Nachhaltigkeit

Kretschmann trifft Antje von Dewitz

Berechne Lesezeit
  • Teilen

Antje von Dewitz ist seit 2009 Geschäftsführerin bei VAUDE. In Tettnang am Bodensee produziert das Familienunternehmen Bergsportsausrüstung. Frau von Dewitz setzt bei der Unternehmensführung und in der Produktion auf ökologische und soziale Nachhaltigkeit. Im Gespräch mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann geht es daher auch darum, wie eine nachhaltigere Wirtschaft aussehen könnte.

In der zweiten Folge von „Kretschmann trifft“ begegnet Ministerpräsident Winfried Kretschmann der Unternehmerin und Geschäftsführerin des baden-württembergischen Unternehmens VAUDE, das in Tettnang am Bodensee, Bergsportausrüstung produziert.

Als Unternehmerin setzt Antje von Dewitz auf ökologische und soziale Nachhaltigkeit. Daher wollte sie von Ministerpräsident Kretschmann wissen, was die Politik dafür tue, um mehr Nachhaltigkeit in der Wirtschaft zu fördern. Kretschmann sieht eine Möglichkeit darin, die Verbraucherinnen und Verbraucher zu stärken. Sie müssen nachhaltige und faire Produkte nachfragen. Aufgabe der Politik sei es dabei, die Transparenz herzustellen. Als Beispiel nannte er etwa das in den Jamaika-Sondierungen verhandelte Label für Tierwohl. Letztlich sei es aber ein Zusammenspiel aller: „Wir brauchen Unternehmer, die auf die Idee kommen. Aber auch Konsumenten, die das nachfragen.“

Politik muss nachhaltiges Wirtschaften honorieren

Die Verantwortung auf den Konsumenten abzuschieben ist für Frau von Dewitz zu einseitig. Zwar spüre sie, dass mehr Kundinnen und Kunden nachhaltige Produkte nachfragen, doch der Aufwand und die Kosten seien für verantwortungsbewusste Unternehmen deutlich höher. Das jetzige Wirtschaftssystem fördere daher denjenigen, der am billigsten produziere. Hier verlangt sie mehr Engagement der Politik.

Kretschmann betonte, dass dies nur im großen Rahmen gelingen könne. „Vorschriften, die darauf gehen, müssen wir eigentlich europäisch machen. Da wir große Märkte haben, brauchen wir auch übernationale Regulierungsmechanismen.“ Das Land fördere aber nachhaltiges und verantwortungsbewusstes Wirtschaften der Unternehmen im Land, etwa mit Umweltpreisen. Auf Bundesebene sieht Ministerpräsident Kretschmann einen Hebel bei der Besteuerung. „Dass wir umweltgerechte Produkte geringer besteuern als umweltschädliche.“ Bei den Sondierungen zu Jamaika hatte man eigentlich vor, eine CO2-Steuer einzuführen. Leider seien die Verhandlungen am Ende aber gescheitert. Es dürfe nicht sein, dass nachhaltige kluge Unternehmen am Ende die Dummen sind.

Den Ländlichen Raum nicht abhängen

Als Unternehmerin im Ländlichen Raum ist die Frage nach Mobilität für Frau von Dewitz essentiell. „Wir haben wirklich Probleme mit Fernmobilität.“ Es gebe immer weniger Flüge ab Friedrichshafen und die Güterbahn fahre nur noch bis Ulm. „Wir sind wirklich abgeschnitten. Mir wird immer mehr bewusst, wie massiv benachteiligt Unternehmen in der Provinz sind. Gibt es da Pläne und Hoffnungen für die Anbindungen oder konzentriert sich alles auf die Zentren?“, war dann auch eine Frage von Frau von Dewitz an den Ministerpräsidenten. Ein Pferdefuß sei die fehlende Elektrifizierung vieler Bahnstrecken in Baden-Württemberg, machte Kretschmann deutlich. Hier brauche es deutlich mehr Anstrengungen. Für den Personenverkehr wird die Landesregierung einen Baden-Württemberg-Takt schaffen. Von fünf Uhr in der Früh bis Mitternacht soll mindestens jede Stunde ein Bus oder Zug fahren.

Auch beim Ausbau der Infrastruktur, setze die Landesregierung die Prioritäten so, dass der Ländliche Raum nicht hinten runterfällt. Auch bei der Arztversorgung, Kindergärten und Schulen habe die Landesregierung den Ländlichen Raum im Blick. Das habe in Baden-Württemberg gute Tradition, so der Ministerpräsident.

Kretschmann trifft Dodokay

Weitere Meldungen

Pressegespräch mit Staatsrätin Barbara Bosch (Mitte)
Bürgerbeteiligung

15 Jahre Politik des Gehörtwerdens – Fazit und Ausblick

Symbolbild zur Künstlichen Intelligenz mit einem Prozessor und dem Schriftzug "AI Artificial Intelligence Technology"
Innovation

Rund zwei Millionen Euro für Innovationen in KI und Robotik

Links eine gelbe Fläche mit dem Landeswappen von Baden-Württemberg und schwarzer Schrift: „Verabschiedung von Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Live ab 11 Uhr.“ Rechts sitzt Winfried Kretschmann an einem Tisch, er trägt einen dunklen Anzug, ein weißes Hemd und eine gemusterte Krawatte.
Ministerpräsident

Abschiedsveranstaltung für Ministerpräsident Winfried Kretschmann

Eine Frau sitzt mit einem Laptop an einem Tisch im Homeoffice.
familyNET 4.0

Wettbewerb für moderne Unternehmenskultur geht in achte Runde

Landeskreditbank Baden-Württemberg
Jahresbilanz

L-Bank sieht hohen Bedarf an Unterstützung im Strukturwandel

Ein Messegast lässt sich eine so genannte ORC-Anlage erläutern.
Klimaschutz

Land fördert Energiefahrpläne für Unternehmen und Einrichtungen

Richter im Landgericht Stuttgart
Justiz

Neues KI-Werkzeug für effiziente Justizverfahren

Zitterpappel
Forst

Zitterpappel bereichert Wald und Bioökonomie

Ein Bauarbeiter schaut auf ein Gebäude, das als Testobjekt aus Recyclingbeton gebaut wird.
N!BBW

Neue Termine für Workshops „Nachhaltiges Bauen“

Teilnehmende der Integrationsministerkonferenz 2026 sitzen in großer Runde an Konferenztisch, das Logo der IntMK ist auf eine große Leinwand projiziert.
Integration

Land setzt Impulse bei der Integrationsministerkonferenz

Neubau Kollegiengebäude 1, Pädagogische Hochschule Freiburg, Birk Heilmeyer und Frenzel Architekten, Stuttgart
Holzbau

Klimafreundlich Bauen mit Holz

Ein Netzwerk-Kabelstecker leuchtet in der Netzwerkzentrale einer Firma zu Kontrollzwecken rot. (Bild: picture alliance/Felix Kästle/dpa)
Sicherheit

Strobl begrüßt Einigung zur Speicherfrist von IP-Adressen

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (links) und Tadeusz Matacz (rechts) stehen vor Fahnen und präsentieren die Verleihungsurkunde.
Auszeichnung

Ehrentitel Professor an Tadeusz Matacz

Ein Mitarbeiter von Kawasaki führt bei der Industriemesse Hannover Messe am Messestand von Microsoft die Überwachung und Steuerung einer Maschine mit einer AR-Brille (Augmented Reality) vor.
Industrielle Innovation

Baden-Württemberg auf der Hannover Messe 2026

Logo von Start up BW
Start-up BW

Auswahl für Start-up BW Pre-Seed steht