Steuern

Bilanz der Steuerverwaltung für 2021

Eine Seite für die Übermittlung der Steuererklärung über das ELSTER-Online-Portal ist auf einem Computermonitor geöffnet. (Foto: © dpa)

Die Steuerverwaltung in Baden-Württemberg hat im Jahr 2021 mehr als 4,3 Millionen Einkommensteuererklärungen bearbeitet – und damit erneut mehr als in den Jahren zuvor. Die Finanzämter haben Steuereinnahmen in Höhe von insgesamt 84,6 Milliarden Euro abgewickelt.

Die baden-württembergische Steuerverwaltung hat im Jahr 2021 mehr als 4,3 Millionen Einkommensteuererklärungen bearbeitet – und damit erneut mehr als in den Jahren zuvor. In Summe haben die Finanzämter Steuereinnahmen in Höhe von 84,6 Milliarden Euro abgewickelt. Trotz der Auswirkungen der Corona-Pandemie überstiegen die Steuereinnahmen des Landes Baden-Württemberg damit sogar die Einnahmen aus dem Rekordjahr 2019 um 2,6 Milliarden Euro.

Leistungsfähigkeit erneut unter Beweis gestellt

Finanzstaatssekretärin Gisela Splett sagte: „Unsere Steuerverwaltung hat auch im zweiten Jahr der Corona-Pandemie wieder einmal ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt. Die vielen steuerlichen Hilfsprogramme sind zeitnah und unbürokratisch umgesetzt worden. Zehntausende Stundungsanträge und Anträge auf Vollstreckungsaufschub wurden bearbeitet. Gleichzeitig mussten die Finanzämter aber auch ihrer laufenden Arbeit – wie der Bearbeitung von Einkommensteuererklärungen – nachkommen. Das alles konnte nur durch das Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ein großes Maß an Flexibilität und die Digitalisierung von Prozessen bewältigt werden.“

Oberfinanzpräsident Hans-Joachim Stephan teilte mit: „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind die Zahnräder einer funktionierenden Steuerverwaltung, deshalb liegt uns die Aus- und Fortbildung besonders am Herzen. Für die derzeit 2.400 Nachwuchskräfte in Ausbildung wurde im vergangenen Jahr der Neubau für das Bildungszentrum der Steuerverwaltung in Freiburg fertiggestellt, so dass er in diesem Jahr bezogen werden kann. Zudem haben wir die Bewerberportale und die Unterrichtskonzepte modernisiert. Und auch bei der Digitalisierung haben wir weitere Fortschritte gemacht: Beispielsweise haben wir die digitale Plattform SteuerCloud@BW zur Verfügung gestellt, mit der die Finanzämter schnell und sicher Daten mit Steuerberatern und Unternehmen austauschen können.“ 

Großprojekte umgesetzt

Die Umsetzung zweier Großprojekte stand im vergangenen Jahr ebenfalls an: die Einführung des bundesweit ersten anonymen Online-Hinweisgeberportals und die Weichenstellung für die Grundsteuerreform.

Über das Hinweisgeberportal sind im vergangenen Jahr von Oktober bis Dezember 917 Anzeigen eingegangen. Wegen einer Vielzahl an unseriösen Meldungen sind die Anfangsmonate August und September in der Auswertung nicht berücksichtigt worden. Von den eingegangenen Anzeigen wurden 909 an die zuständigen Stellen für weitere Ermittlungen weitergeleitet. Andere Bundesländer denken nun ebenfalls über die Umsetzung eines solchen Portals nach.

Im Zuge der Grundsteuerreform sind in Baden-Württemberg insgesamt 5,6 Millionen Grundstücke neu zu bewerten, davon 4,6 Millionen im Grundvermögen und eine Million bei den land- und forstwirtschaftlichen Betrieben. Hierfür ist es nötig, dass die Eigentümerinnen und Eigentümer eine Erklärung zu ihrem Grundstück abgeben, am besten elektronisch.

Digitalisierung vorantreiben

Finanzstaatssekretärin Gisela Splett sagte: „Die Digitalisierung ist in allen Lebensbereichen angekommen. Tagtäglich haben wir damit zu tun. Auch in der Steuerverwaltung wollen wir die Digitalisierung vorantreiben. Denn sie vereinfacht und beschleunigt viele Prozesse. Unter anderem deshalb hatten wir uns ebenso wie der Bund dafür entschieden, die elektronische Abgabe der Grundsteuer-Erklärung verpflichtend zu machen. Wir sind nach wie vor der Ansicht, dass das richtig ist. Allerdings sehen wir auch, dass das Steuerportal ELSTER nicht ausreichend benutzerfreundlich ist. Das müssen wir künftig besser machen.“

Größte Steuereinnahmequelle ist die Lohnsteuer

Die größte Steuereinnahmequelle des Landes war auch im Jahr 2021 mit Abstand die Lohnsteuer: Hierüber eingenommen wurden insgesamt 36,5 Milliarden Euro (nach Abzug des Kindergeldes und Altersvorsorgezulagen). Das ist eine Steigerung von 1,6 Milliarden Euro beziehungsweise von 4,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und trotz anhaltender Pandemie einer der höchsten Werte in der Geschichte Baden-Württembergs gewesen. Gründe für den Zuwachs waren zum einen die hohe Zahl der Menschen in einem Beschäftigungsverhältnis, zum anderen die im Vergleich zu 2020 deutlich weniger in Anspruch genommene Kurzarbeit. Folglich erholten sich die durchschnittlichen Verdienste im Jahr 2021 wieder deutlich auf gut 40.820 Euro. Das waren 3,8 Prozent beziehungsweise knapp 1.500 Euro mehr als 2020.

Bei der Grunderwerbsteuer gab es ebenfalls einen Höchststand: Die Steuereinnahmen erhöhten sich im vergangenen Jahr um weitere neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 2,46 Milliarden Euro. Erklärt werden kann der Anstieg durch die hohe Zahl der Immobilienerwerbe in Verbindung mit höheren Immobilienpreisen. Das historisch niedrige Zinsniveau animierte auch 2021 zum Kauf, obwohl die Pandemie und ihre Auswirkungen auf die Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage im Vorjahr die Vermögensbildung für einen Erwerb erschwerten.

Leistungsbilanz 2021 der Oberfinanzdirektion Karlsruhe (PDF)

Weitere Meldungen

Hände von Personen und Unterlagen bei einer Besprechung an einem Tisch.
  • Entlastungsallianz

Erstes Entlastungspaket für Bürokratieabbau vorgelegt

Wort-Bild-Logo der Kampagne Start-up BW. (Bild: Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg)
  • Start up BW

„Ethitek“ im Landesfinale des Start-up-Wettbewerbs

Umweltministerin Thekla Walker (Mitte) heißt neue Klimabündnis-Unternehmen willkommen. Mit dabei Vertreterinnen und Vertreter der Unternehmen (von links): Alexander Eckstein (Eugen Hackenschuh e. K.), Philipp Tiefenbach (Dorfbäckerei Tiefenbach), Stefan Lohnert (Landesmesse Stuttgart GmbH), Hans Jürgen Kalmbach (Hansgrohe SE), Dr. Hannes Spieth (Umwelttechnik BW GmbH), Jürgen Junker (Mott Mobile System GmbH & Co. KG), Diana Alam (HUGO BOSS AG) und Ina Borkenfeld (Heidelberg Materials AG)
  • Klimaschutz

Neun neue Unternehmen im Klimabündnis

Eine Hand hält einen in augmented Reality illustrierten Kopf.
  • Digitalisierung

Weitere Förderung für Digital Hub

Ein Ausbilder erklärt in einem Techniklabor jugendlichen Auszubildenden etwas.
  • Schülerpraktika

Start der Praktikumswochen Baden-Württemberg 2024

Im Energiepark Mainz ist der verdichtete grüne Wasserstoff aus einem Elektrolyseur in Tanks gelagert.
  • Wasserstoff

Land fördert regionale Wasserstoffkonzepte

Das beschauliche Dorf Hiltensweiler, ein Teilort von Tettnang, wird von der Abendsonne angestrahlt. Im Hintergrund sind der Bodensee und die Alpen zu sehen.
  • Ländlicher Raum

Positionspapier zur Weiterent­wicklung des EFRE überreicht

Ein Stempel mit der Aufschrift "Bürokratie" liegt auf Papieren.
  • Bürokratieabbau

Aufruf zur Meldung bürokratischer Belastungen

Ein Pfleger eines Pflegeheims schiebt eine Bewohnerin mit einem Rollstuhl.
  • Gesundheits- und Pflegeberufe

Fachkräfteoffensive für mehr Pflegekräfte aus dem Ausland

Baden-Württemberg und die Vereinigten Arabischen Emirate vereinbaren Zusammenarbeit in Energie- und Wirtschaftsfragen (von links): Energieministerin Thekla Walker, Minister für Industrie und Fortschrittstechnologien der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Dr. Sultan Ahmed al Jaber, und Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut
  • Klimaschutz

Zusammenarbeit mit den Ver­einigten Arabischen Emiraten

Symbolbild: Ländlicher Raum. (Bild: Elke Lehnert / Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz)
  • Ländlicher Raum

Online-Konsultation zur künf­tigen Ausrichtung von EFRE

Logo des Dr.-Rudolf-Eberle-Preises: Der Stauferlöwe in einem gelben Kreis steht vor dem Schriftzug „INNOVATION BW – Innovationspreis Baden-Württemberg – Dr.-Rudolf-Eberle-Preis“ auf weißem Hintergrund
  • Innovation

Innovationspreis 2024 ausgeschrieben

Blick auf den größten Salzsee der Welt, den Salar de Uyuni, im bolivianischen Hochland.
  • Rohstoffe

Herausforderungen und Chan­cen bei der Rohstoffversorgung

Ein Auszubildender im Handwerk arbeitet am an einer Berufsschule an einer Werkbank mit Holz.
  • HANDWERK

Land fördert Deutsches Handwerksinstitut

Jurysitzung des Staatspreises Baukultur 2024
  • Baukultur

Nominierungen für den Staatspreis Baukultur 2024

Die Kabinettsmitglieder sitzen am Kabinettstisch der Villa Reitzenstein.
  • Landesregierung

Bericht aus dem Kabinett vom 6. Februar 2024

  • Umweltschutz

103 Bewerbungen für den Umweltpreis für Unternehmen

Eine Ärztin und eine Therapeutin sitzen mit einem medizinischen Stethoskop am Tisch und machen mit einem Laptop und einem Mobiltelefon medizinische Notizen.
  • Gesundheit

Mehr Datenaustausch für bessere medizinische Versorgung

Symbolbild zur Künstlichen Intelligenz mit einem Prozessor und dem Schriftzug "AI Artificial Intelligence Technology"
  • Forschung

Drei Millionen Euro für Fortführung von Reallaboren

Simone Fischer, Beauftragte der Landesregierung für Menschen mit Behinderung, Jennifer Langer, Beauftragte der Stadt Stuttgart für die Belange von Menschen mit Behinderung, Dr. Alexandra Sußmann, Bürgermeisterin für Soziales und gesellschaftliche Integration und Jürgen Dusel, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung tauschten sich mit Beteiligten des Vorzeigemodells „inklusive Arbeitsplätze bei der Stadt Stuttgart“ aus. Gruppenbild
  • Menschen mit Behinderungen

Fischer besucht Stuttgarter Rathaus und Landesmuseum Württemberg

Gruppenbild DEHOGA CUP
  • Start-up BW

Mommies Kitchen Gang im Landesfinale des „Start-up BW Elevator Pitch 2024“

Eine Person sitzt an einem Laptop, in das Bild sind verschiedene Symbole eingeblendet.
  • Künstliche Intelligenz

Schulen testen erstmals KI-Anwendung in Moodle

Sieglinde Neyer-Bedenk
  • Verwaltung

Neue Amtsleitung bei Vermögen und Bau Konstanz

Logo Klimabündnis Baden-Württemberg
  • Klimaschutz

Klimabündnis wächst auf 50 Unternehmen

Symbolbild zur Künstlichen Intelligenz mit einem Prozessor und dem Schriftzug "AI Artificial Intelligence Technology"
  • Künstliche Intelligenz

Rund 2,4 Millionen Euro für die KI-Allianz BW