Pflege

Eigenständige Heilkunde wird Teil des Pflegestudiums

Baden-Württemberg fordert vom Bund eine schnelle Verabschiedung und Umsetzung des Pflegekompetenzgesetzes.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Eine Pflegerin im Gespräch mit einem alten Mann.

Seit dem 1. Januar 2025 gelten bundesweit neue Regelungen, um hochschulisch ausgebildete Pflegefachpersonen gezielt auf heilkundliche Aufgaben vorzubereiten. Baden-Württemberg begrüßt die Professionalisierung und fordert vom Bund eine schnelle Verabschiedung und Umsetzung des Pflegekompetenzgesetzes, damit die neuen Fähigkeiten auch in der Praxis ankommen.

„Die Zeit ist reif für eine Weiterentwicklung des Pflegeberufs und die Übertragung von heilkundlichen Aufgaben an entsprechend qualifiziertes Pflegefachpersonal. In der klinischen und ambulanten Versorgung werden akademisch ausgebildete Pflegefachpersonen dringend benötigt. Sie sind nahe an den Patientinnen und Patienten und können in spezifischen Bereichen die Behandlung eigenverantwortlich übernehmen“, betonte Gesundheitsminister Manne Lucha. Wissenschaftsministerin Petra Olschowski ergänzte: „Ein starkes Studienangebot ist entscheidend für eine zukunftssichere Gesundheitsversorgung. Durch die Bereitstellung von Studienplätzen schaffen wir die notwendigen Voraussetzungen für die vertiefte wissenschaftliche Ausbildung der Pflege.“

Damit würdigen Ministerin Olschowski und Minister Lucha die Reform der hochschulischen Ausbildung nach dem Pflegeberufegesetz, die Studierende befähigt, erweiterte heilkundlichen Tätigkeiten eigenverantwortlich zu übernehmen. Dabei liegt der Fokus auf wissenschaftlich fundierten Kompetenzen wie „diabetische Stoffwechsellage“, „chronische Wunden“ und „Demenz“. Absolventinnen und Absolventen sind künftig berechtigt, in den genannten Bereichen die medizinische Versorgung eigenverantwortlich anstelle einer Ärztin oder eines Arztes vorzunehmen. So sieht es der Entwurf des Pflegekompetenzgesetzes vor, welcher bereits in der vergangenen Legislaturperiode im Bundestag intensiv beraten wurde und auf breite Zustimmung stößt.

Pflegestudium: attraktiv, vergütet und zukunftsweisend

Olschowski und Lucha ermutigen dazu, das Studium in der Pflege als Chance zu nutzen. Es bietet Zugang zu einem vielfältigen Berufsfeld mit großen Entwicklungspotenzialen und interessanten Karrieremöglichkeiten. Alle Studierenden erhalten zudem eine Vergütung, die den Lebensunterhalt sichern kann.

Die akademische Pflegeausbildung qualifiziert insbesondere dazu,

  • Pflegeprozesse für Patientinnen und Patienten mit hochkomplexem Pflegebedarf auf der Grundlage wissenschaftsbasierter Entscheidungen zu gestalten,
  • komplexe Versorgungssituationen effizient und sicher zu steuern und an innovativen Versorgungskonzepten mitzuarbeiten,
  • Forschungsergebnisse praxisnah umzusetzen und eigene Fragestellungen zu entwickeln.

Für die Pflege bedeuten diese neuen Bestimmungen einen wichtigen, aber auch überfälligen Schub an Professionalisierung. Die Gesundheitsversorgung werde gestärkt und das Wissen der Pflege könne endlich umfassend genutzt werden – wie international längst üblich. Deshalb sei das angebahnte Pflegekompetenzgesetz als notwendige Fortsetzung zur neuen akademischen Ausbildung so wichtig, stellte Minister Lucha klar. Der zwischen CDU, CSU und SPD für die 21. Legislaturperiode geschlossene Koalitionsvertrag räumt dem Pflegekompetenzgesetz hohe Priorität ein; es soll kurzfristig auf den Weg gebracht werden. „Diese Zielsetzung ist sehr zu begrüßen, denn es ist schon viel zu viel Zeit vertan worden. Pflegefachpersonen können bereits jetzt schon deutlich mehr Verantwortung übernehmen, als sie derzeit dürfen“, fügte Lucha hinzu.

Die Voraussetzungen dafür seien längst da, betonte Wissenschaftsministerin Petra Olschowski: „Mit unserem Studienangebot sind wir im Land gut aufgestellt, um den wachsenden Bedarf an akademisch qualifizierten Pflegefachpersonen zu begegnen.“ Von 2032 an sollen bundesweit nur noch primärqualifizierende Studiengänge in der Pflege angeboten werden. Baden-Württemberg unterstütze diesen Akademisierungsprozess konsequent und wird die bundesgesetzlichen Vorgaben zur Umstellung fristgerecht und qualitätsorientiert umsetzen, hob Olschowski hervor und betont: „Wer in Baden-Württemberg ein Bachelorstudium in der Pflege/Pflegewissenschaft absolviert, erhält nicht nur einen akademischen Abschluss, sondern auch die Berufsbezeichnung ,Pflegefachfrau BSc‘, ,Pflegefachmann BSc‘ beziehungsweise ,Pflegefachperson BSc‘ – und hat darüber hinaus die Möglichkeit, einen Masterabschluss oder eine Promotion anzuschließen.“

Studienstandorte in Baden-Württemberg

Bachelorstudium

Ein Bachelorstudium der Pflege/Pflegewissenschaft ist an folgenden Hochschulen möglich:

Masterstudium

Ein Masterstudium der Pflegewissenschaft wird an folgenden Hochschulen angeboten:

Weitere Meldungen

Eine auf Demenzkranke spezialisierte Pflegerin begleitet eine ältere Frau.
Innovationsprogramm Pflege

2,5 Millionen Euro für die Tagespflege

AzubiCardBW
Ausbildung

AzubiCard für Auszubildende im ersten Lehrjahr

Symbolbild Quantencomputer
Forschung

Neuer Wettbewerb zu Quantentechnologien

Eine Hebamme führt eine Ultraschalluntersuchung an einer Schwangeren durch.
Gesundheit

Land fördert drei weitere Lokale Gesundheitszentren

Logo Netzwerkkonferenz Baukultur 2026
Baukultur

Netzwerkkonferenz Baukultur in Stuttgart

Digitalfunk BOS
Polizei

Polizei rettet Leben

von links nach rechts: Prüfungsausschussvorsitzender Gerhard Grams, Till Brückel, Markus Hellebrand, Felicia Rix, Vera Kozel und Marius Gißler
Vermessung

Vermessungsreferendare legen Große Staatsprüfung erfolgreich ab

Eine Gruppe von Menschen fährt Achterbahn in einem Erlebnispark.
Familie

Neue Vergünstigungen beim Landesfamilienpass

Ashumi Shroff
Außenwirtschaft

Baden-Württemberg eröffnet neues Auslandsbüro in Mumbai

Eine Ärztin und eine Therapeutin sitzen mit einem medizinischen Stethoskop am Tisch und machen mit einem Laptop und einem Mobiltelefon medizinische Notizen.
Gesundheit

Bundesweit einzigartiges KI-Reallabor für Gesundheits­versorgung startet

Eine Laborantin untersucht Lebensmittel im Chemischen- und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart. (Foto: © dpa)
Verbraucherschutz

Jahresbericht der amtlichen Lebensmittelüberwachung

Eine Person nimmt einen Telefonhörer ab.
Schule

Gefahr der Zwangsverheiratung in den Sommerferien

Blick in ein Klassenzimmer, in dem Schülerinnen und Schüler an Tischen sitzen. Eine Lehrerin steht neben einem der Tische.
Schule

Höhere Anmeldezahlen bei weiterführenden Schulen

Symbolbild zur Künstlichen Intelligenz mit einem Prozessor und dem Schriftzug "AI Artificial Intelligence Technology"
Technologie

Chipindustrie-Ökosystem in Baden-Württemberg wächst

Ein Logo des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT).
Wissenschaft und Forschung

KIT wird Forschungshub für Fusionstechnologie