intensiven Abstimmungsprozess wurde ein klares Profil entwickelt, das Trinkfreude, Exzellenz und einen Beitrag zur bewussten Weinkultur verbindet. „Die ersten ‚Tamino’-Weine probieren sich vielversprechend - die machen richtig Freude“, so ein erstes Fazit von Kolja Bitzenhofer zur Erstpräsentation der Weine am 12. Dezember 2022 in Freiburg. 

Mit den Betrieben Weingut Hummel, Weingut Kuckuckshof, Bio-Weingut Maier, Weingut Andreas Dilger, Winzergenossenschaft Britzingen, Weingut Schmidt, Weingut Zähringer, Staatsweingut Freiburg, und Roter Bur Glottertäler Winzer beteiligen sich zum Start neun Winzergenossenschaften und Weingüter aus Baden und Württemberg an der Vermarktung dieser besonderen Rotwein-Cuvée aus robusten Piwi- Sorten.

Ökologischen Landbau ausdehnen und Pflanzenschutzmittel reduzieren

Das Land hat sich mit dem Biodiversitätsstärkungsgesetz zum Ziel gesetzt, landwirtschaftlichen Fläche in Baden-Württemberg, die nach den Regeln des ökologischen Landbaus bewirtschaftet werden, bis zum Jahr 2030 auf 30 bis 40 Prozent auszudehnen und 40 bis 50 Prozent weniger Pflanzenschutzmittel einzusetzen.

Dazu hat die Landesregierung mit dem weiterentwickelten Aktionsplan „Bio aus Baden-Württemberg“ einen Maßnahmenplan entwickelt, welcher die Akteure beim weiteren Ausbau der ökologischen Landwirtschaft unterstützt und den Neueinstieg erleichtert.

Für den Neueinstieg und die Beibehaltung der ökologischen Bewirtschaftung gibt es Prämien, die im Agrarumweltprogramm FAKT beantragt werden können.

Der Aktionsplan „Bio“ orientiert sich mit seinen Maßnahmen entlang der Wertschöpfungskette. Im Vordergrund stehen dabei neben der Vermarktung von Bio-Erzeugnissen und Bio-Lebensmitteln aus Baden-Württemberg eine entsprechende Verbraucherinformation. Der Mehrwert für die Umwelt und Biodiversität von regionalen Bioprodukten soll in allen Absatzkanälen sichtbar gemacht werden. Dafür braucht es das Engagement und die Innovationskraft aller Partner des Öko-Sektors. Auch hier soll das Markenkonzept „Tamino“ Unterstützung leisten.

Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz: Weinbau in Baden-Württemberg

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