Steuern

Landesgrundsteuergesetz in Parlament eingebracht

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Steuern Landesgrundsteuergesetz in Parlament eingebracht

Finanzministerin Edith Sitzmann hat den Entwurf des Landesgrundsteuergesetzes in den Landtag eingebracht. Das Bodenwertmodell basiert dabei im Wesentlichen auf zwei Kriterien: der Grundstücksfläche und dem Bodenrichtwert.

Finanzministerin Edith Sitzmann hat den Entwurf des Landesgrundsteuergesetzes ins Parlament eingebracht. Der Landtag berät damit für die Grundsteuer B ein eigenes Modell für Baden-Württemberg: eine Bodenwertsteuer. Mit dem Gesetz werden die Einnahmen aus der Grundsteuer, die im vollen Umfang den Kommunen zustehen, über das Jahr 2024 hinaus gesichert.

Im April 2018 hatte das Bundesverfassungsgericht die bisherige Einheitsbewertung bei der Grundsteuer für verfassungswidrig erklärt. Dem Gesetzgeber wurde eine Frist bis 31. Dezember 2019 eingeräumt, um eine Neuregelung zu treffen. Daran schließt sich eine Umsetzungsfrist bis Ende 2024 an. Ab dem 1. Januar 2025 muss die Grundsteuer nach neuem Recht erhoben werden. Der ersten Frist ist der Bundesgesetzgeber mit dem Grundsteuerreformgesetz Ende letzten Jahres nachgekommen. In die Berechnung der Grundsteuer nach dem Bundesmodell fließen der Bodenrichtwert, die Grundstücksfläche, der Gebäudetyp, die Gebäudefläche und das Gebäudealter mit ein. Mit dem Gesetzespaket zur Grundsteuer wurde auch das Grundgesetz geändert und dadurch den Ländern die Möglichkeit gegeben, vom Bundesrecht abzuweichen und eigene Landesgrundsteuergesetze zu beschließen. Diese Möglichkeit nimmt Baden-Württemberg mit dem Landesgrundsteuergesetz jetzt wahr.

„Mit dem Bodenwertmodell bringt das Finanzministerium zum ersten Mal ein eigenständiges Steuergesetz in den Landtag ein“, sagte Finanzministerin Edith Sitzmann im Landtag. „Dies ist ein historischer Tag, denn wir sind auch das erste Land, bei den ein eigenes vollumfängliches Grundsteuergesetz in das Gesetzgebungsverfahren geht.“

Modell basiert auf zwei Kriterien

Das Modell für Baden-Württemberg basiert im Wesentlichen auf zwei Kriterien: der Grundstücksfläche und dem Bodenrichtwert. „Das vorliegende Landesgrundsteuermodell ist mutig, innovativ, einfach, gerecht und transparent“, so die Ministerin „Und es ist nach Aussage von Experten verfassungskonform.“ Das Verfahren sieht vor, dass Grundstücksfläche und Bodenrichtwert miteinander multipliziert werden. Im zweiten Schritt wird darauf die im Gesetz festgelegte Steuermesszahl angewandt. Um überwiegend zu Wohnzwecken genutzte Grundstücke in Zeiten angespannter Wohnungsmärkte nicht zu verteuern, ist ein Abschlag von 30 Prozent eingeplant. „Bei unserem Modell zählt nur der Wert des Grundstücks. Damit werden unbebaute Grundstücke stärker belastet und sollen für die Wohnbebauung genutzt werden“, so Sitzmann. „Dadurch erreichen wir eine möglichst zielgenaue Förderung ohne großen bürokratischen Aufwand.“

Zustimmung der Kommunen

Das baden-württembergische Grundsteuermodell findet auch die Zustimmung der kommunalen Landesverbände. Diese hatten im Anhörungsverfahren Gelegenheit, Stellung zum Entwurf zu nehmen. „Die Einnahmen der Grundsteuer sind für die Kommunen wichtig, da sie konjunkturunabhängig sind - im Gegensatz zu den Gewerbesteuern oder den Schlüsselzuweisungen.“

Die Kommunen legen mit den Hebesätzen die konkrete Höhe der Grundsteuer fest. Sie haben es damit auch in der Hand, ob die Reform aufkommensneutral umgesetzt wird. Die kommunalen Spitzenverbände haben sich grundsätzlich zu diesem Ziel bekannt.

Pressemitteilung vom 1. Oktober 2020: Kabinett beschließt Landesgrundsteuergesetz

Finanzministerium: Fragen und Antworten zur neuen Grundsteuer

Weitere Meldungen

Blick in den Konferenzsaal anlässlich der 100. Sitzung der Europaministerkonferenz (EMK) in Berlin
Europaministerkonferenz

Bekenntnis zu einer starken und zukunftsfesten EU

Screenshot studieren in BW
Studium

Neue Website „Studieren in BW“ geht online

Eingangspavillon Wilhelma Stuttgart
Vermögen und Bau

Eröffnung des restaurierten Eingangspavillons in der Wilhelma

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut
Internationale Beziehungen

Start des EU-Mercosur-Abkommens

Regional Cup Bodensee-Oberschwaben
Start-up BW

Team KidsBox im Landesfinale des „Start-up BW Elevator Pitch“

Logo und Schriftzug der „Agentur für Arbeit“ an einem Gebäude.
Arbeitsmarkt

Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt bleibt aus

Eine Autofahrerin fährt durch einen Autobahntunnel.
Straßenverkehr

Mehr Sicherheit und moderne Technik auf der B 463

Stehender Applaus für Ministerpräsident Winfried Kretschmann
Ministerpräsident

Verabschiedung von Ministerpräsident Winfried Kretschmann

Arbeiter in einem Lager.
Tag der Arbeit

Arbeit ist Basis für Wohlstand und Zusammenhalt

Pressegespräch mit Staatsrätin Barbara Bosch (Mitte)
Bürgerbeteiligung

Zugehört – 15 Jahre Politik des Gehörtwerdens

Sozialminister Manne Lucha steht vor Publikum und spricht in Mikrofon.
Soziales

Land prämiert Ideen gegen Einsamkeit

Symbolbild zur Künstlichen Intelligenz mit einem Prozessor und dem Schriftzug "AI Artificial Intelligence Technology"
Innovation

Rund zwei Millionen Euro für Innovationen in KI und Robotik

Young Heroes
Katastrophenschutz

Austauschprogramm im Katastrophenschutz geplant

Eine Frau sitzt mit einem Laptop an einem Tisch im Homeoffice.
familyNET 4.0

Wettbewerb für moderne Unternehmenskultur geht in achte Runde

Landeskreditbank Baden-Württemberg
Jahresbilanz

L-Bank sieht hohen Bedarf an Unterstützung im Strukturwandel