Elektromobilität

Betrieb der Lkw-Oberleitungs-Teststrecke verlängert

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Stromabnehmer auf dem Dach eines Lastwagen berührt eine Oberleitung.

Reale und vergleichbare Werte für einen klimaneutralen Güterverkehr von morgen: Oberleitungs-Lkw, ein batterieelektrischer Lkw und erneuerbare Kraftstoffe zeigen bis zum Jahresende 2024 ihre Stärken und Schwächen auf der Teststrecke eWayBW im badischen Murgtal zwischen Kuppenheim und Gernsbach-Obertsrot.

Auf Bitten der Daimler Truck AG wird für den Technologievergleich der Betrieb der Testanlage um drei Monate bis Ende 2024 verlängert. Im Rahmen dieses Technologievergleichs wird ein rein batterieelektrischer Lastkraftwagen (BEV-Lkw) des Unternehmens neben den Oberleitungs-Lkw eingesetzt. Parallel dazu kommen erneuerbare Kraftstoffe in der Werkslogistik der beteiligten ortsansässigen Papierhersteller zum Einsatz. Verkehrsminister Winfried Hermann, die beteiligten Unternehmen und Forschungsinstitute sowie das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) als Forschungsträger unterstützen die Verlängerung des Realbetriebs zur sachgerechten Durchführung des bislang einmaligen Technologievergleichs.

„Mit der Oberleitungstechnik haben wir eine Technologie, die gezeigt hat, dass sie funktioniert und ihren Beitrag zur Dekarbonisierung des schweren Nutzfahrzeugverkehrs leisten kann. Nun müssen die anderen Technologien sich unter denselben Realbedingungen behaupten. Der Technologievergleich erzeugt somit einen enormen Mehrwert!“
Verkehrsminister Winfried Hermann

Auch das zuständige Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz hält die kostenneutrale Verlängerung für sinnvoll. Vor allem die Daimler Truck AG ist sehr an einem Technologievergleich interessiert. Nachdem die Komplexität der neuen Antriebstechnologie eine Bereitstellung des eActros 600 erst im Mai 2024 zugelassen hat, hatte sich der Vorstandsvorsitzende der Daimler Truck AG, Martin Daum, an das Land mit der Bitte gewandt, den Pilotbetrieb der eWayBW-Anlage um drei Monate bis zum 31. Dezember 2024 zu verlängern, um eine sachgerechte Durchführung des Technologievergleichs sicherzustellen.

Ohne Winterbetrieb keine belastbaren Daten

Alle Antriebstechnologien werden parallel zueinander unter identischen Randbedingungen innerhalb der eWayBW-Werkslogistik eingesetzt. Um eine ausreichende Datenlage für die wissenschaftliche Begleitforschung zu bekommen, ist es zwingend erforderlich, dass dabei auch alle möglichen Umweltfaktoren berücksichtigt werden. Insbesondere der Betrieb bei niedrigen Temperaturen (Winterbetrieb) ist für eine belastbare und vollumfängliche Forschung unabdingbar. Nur so können bekannte wie unbekannte Störfaktoren der einzelnen Technologien objektiv untersucht werden. Der Technologievergleich kommt damit den Wünschen vieler nach einer Zielrichtung und vor allem realen vergleichbaren Werten für einen klimaneutralen Güterverkehr von morgen nach.

Rückbau folgt im Anschluss

Parallel zum Technologievergleich wird auch der von Anfang an vorgesehene Rückbau der Oberleitungsinfrastruktur seitens des Projektteams in Abstimmung mit dem Regierungspräsidium Karlsruhe vorbereitet und geplant. Die bisherige Planung sieht nach Abschluss des Ausschreibungsverfahrens bis spätestens Jahresende einen zeitnahen Rückbau nach Ende des Realbetriebs voraussichtlich vom ersten Quartal 2025 an vor. Der genaue Zeitplan soll bis spätestens zu den Sommerferien mit den örtlichen kommunalen Partnern abgestimmt werden.

eWayBW

Das Pilotprojekt eWayBW ist eines von drei vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz geförderten Pilotprojekte in Deutschland zur Erforschung der eHighway-Technologie. Im Rahmen einer dreijährigen Pilotphase wird der Betrieb elektrischer Oberleitungs-Hybrid-Lkw auf einer ausgewählten öffentlichen Teststrecke auf der Bundesstraße 462 in der Nähe von Rastatt untersucht. In jeder Fahrtrichtung sind zwei Abschnitte mit Oberleitungen (circa 2,6 Kilometer und circa 0,75 Kilometer) elektrifiziert. Die Fahrzeuge werden von zwei Speditionen im 24/7-Shuttlebetrieb in einer bestehenden Werkslogistik von zwei Papierherstellern eingesetzt. Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet.

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