Landwirtschaft

Land fördert Unterstützungsnetzwerk für Land- und Weinwirtschaft

Der Runde Tisch „Gemeinsam Verantwortung übernehmen“ soll ein Früherkennungsprogramm in der Fläche des Landes in Form eines Netzwerks etablieren. Vertrauenspersonen sollen Kontakte zu geeigneten Unterstützungsangeboten herstellen.

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Ein Mähdrescher erntet in Langenenslingen-Andelfingen ein Getreidefeld mit Wintergerste ab. (Bild: picture alliance/Thomas Warnack/dpa)
Symbolbild

„Unsere Landwirtinnen und Landwirte haben auch im abgelaufenen Jahr wieder mit viel Einsatz und harter Arbeit für eine unserer wichtigsten Lebensgrundlagen gesorgt: Gute und sichere Lebensmittel! Aus diesem Grund müssen wir alle immer wieder in Dankbarkeit innehalten und dürfen diese erbrachten Leistungen nicht als Selbstverständlichkeit betrachten. Wenn die Ansprüche in unserer Gesellschaft an Qualität, Sicherheit und Preiswertigkeit der Lebensmittel steigen oder gar zu groß werden, dürfen wir unsere Landwirtschaft nicht alleine lassen. Die Land- und Weinwirtschaft steht zudem unter dem Druck des Klima- und Strukturwandels, was die ökonomische Situation vieler landwirtschaftlicher Betriebe verschärft. Dies kann zu Spannungen und Belastungen führen, die sich bis auf das persönliche Befinden der Landwirtinnen und Landwirte und Winzerinnen und Winzer auswirken können. Damit Belastungssituationen nicht zur Überforderung und Betriebsaufgaben führen, oder noch gravierendere Folgen haben, habe ich im vergangenen Jahr den Runden Tisch ‚Gemeinsam Verantwortung übernehmen‘ ins Leben gerufen, um hier nach Unterstützungsmöglichkeiten zu suchen. Diese Suche mündet nun in eine konkrete Unterstützung“, sagte der Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk.

Am Rund Tisch „Gemeinsam Verantwortung übernehmen“ sind Vertreterinnen und Vertreter der beiden Bauernverbände, der Arbeitsgemeinschaft ökologischer Landbau, der Landfrauen, der Landjugend, des Landesverbands der im öffentlichen Dienst beschäftigten Tierärzte, der Kirchen, der Landwirtschaftlichen Sozialversicherung (SVLFG), von Bildungs- und Beratungseinrichtungen sowie der Verwaltung beteiligt. Zielsetzung des runden Tisches ist es, ein Früherkennungsprogramm in der Fläche des Landes in Form eines Netzwerks zu etablieren, das auch Vertrauenspersonen umfasst, die unmittelbare Kontakte zu geeigneten Unterstützungsangeboten herstellen können. Dieses Netzwerk soll Landwirtinnen und Landwirten beziehungsweise Winzerinnen und Winzern gezielt Hilfe und Unterstützung bieten, um bei betrieblichen, privaten oder gesundheitlichen Krisensituationen frühzeitig die erforderliche Unterstützung zu vermitteln.

Etablierung eines Netzwerks mit Vertrauenspersonen

„Ich bin überzeugt, dass über die Bündelung und Vernetzung von bereits bestehenden Angeboten sowie die Etablierung von Vertrauenspersonen mit Lotsenfunktion gezielte Hilfe und Unterstützung in herausfordernden Lebenslagen möglichst frühzeitig bereitgestellt werden kann. Daher unterstützen und fördern wir den Aufbau und die Etablierung eines solchen Netzwerks mit entsprechenden Vertrauenspersonen“, betonte Minister Hauk.

Die Vertrauenspersonen sollen von den Bauern- und Weinbauverbänden benannt werden. Unterstützt wird dies durch das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz mit der Bereitstellung finanzieller Mittel von insgesamt 350.000 Euro aus dem Strategiedialog Landwirtschaft. Die Vertrauenspersonen sollen aus dem landwirtschaftlichen Umfeld stammen, da sie das Berufsbild kennen und Lebenssituationen nachvollziehen können. Sie sollen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für Betroffene vor Ort sein und im direkten Austausch konkreten Unterstützungsbedarf identifizieren. Die Vertrauensperson soll als eine Art Lotse agieren und geeignete Unterstützungspersonen oder Einrichtungen vermitteln, welche bei der Problemlösung die erforderliche Hilfestellung bieten können. Minister Peter Hauk überreicht Ende des Jahres 2025 die entsprechenden Förderbescheide an die beiden Bauern- sowie Weinbauverbände im Land.

„Die Etablierung eines solchen Unterstützungsangebots unterstreicht auch, dass wir alle Verantwortung tragen und übernehmen müssen. Auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Verwaltung soll damit eine Möglichkeit geschaffen werden, um mit solchen herausfordernden Situationen vor Ort kompetent und verantwortungsvoll umgehen zu können. Wenn sie im Rahmen der Aufgabenerledigung eine mögliche Hilfsbedürftigkeit erkennen, stehen auch ihnen die Vertrauenspersonen zur Verfügung“, so Minister Hauk.

Flankiert werden der Runde Tisch „Gemeinsam Verantwortung übernehmen“ und die Etablierung der Vertrauenspersonen durch Schulungs- und Fortbildungsangebote in und für die Verwaltung. Darüber hinaus sollen angehende Betriebsleitungen bereits in den landwirtschaftlichen Fachschulen hinsichtlich der vielfältigen Herausforderungen im Berufsalltag sensibilisiert werden. Dazu sollen Fachschullehrpläne weiterentwickelt bzw. in Zusammenarbeit mit den Heimvolkshochschulen passgenaue Bildungsangebote konzipiert werden.

„Uns geht es darum, hinter der anspruchsvollen Arbeit unserer Landwirte und Winzer nicht nur die harten Fakten zu sehen, sondern die Menschen und die Familien in den Mittelpunkt zu stellen. Die Herausforderungen, die jeden Tag von Seiten der Politik, des Handels, der Gesellschaft an sie gestellt werden, sind groß. Wir wollen mehr Verständnis für die Arbeit auf unseren Betrieben wecken, aber auch die Betriebe sensibilisieren, dass Beratung und Unterstützung kein Zeichen von Schwäche ist. Daher wollen wir gemeinsam Verantwortung übernehmen“, unterstrich Minister Hauk.

InVerantwortung für die Landwirtschaft

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