Landwirtschaft

Ernteauftakt in Baden-Württemberg

Berechne Lesezeit
  • Teilen
v.l.n.r.: Landwirt Jürgen Maurer, Landwirtschaftsminister Peter Hauk und Christoph Spieles, Bürgermeister von Kupferzell
Landwirtschaftsminister Peter Hauk (l.) und Landwirt Jürgen Maurer (r.) beim Ernteauftakt 2020 in Kupferzell

Landwirtschaftsminister Peter Hauk hofft auf eine bessere Ernte als in den Vorjahren. Der kühle Mai und die Niederschläge im Juni haben größere Ertragseinbußen verhindert.

„Die Corona-Pandemie hat uns allen deutlich gezeigt, wie wichtig die heimische Lebensmittelproduktion ist. Die baden-württembergischen Landwirte, das Ernährungshandwerk sowie unzählige Betriebe der Ernährungswirtschaft tragen entscheidend dazu bei, dass bei uns die Lebensmittelversorgung jederzeit gewährleistet ist. Sie alle haben deshalb unseren Dank und unsere Wertschätzung verdient“, sagte Landwirtschaftsminister Peter Hauk anlässlich des offiziellen Ernteauftakts in Kupferzell-Fessbach im Hohenlohekreis.

Gute Ernten sind nicht selbstverständlich

Wie stark wir auch heute noch von den Einflüssen der Natur abhängig sind, führten uns die immer häufiger wiederkehrenden Schadensereignisse wie Hagel, Hitze, Trockenheit vor Augen. Gute Ernten seien – trotz modernster Wissenschaft und Technik – auch heute keineswegs selbstverständlich.

„Zum Glück sind in diesem Jahr bisher Naturkatastrophen ausgeblieben. Zwar war die Trockenheit im März und April problematisch. Der kühle Mai und die Niederschläge im Juni haben aber größere Ertragseinbußen verhindert. Aufgrund der ausbleibenden starken Hitze und den kühlen Nächten sind momentan keine größeren Ertragseinbußen zu verzeichnen. Wir erwarten deshalb eine leicht unterdurchschnittliche Ernte, allerdings mit großen regionalen Unterschieden“, erläuterte Minister Hauk.

Soforthilfen für die Landwirtschaft

Die Erntezeit habe nichts von ihrer ursprünglichen Bedeutung verloren. Der Landwirt wisse zwar den ewigen Zyklus von Werden und Vergehen zu nutzen. Der Erfolg dieser Arbeit bleibe aber den ganzen Sommer über ungewiss. Bei allem Fortschritt müssten wir uns immer wieder bewusst sein: Wir sind und bleiben Teil der Natur. „Die heimische Landwirtschaft ist systemrelevant für unser Land. Die Landesregierung hat deshalb keinen Moment gezögert, um mit Soforthilfen diejenigen Betriebe zu unterstützen, die durch die Corona-Pandemie in eine wirtschaftliche Schieflage gerieten“, so der Minister.

Der Vorsitzende des Bauernverbands Jürgen Maurer betont ergänzend: „Wir sehen, dass momentan die Warenströme, vor allem im Schweinebereich, wegen Corona zusammenbrechen. Hier muss alles unternommen werden, um die Absatzwege wieder in Gang zu setzen.“

Richtige Weichen auf europäischer Ebene

Wichtig sei, so Minister Hauk und Jürgen Maurer, dass auf europäischer Ebene die richtigen Weichen gestellt werden. In den kommenden Monaten wird über die Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik nach dem Jahr 2020 entschieden. Die Landesregierung setzt sich hier vehement für die Erhaltung der Direktzahlungen und eine starke zweite Säule ein, um Agrarumweltmaßnahmen sowie eine Tierhaltung, die auch zu mehr Tierwohl führt, verstärkt fördern zu können.

„Ziel und Aufgabe der Gemeinsamen Agrarpolitik in Europa muss es sein, dafür zu sorgen, dass ein fairer Ausgleich zwischen den berechtigten ökonomischen Interessen der Landwirtschaft und den ökologischen und tierethischen Erwartungen der Gesellschaft gefunden wird“, betonte der Minister. Die Landwirtschaft spiele in Baden-Württemberg eine weitaus größere Rolle, als viele glaubten. Denn unsere heimischen Landwirte produzieren nicht nur hochwertige Nahrungsmittel, sie erhalten und pflegen auch unsere vielfältige und artenreiche Landschaft. „Sie tragen damit entscheidend dazu bei, dass unsere Ländlichen Räume besonders lebenswert und auch überregional bei Touristen sehr beliebt sind“, so Minister Hauk.

Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz: Landwirtschaft

Weitere Meldungen

Europa, Deutschland, Schwarzwald
Landlicher Raum

Starke Perspektiven für den Ländlichen Raum

Der Luchs wird eingefangen, um ihn zu besendern
Forst

Luchs im Landkreis Rastatt mit Halsbandsender ausgestattet

Kabinettssitzung in der Villa Reitzenstein in Stuttgart
Landesregierung

Bericht aus dem Kabinett vom 3. März 2026

Das Bild zeigt den Raum unter einer Brücke. Links ist ein Fluss zu sehen und daneben ein Waldweg.
Straßenbrücken

Land nutzt versiegelte Flächen für Tiere und Pflanzen

Ein Landwirt pflügt ein Feld. Luftaufnahme mit einer Drohne. (Foto: Patrick Pleul / dpa)
Landwirtschaft

FIONA-Antragssaison 2026 startet

Rieslingtrauben hängen am Stock in einem Weinberg
Weinbau

Mehr Förderung und Flexibilität für den Weinbau

Ein Brennstoffzellen-Hybridbus der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) steht in Stuttgart an einer Bushaltestelle.
Elektromobilität

Land fördert 213 emissionsfreie Busse

Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
Auszeichnung

Kurt Josef Lacher erhält Bundesverdienstmedaille

Ein Mitarbeiter einer Biogasanlage von Naturenergie Glemstal befüllt die Anlage mit Biomasse.
Bioökonomie

Kommunale Wärmeversorgung mit Biogas in Weikersheim

Paradiestal 13.10.2008: auf einer Weide schauen ein Schaf und drei Ziegen neugierig in die Kamera
Naturschutz

Jetzt für Landesnaturschutzpreis 2026 bewerben

Minister Winfried Hermann mit der AMEISE des Fraunhofer-Instituts
Autonomes Fahren

Autonomes Fahren im ÖPNV macht weiter Fortschritte

Das beschauliche Dorf Hiltensweiler, ein Teilort von Tettnang, wird von der Abendsonne angestrahlt. Im Hintergrund sind der Bodensee und die Alpen zu sehen.
Ländlicher Raum

Land stärkt Ländlichen Raum mit 112,4 Millionen Euro

Stethoskop vor farbig eingefärbtem Kartenumriss von Baden-Württemberg mit Schriftzug: The Ländarzt - Werde Hausärztin oder Hausarzt in Baden-Württemberg
Gesundheitsberufe

Bis 31. März 2026 für die Landarztquote bewerben

Naturschutzgebiet Wurzacher Ried
Naturschutz

Land kauft mehr Flächen für Natur- und Klimaschutz

Kabinettssitzung in der Villa Reitzenstein in Stuttgart
Landesregierung

Bericht aus dem Kabinett vom 24. Februar 2026