Forst

Waldschäden durch Borkenkäfer

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Förster fällt Baum

Forstminister Peter Hauk hat angesichts der verstärkten Aktivität der Borkenkäfer Förster und Waldbesitzer zur regelmäßigen Kontrolle ihrer Bestände aufgerufen, um unerwünschte Waldschäden zu vermeiden.

„Ein umsichtiges Handeln der Förster und Waldbesitzer ist der beste Schutz vor unerwünschten Waldschäden durch den Borkenkäfer. Die Forstexperten der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt stellen derzeit eine verstärkte Aktivität der gefährlichen Rindenbrüter fest. Jetzt ist wieder die Zeit für eine Kontrolle gefährdeter Waldbestände“, sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk.

Trockene Witterung und die derzeit erhöhten Temperaturen würden einerseits die Abwehrkraft der Bäume schwächen und andererseits die Entwicklung der Käfer begünstigen. Die Fangzahlen in den Käfer-Überwachungsfallen hätten rasant zugenommen, die Wahrscheinlichkeit für einen Befall stehender Bäume sei demnach derzeit recht hoch.

Der Witterungsverlauf der nächsten acht Wochen sei für die weitere Entwicklung des Käfergeschehens entscheidend. Werde es heiß und trocken, drohe Gefahr.

„Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass unsere Strategie zur Bekämpfung der Borkenkäfer aufgeht. Eine saubere Waldwirtschaft ist die Grundlage für gesunde und leistungsfähige Nadelholzbestände“, erklärte der Minister. Obwohl es in den vergangenen Jahren immer wieder „käferfreundliche“ Witterungsverläufe gegeben habe, seien größere flächendeckende Schäden im Land verhindert worden. Außergewöhnliche Sturm- oder Schneebruchschäden, die oft Massenvermehrungen des Borkenkäfers nach sich zögen, hätte es in den letzten Jahren in Baden-Württemberg praktisch nicht gegeben.

Saubere Waldwirtschaft

„Unser Vorgehen zielt darauf ab, dem Käfer bruttaugliches Material zu entziehen und befallene Bäume rechtzeitig vor Ausflug der Käfer unschädlich zu machen. Aufgearbeitete Stämme werden in Absprache mit der Holzindustrie rasch aus dem Wald abgefahren oder vor Ort entrindet. Ein besonderes Augenmerk richten die Förster auf die Kontrolle von liegendem Holz und stehenden Bäumen“, sagte der Minister. Dabei lasse sich ein Käferbefall bereits im Anfangsstadium durch Bohrmehl oder Harztropfen recht gut erkennen.

„Auch Privatwaldbesitzer sollten ihre Fichtenbestände jetzt und bis in den September hinein immer wieder kontrollieren und sich in Zweifelsfällen an den für sie zuständigen Förster wenden“, sagte Hauk.

Weitere Informationen

Kennzeichen eines Käferbefalls sind:

  • braunes Bohrmehl auf der Rinde, unter Rindenschuppen, auf Spinnweben, am Stammfuß und auf der Bodenvegetation,
  • Harztröpfchen und Harzfluss am Stamm, vor allem am Kronenansatz,
  • helle Flecken, sogenannte „Spiegel“, auf der Rinde durch die Tätigkeit der Spechte, wodurch größere Rindenstücke abfallen und das helle Splintholz sichtbar wird,
  • charakteristische Fraßbilder unter der Rinde,
  • Rötung,
  • Abfall grüner oder roter Nadeln.

Kontrollieren Sie Ihre Wälder! Zu kontrollieren sind:

  • alle stehenden Fichtenbestände,
  • nach Schadereignissen, Hiebsmaßnahmen und Pflegeeingriffen liegengebliebenes, bruttaugliches Material,
  • aufgearbeitetes, in der Nähe gefährdeter Bestände lagerndes Nadelholz.

Wann und wie häufig kontrollieren?

  • Ab jetzt bis September.
  • Je nach Gefahrenlage im ein- bis zweiwöchigen Turnus.
  • Kontrollen aussetzen bei starkem Wind oder Regen, da Bohrmehl weggeweht beziehungsweise abgewaschen werden kann.

Wo soll kontrolliert werden?

  • Kontrollen gezielt im Bereich vorjähriger Befallsorte.
  • In südexponierten Lagen und an aufgerissenen Bestandesrändern.
  • An Rändern von Windwurf- und Schneebruchnestern.
  • In allen Fichtenbeständen bei entsprechender Gefahrenlage.
  • An Jungwüchsen bei der Gefährdung durch Kupferstecher.

Wie kann kontrolliert werden?

  • In älteren Beständen einzeln, das heißt Baum für Baum.
  • Befallene Bäume für den Einschlag auffällig markieren.

Nach den Kontrollen bitte reagieren! Können Sie das Holz nicht rechtzeitig aus dem Wald bringen, sind folgende Verfahren zu überlegen:

  • Hacken, oder Stämme entrinden, sofern die Käfer noch nicht entwickelt sind.
  • Zur Reduktion des Befallsrisikos ist es erforderlich, vorhandenes bruttaugliches Material (frische Fichtenkronen, Resthölzer und Reisigmatten) unverzüglich aufzuarbeiten (Hacken, Mulchen, Abfahren). Frischer Stehendbefall durch den Kupferstecher ist nicht erkennbar. Daher ist es umso notwendiger, liegendes bruttaugliches Material auf Kupferstecherbefall hin zu kontrollieren und bei Befall unverzüglich aufzuarbeiten.

Aktuelle Waldschutz-Info der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (PDF)

Borkenkäfer-Flyer (PDF)

Weitere Meldungen

Eine Frau greift nach einem Apfel aus dem Obst- und Gemüseregal eines Reformhauses. (Foto: © dpa)
Landwirtschaft

Land mit vielfältiger Bio-Qualität auf BIOFACH präsent

Ein älteres Paar wandert bei Sonnenschein auf einem Feldweg bei Fellbach zwischen zwei Rapsfeldern hindurch. (Bild: Christoph Schmidt / dpa)
Ländlicher Raum

Flurneuordnung in Furtwangen bewilligt

Firma WMB Ventilatoren GmbH in Obersontheim
Ländlicher Raum

Bewerbungsstart für „Spitze auf dem Land!“

Ländlicher Raum
Ländlicher Raum

Modernisierung Ländlicher Wege ist Zukunftssicherung

Ein Haus, dessen Grundgerüst aus Holz besteht, steht in einem Tübinger Neubaugebiet. (Bild: picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)
Holzbau

Aktualisierte Holzbau-Richtlinie stärkt Klimaschutz und Wirtschaft

Kuhweide mit Kühen
Tierschutz

Impfung hilft gegen Ausbruch der Blauzungenkrankheit

Kabinettssitzung in der Villa Reitzenstein in Stuttgart
Landesregierung

Bericht aus dem Kabinett vom 3. Februar 2026

Kisten mit Gemüse und Obst.
Verbraucherschutz

Produkte mit Qualitätszeichen gemeinsam bekannter machen

Flurneuordnung Schefflenz-Oberschefflenz
Ländlicher Raum

Flurneuordnung in Walldürn schreitet zügig voran

BaWü zu Tisch - Drei Personen sitzen an einem Tisch
Ernährung

Start der landesweiten Ernährungstage

Säue schauen durch die Absperrung eines Stalles auf einem Bauernhof. (Bild: © dpa)
Landwirtschaft

Grundstein für Schlachthof in Gärtringen gelegt

Nest der Asiatischen Hornisse
Landwirtschaft

Nestentfernung von Asiatischer Hornisse wird weiter gefördert

Gisela Splett mit Patenschaftsurkunde
Vermögen und Bau

Patenschaft für Kronenkranich in der Wilhelma

Die Strohgäubahn steht im Bahnhof von Korntal. (Foto: dpa)
Schienenverkehr

Land stärkt kommunale Nebenbahnen

Traktor auf einem Feld
Ökolandbau

Land fördert überregionale Koope­rationen der Bio-Musterregionen