Versorgungssicherheit

Energieversorgung während der Corona-Krise ist aktuell gesichert

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Ein Windrad dreht sich bei Herbolzheim vor einem Strommast. (Bild: Patrick Seeger/dpa)

Die Energieversorgung in Baden-Württemberg ist auch in der Corona-Krise gewährleistet. Die umfangreichen Notfallpläne der Netz- und Kraftwerksbetreiber funktionieren hervorragend. Auch der große Anteil der erneuerbaren Energien sichert die Stromversorgung.

Derzeit machen sich viele Menschen im Land sorgen. Um ihre Gesundheit. Um ihre Arbeit. Um ihre Kinder und Enkel. Viele Gewissheiten haben während der Corona-Krise ihre Gültigkeit verloren. Aber zumindest die Energieversorgung sei gesichert, erklärte Ministerpräsident Winfried Kretschmann: „Die Versorgungssicherheit in Baden-Württemberg ist aktuell voll gewährleistet, weil die umfangreichen Notfallpläne der Netz- und Kraftwerksbetreiber hervorragend funktionieren.“

Notfallpläne der Energieversorger funktionieren zuverlässig in der Krise

Umwelt- und Energieminister Franz Untersteller hatte zuvor im Ministerrat über die Energieversorgung informiert. „Es drohen aktuell keine Engpässe“, sagte Untersteller. Auch der große Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung sichere die Stromversorgung.

Er habe sich davon selbst in der Hauptschaltzentrale von TransnetBW in Wendlingen ein Bild machen können, fügte der Energieminister hinzu. Der Schichtbetrieb könne auch dann normal weitergeführt werden, wenn sich Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter mit Covid-19 anstecken sollten.

Untersteller fordert Senkung des Strompreises

Der Lockdown habe im Land dazu geführt, dass der Stromverbrauch drastisch abgenommen hat – sowohl beim privaten Verbrauch als auch bei den industriellen Großverbrauchern. Auch die Energienachfrage in Baden-Württemberg sei krisenbedingt eingebrochen, erläutert Untersteller. Dadurch drohe im nächsten Jahr eine paradoxe Situation am Strommarkt. „Die Stromrechnung könnte für die Menschen unter den derzeitigen Bedingungen höher werden, obwohl der Börsenpreis für Strom wegen des Nachfragerückgangs massiv gefallen ist.“

Die Gründe hierfür seien vielschichtig, erklärte Untersteller. Unter anderem liege es an der größer gewordenen Differenz zwischen Börsenstrom und gesetzlich zugesicherter Vergütung für Anlagenbetreiber erneuerbarer Energien, die ihren Strom ins Netz einspeisen. Untersteller befürchtet, dass deshalb die EEG-Umlage, mit der diese Differenz ausgeglichen wird, stark ansteigen werde und sich der Strompreis für Mittelständler und Privathaushalte entsprechend erhöht. „Das müssen wir unbedingt verhindern“, stellte der Energieminister klar. Und Kretschmann ergänzte: „Ein steigender Strompreis wäre Gift für die Konjunktur und das Wiederhochfahren nach der Krise.“

Auf Initiative Unterstellers hin haben deshalb die Energieminister der Länder am Montagabend beschlossen, dass die EEG-Umlage spürbar gesenkt werden muss. „Ich könnte mir persönlich vorstellen, die EEG-Umlage auf ein Niveau von etwa 2 Cent zu begrenzen“, sagt Untersteller. Gegenfinanziert wird dies unter anderem mit dem zum 1. Januar 2021 einzuführenden CO2-Preis.

Bund muss mehr für die Energiewende und den Klimaschutz tun

Um die Konjunktur zu stärken und dem Klimawandel entschieden entgegenzuwirken, reiche das aber nicht aus, mahnt der Umweltminister. „Der Bund muss endlich mehr für die Energiewende und den Klimaschutz tun.“ Er fordert deshalb neben der Senkung der Strompreise massive Investitionsanreize:

  • für Energieeffizienz
  • den Ausbau der Wärmenetze
  • den konsequenten Netzausbau
  • für die Entwicklung von Speicher- und Erzeugungstechnologien

„Vor allem müssen wir den 52-GW-Deckel für Photovoltaik zügig aufheben, um den Ausbau der Erneuerbaren weiter zu beschleunigen“, machte Untersteller klar. „Wir können mit einem mutigen, innovativen und klimaschonenden Konjunkturprogramm ökonomisch und ökologisch stärker aus der Corona-Krise kommen.“

Ministerpräsident Winfried Kretschmann schloss sich Unterstellers Worten an und sagte: „Klimaschutz und Energiewende können zu dem Wachstumsmotor werden, der Arbeitsplätze sichert und schafft und die Wertschöpfung erhöht.“

Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft: Energie

Aktuelle Informationen zum Coronavirus in Baden-Württemberg

Weitere Meldungen

Eine Frau befestigt einen „Rauchen-Verboten“-Aufkleber an einer Scheibe (Bild: © dpa).
Nichtraucherschutz

Neue Regeln für Raucherinnen und Raucher vom 1. Juni an

Logo von Start up BW
Start-up BW

OSORA medical im Landesfinale des „Start-up BW Elevator Pitch“

Windräder
Windenergie

Land setzt sich für Ausbau der Windenergie ein

Symbolbild: Bewohner des Mehrgenerationenhauses in Überlingen stehen auf Balkonen.
Jugend und Familie

Land setzt Schwerpunkte für gesellschaftlichen Zusammenhalt

Ein Thermometer zeigt fast 36 Grad Celsius an.
Gesundheitsschutz

Temperaturanstieg und hohe UV-Strahlung am Pfingstwochenende

IW JUNIOR Landeswettbewerb - Dorfgemeinschaftsladen
Start-up BW

Zwei Schülerfirmen beim Landeswettbewerb ausgezeichnet

Das beschauliche Dorf Hiltensweiler, ein Teilort von Tettnang, wird von der Abendsonne angestrahlt. Im Hintergrund sind der Bodensee und die Alpen zu sehen.
Ländlicher Raum

Entwicklungsprogramm Länd­licher Raum 2027 ausgeschrieben

Neu gebaute Häuser stehen hinter einer noch unbebauten Fläche eines Neubaugebiets.
Bauen

Fristen für Förderaufrufe verlängert

Ein älteres Paar wandert bei Sonnenschein auf einem Feldweg bei Fellbach zwischen zwei Rapsfeldern hindurch. (Bild: Christoph Schmidt / dpa)
Flurneuordnung

Bescheidübergaben in drei Flurneuordnungsverfahren

Dreiteilige Collage mit jeweils einem Bild der Künstler: ANICA, Faxen, Freezy Bakery (von links nach rechts)
Landesjubiläum 2027

Song zum Landesjubiläum wählen

Der neue Vorstand des 21. Landeselternbeirats; von links: Jörg Vettermann und Susanne Balzer (beide stellvertretende Vorsitzende), Stephanie Wieland (stellvertretende Kassenwartin), Vanessa Scholz (Vorsitzende), Friedhelm Biene (Kassenwart), Chrissy Bach (Schriftführerin) und Georg Beier (stv. Vorsitzender).
Schule

Neuer Vorstand des Landeselternbeirats gewählt

Ministerpräsident Cem Özdemir bei seiner Regierungserklärung im Landtag von Baden-Württemberg
Regierungserklärung

„Wir brauchen neuen Mut für eine neue Zeit“

Mitarbeiterinnen des Malteser Hilfsdienstes stehen mit Lebensmitteln vor einer Haustür.
Ehrenamt

Bewerbung für Engagement-Preis gestartet

Hunde im Tierheim. (Bild: Norbert Försterling / dpa)
Tierschutz

Land fördert Tierheim Dreherhof im Ostalbkreis

Ministerin für den Ländlichen Raum, Marion Gentges MdL
Verwaltung

Amtsübergabe im Ministerium Ländlicher Raum