Polizei

Bodycams und Spuckschutzhauben in Heilbronn übergeben

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Polizisten des Polizeipräsidiums Heilbronn präsentieren die neu eingeführten Spuckschutzhauben. (Foto: © Innenministerium baden-Württemberg)

Innenminister Thomas Strobl übergab Bodycams an das Polizeipräsidium Heilbronn und überreichte darüber hinaus die landesweit ersten Spuckschutzhauben für die Polizei. Bis zum Sommer 2019 sollen alle Polizeipräsidien im Land mit der Bodycam ausgestattet sein.

„Die Menschen in Uniform halten tagtäglich für unsere Sicherheit den Kopf hin, und dafür haben sie Respekt und Anerkennung verdient. Ich sehe es als eine meiner wichtigsten Aufgaben an, unsere Polizeibeamtinnen und -beamten bestmöglich vor Übergriffen zu schützen – Gewalt gegen Polizistinnen und Polizisten ist schlicht und einfach nicht hinnehmbar“, so der Stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl in Heilbronn anlässlich der Übergabe der Bodycam an die Polizei Heilbronn.

Polizeibeamte bestmöglich vor Übergriffen zu schützen

Die Fallzahlen der Gewalt gegen Polizeibeamte bewegen sich seit Jahren auf einem deutlich zu hohen Niveau. Nach einem moderaten Rückgang der Anzahl strafbarer Handlungen im Jahr 2017 um 1,5 Prozent auf 4.330 Fälle (2016: 4.394 Fälle), war für das Jahr 2018 ein deutlicher Anstieg der Fallzahlen um rund zehn Prozent auf 4.767 Fälle zu verzeichnen. Damit setzte sich der landesweite Trend steigender Fallzahlen im Bereich Gewalt gegen Polizeibeamtinnen und -beamte nicht nur weiter fort, sondern erreichte im Jahr 2018 einen neuen traurigen Rekord.
 
Analog zum Landestrend entwickelten sich auch die Zahlen im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Heilbronn. So stiegen die Fallzahlen um 10,9 Prozent auf 223 (201) Delikte – ebenfalls ein trauriger Rekordwert. Hierbei wurden 116 Polizeibeamtinnen und -beamte leicht und sechs schwer verletzt.

„Wenn man als Vorgesetzter mit ansehen muss, dass sich seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich mit größtem Engagement ihrer Aufgabe widmen, plötzlich in der Opferrolle wiederfinden, so ist das traurig und bestürzend. Ich bin froh, dass man dieser Entwicklung auf allen Ebenen entgegenwirkt“, so der Polizeipräsident von Heilbronn, Hans Becker.

Flächendeckende Bodycam-Ausstattung bis Sommer

Bis zum Sommer 2019 sollen in Baden-Württemberg flächendeckend alle regionalen Polizeipräsidien mit der Bodycam ausgestattet sein. Das Polizeipräsidium in Heilbronn ist die fünfte Dienststelle im Land, die den Streifenbesatzungen die Geräte künftig zur Verfügung stellen kann.

Beim Termin im Heilbronner Präsidium befand sich im Gepäck des Ministers aber nicht nur die körpernah getragene Kamera, sondern auch die ersten Exemplare der neu eingeführten Spuckschutzhaube. „Gewalt gegen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte ist nicht nur der Schlag oder der Tritt, sondern zur Gewalt gehört für mich auch das Bespucken von Einsatzkräften. Man kann nur ansatzweise erahnen, wie sich Polizistinnen und Polizisten fühlen müssen, die derart ekelerregend attackiert werden. Ein probates Mittel dagegen können Spuckschutzhauben sein, die der oder dem Betroffenen übergezogen werden“, so Innenminister Thomas Strobl.

Ausstattung auf Basis eigener Bewertung

Mit dem Bespucken wird grundsätzlich der Straftatbestand der Beleidigung erfüllt und beim Hervorrufen körperlicher Auswirkungen (etwa in Form von Brechreiz) kann überdies auch der Straftatbestand einer Körperverletzung verwirklicht werden. Der jetzigen landesweiten Einführung dieser Hauben gingen umfangreiche Vorarbeiten voraus. Im Zuge einer Marktsichtung konnte leider kein Produkt den hohen einsatztaktischen, medizinischen, technischen sowie arbeitsschutzrechtlichen Anforderungen gerecht werden. Daher entwickelte das Logistikzentrum Baden-Württemberg gemeinsam mit der Polizei ein eigenes Modell, das den Dienststellen nun landesweit zur Verfügung steht. Die Spuckschutzhauben können einer Person bei Bedarf angelegt, also über den Kopf gezogen, werden, sofern die Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten mit einer Spuckattacke rechnen müssen oder bereits bespuckt wurden. In welchem Umfang eine Ausrüstung von Streifenfahrzeugen oder sogar eine persönliche Ausstattung der Einsatzkräfte erfolgen wird, können die Polizeipräsidien auf Basis eigener Bewertungen frei entscheiden.

„Ich freue mich ganz besonders, dass wir unseren Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten ab sofort mit der Spuckschutzhaube ein Einsatzmittel zur Verfügung stellen können, mit dem wir diese ekelerregenden Spuckattacken verhindern wollen. Ebenso wie die Bodycam ist die Spuckschutzmaske ein weiterer Baustein unserer Bemühungen, beim Phänomen der Gewalt gegen Polizeibeamtinnen und -beamte eine Trendwende herbeizuführen“, unterstrich Innenminister Thomas Strobl abschließend.

Weitere Meldungen

von links nach rechts: Präsidentin des Landesjustizprüfungsamts Sintje Leßner, Lukas Wörner, Dr. Fabian Haller, Paul Schwarz, stellvertretende Leiterin des Landesjustizprüfungsamtes Dr. Cornelia Iffland
Justiz

Examensfeier 2026 zum Zweiten juristischen Staatsexamen

Ein Neubaugebiet von Weissach
Grundsteuer

Baden-württembergisches Grundsteuermodell bestätigt

Von links nach rechts: Staatssekretär im Ministerium der Justiz und für Migration Siegfried Lorek, Minister der Justiz und für Migration Moritz Oppelt, Ministerialdirektorin Gerda Windey
Justiz

Gerda Windey ist neue Ministerialdirektorin

SEK Baden-Württemberg
Polizei

50 Jahre Spezialeinsatz­kommando Baden-Württemberg

Von links nach rechts: Amtschef des Ministeriums der Justiz und für Migration Elmar Steinbacher, Leiterin der JVA Mannheim Annette Hügle, Ministerin der Justiz und für Migration Marion Gentges und Leiter der Abteilung Justizvollzug Martin Finckh
Justiz

Neue Leiterin der Justizvollzugsanstalt Mannheim

Von links nach rechts: Amtschef des Ministeriums der Justiz und für Migration Elmar Steinbacher, Leitender Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Mosbach Holger Schmitt, Ministerin der Justiz und für Migration Marion Gentges
Justiz

Neuer Leiter der Staatsanwaltschaft Mosbach

Von links nach rechts: Amtschef des Ministeriums der Justiz und für Migration Elmar Steinbacher, Präsident des Landgerichts Stuttgart Till Jakob, Ministerin der Justiz und für Migration Marion Gentges und Vizepräsident des Oberlandesgerichts Stuttgart Christoph Haiß
Justiz

Neuer Präsident des Landgerichts Stuttgart

Eine Doktorandin aus Venezuela arbeitet im Labor. (Bild: © dpa)
Europäischer Sozialfonds

Mehr Frauen mit Migrationserfahrung in Arbeit

Ministerpräsident Kretschmann und Minister Strobl
Bundesrat

Strobl hält letzte Rede im Bundesrat

Eine Haltekelle der Polizei ist bei einer Kontrolle vor einem Polizeifahrzeug zu sehen. (Foto: © dpa)
Innere Sicherheit

Bilanz zum länderübergreifenden Fahndungs- und Sicherheitstag

Ein Mädchen watet durch die überschwemmte Innenstadt von Veringenstadt.
Gesellschaft

Menschen besser auf Krisen vorbereiten

Der Kommandeur der Sanitätsakademie der Bundeswehr, Generalstabsarzt Dr. Hans-Ulrich Holtherm, und Gesundheitsminister Manne Lucha sitzen nebeneinander und unterzeichnen jeweils ein Dokument.
Gesundheit

Gesundheitssystem im Land auf Krisenfälle vorbereiten

Symbolbild einer Kirche
Ländlicher Raum

Kirchliche Räume als Orte der Zukunft

von links nach rechts: Amtschef Elmar Steinbacher, Leitender Oberstaatsanwalt Tomas Orschitt, Ministerin der Justiz und für Migration Marion Gentges, Leitender Oberstaatsanwalt (sV) Dr. Florian Kienle
Justiz

Neuer Leiter der Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen

Eine Haltekelle der Polizei ist bei einer Kontrolle vor einem Polizeifahrzeug zu sehen. (Foto: © dpa)
Innere Sicherheit

Länderübergreifender Sicherheitstag am 6. Mai