Polizei

Bundesweit erste Polizeirabbiner in ihr Amt eingeführt

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Minister Strobl und die beiden ersten Polizeirabbiner der Polizei Baden-Württemberg stehen für ein Foto zusammen.
Innenminister Thomas Strobl (Mitte) und die beiden ersten Polizeirabbiner bei der Polizei Baden-Württemberg bei ihrer offiziellen Amtseinführung am 23. August 2021.

Bei der Polizei Baden-Württemberg wurden die bundesweit ersten Polizeirabbiner in ihr Amt eingeführt. Bereits seit Jahresbeginn wirken die Polizeirabbiner bei der polizeilichen Ausbildung mit. Das ist ein wichtiges Zeichen für kulturelle Vielfalt, Offenheit und Toleranz der Polizei Baden-Württemberg.

„Das Jahr 2021 ist für Deutschland und die jüdische Gemeinschaft wahrlich ein Festjahr, denn seit 1.700 Jahren leben nachweislich Jüdinnen und Juden auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands. Das Judentum ist fester Bestandteil der deutschen Geschichte und Gegenwart. Jüdinnen und Juden sind in Deutschland zu Hause. Es ist ein großer Vertrauensbeweis und ein Grund für besondere Dankbarkeit, dass das jüdische Leben nach dem abscheulichen Menschheitsverbrechen der Shoah in Deutschland erneut eine Heimat gefunden hat, hier aufblüht und unsere Gesellschaft bereichert. Mit der heutigen offiziellen Amtseinführung der bundesweit ersten Polizeirabbiner, Moshe Flomenmann und Shneur Trebnik, festigen wir das gegenseitige Vertrauen und Tragen das Wissen über die jüdische Kultur in die Polizei hinein“, sagte der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl bei der Amtseinführung der Polizeirabbiner.

Wichtiger Beitrag zur interkulturellen Kompetenz in der Polizei

Bereits seit Jahresbeginn wirken die Polizeirabbiner bei der polizeilichen Ausbildung mit. Im Rahmen des Unterrichtsprojekts „Jüdisches Leben in Deutschland“ vermitteln sie angehenden Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten Wissen über die Vielfalt des jüdischen Lebens in Deutschland und leisten einen wichtigen Beitrag zur interkulturellen Kompetenz und Wertekultur innerhalb der Polizei Baden-Württemberg.

Der Amtseinführung schloss sich ein Podiumsgespräch mit Innenminister Thomas Strobl, dem stellvertretenden Landespolizeipräsidenten Dietrich Moser von Filseck, den beiden Polizeirabbinern Moshe Flomenmann und Shneur Trebnik, Landespolizeidekan Bernhard Metz sowie Polizeimeisteranwärterin Aileen Mavi an. Im Blickpunkt standen hier das „Jüdische Leben und die Wertekultur in der Polizeiausbildung“.

Verständnis und Vertrauen über gemeinsamen Dialog stärken

„Es bereitet mir große Freude, den Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten in Ausbildung die jüdische Geschichte, das Gefühl des Judentums sowie den Alltag jüdischer Menschen durch den persönlichen Kontakt näher zu bringen. Zudem bin ich froh, eine Vertrauens- und Ansprechperson der Polizei zu sein“, so Landesrabbiner Moshe Flomenmann: „Das bislang entgegengebrachte Interesse der Polizeischülerinnen und Polizeischüler am Judentum hat mich positiv überrascht und sehr erfreut. Nur über einen gemeinsamen Dialog können wir das Verständnis füreinander und das Vertrauen aufeinander weiter stärken.“

Auch Rabbiner Shneur Trebnik bewertet das Unterrichtsprojekt „Jüdisches Leben in Baden-Württemberg“ als vollen Erfolg: „Neben der Vermittlung des heutigen jüdischen Lebens wirken wir als Polizeirabbiner im Bedarfsfall auch bei der psychosozialen Betreuung im Rahmen von polizeilichen Einsatzgeschehen von Beschäftigten der Polizei und deren Angehörigen mit. Hierzu ist es wichtig, die interkulturellen Kompetenzen innerhalb der Polizei weiterzuentwickeln, damit wir als Ansprech- und Vertrauenspersonen auch beispielsweise am Sabbat, dem jüdischen Feier- und Ruhetag, an dem keine Arbeit verrichtet werden soll, der Polizei mit Rat und Beistand zur Verfügung stehen können. Die Kommunikation mit der Polizei hatte zuletzt beim feigen Brandanschlag auf die Synagoge in Ulm am 5. Juni 2021, am Sabbat, reibungslos funktioniert.“

Schutz jüdischer Menschen bleibt besondere Verantwortung

Die Amtseinführung der Polizeirabbiner wurde durch die Ausstellung der Stiftung Weltethos „Weltreligionen – Weltfrieden – Weltethos“ im Foyer des Innenministeriums Baden-Württemberg abgerundet. Die Ausstellung stellt Religionen in ihrer Verschiedenheit dar, verdeutlichte Gemeinsamkeiten im Hinblick auf ethische Fragestellungen und förderte letztlich interkulturelle Kompetenz.

„Der Schutz jüdischer Menschen in Deutschland ist und bleibt unsere besondere Verantwortung. Die Polizei in Baden-Württemberg arbeitet als Hüterin unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung jeden Tag mit aller Kraft daran, dass Menschen jeglicher Glaubensrichtungen in unserem schönen Land sicher leben können. Das jüdische Leben in Deutschland wird sich nicht nur in diesem Festjahr, sondern auch in den kommenden Jahren vielfältig und lebendig weiterentwickeln und unsere Gesellschaft bereichern. Ich bin stolz darauf, dass unsere Polizei einen Beitrag hierzu leisten kann“, so Innenminister Thomas Strobl abschließend.

Ministerium des Inneren, für Digitalisierung und Kommunen – Mediathek: Bilder zum Herunterladen

Weitere Meldungen

Collage aus zwei Fotos: Teilnehmende der GFMK 2026 stehen als Gruppe auf einer Treppe, Foto von Baden-Württembergs Sozialminister Oliver Hildenbrand mit Abstimmungsschild für Baden-Württemberg in der erhobenen Hand.
Gleichstellung

Impulse für Demokratie, Gewaltschutz und Integration

Europa, Deutschland, Schwarzwald
Ländlicher Raum

Kabinettsausschuss Ländlicher Raum 2026-2031 eingesetzt

Symbolbild: Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. (Bild: picture alliance/Uli Deck/dpa)
Demokratie

Bundesverfassungsrichterin besucht Schule in Leimen

Abschiebung nach Afghanistan – Letzter Straftäter der Gruppenvergewaltigung in Illerkirchberg wird abgeführt
Migration

Zwölf Straftäter nach Afghanistan abgeschoben

Innenminister Manuel Hagel (links) und Kapitän zur See Michael Giss, Kommandeur des Landeskommandos der Bundeswehr Baden-Württemberg (rechts)
Bundeswehr

Hagel trifft Kommandeur des Lan­deskommandos der Bundeswehr

Landestreffen der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland in Baden-Württemberg
Heimat

Treffen und Tagung der Russlanddeutschen

Justizminister Moritz Oppelt (rechts) auf der Justizministerkonferenz
Justiz

Reform der Politikerbeleidigung gefordert

von links nach rechts: Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Georg Kräusslich, Präsident der Heidelberger Akademie der Wissenschaften; Prof. Dr. Irena Kogan, Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung; Prof. Dr. Largus Angenent, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Tübingen; Wissenschaftsministerin Petra Olschowski und Prof. Dr. Robert Zeiser, Medizinische Fakultät der Universität Freiburg
Forschung

Landesforschungspreise 2026 verliehen

Landgericht Ulm
Justiz

Richterin aus Baden-Württemberg zur Bundesrichterin gewählt

Innenminister Manuel Hagel (Mitte) besucht das Reutlinger Umspannwerk, in dem es in der Nacht gebrannt hatte.
Stromausfall

Ermittlungen nach Brand in Reutlinger Umspannwerk

Ministerpräsident Cem Özdemir spricht während des BMDS-Akademiegesprächs „Staatsmodernisierung mit Wirkung“.
Staatsmodernisierung

Schulterschluss für weniger Bürokratie

Bevölkerungsschutztag 2026
Bevölkerungsschutz

Land richtet bundesweiten Bevölkerungsschutztag aus

Das Bild ist in vier orangefarbene Kacheln unterteilt. Jede Kachel beinhaltet eine Empfehlung zum Umgang mit großer Hitze. Kachel eins: In der Mittagshitze Schatten aufsuchen und große Anstrengungen möglichst meiden. Kachel zwei: Ausreichend trinken, zum Beispiel Wasser oder Saftschorle. Koffein und Alkohol meiden. Kachel drei: Leichte Baumwollkleidung in hellen Farben tragen. Sonnenbrille und Mütze oder Hut aufsetzen. Kachel vier: Auf Menschen achten, die die Empfehlungen nicht selbst umsetzen können und ihnen helfen. Im Zentrum des Bildes ist ein Kreis in dem eine Sonne strahlt. Ein Thermometer zeigt eine Temperatur von 40 Grad Celsius.
Gesundheitsschutz

Wenn Hitze zur Gesundheitsgefahr wird

Promotionsfahrzeug Mehr Leben im Eigenheim
Wohnraumoffensive

Online-Dialog zu „Mehr Leben im Eigenheim“ am 25. Juni

Abgebildet ist das Logo zum Förderprogramm "Inklusionstaler". In einem Kreis finden sich viele kleine Punkte in allen Farben. Auf halber Höhe steht rechts der Schriftzug "Inklusionstaler" in weiß auf blauem Grund.
Menschen mit Behinderung

Land fördert Teilhabe von Menschen mit Behinderungen