Bürgerengagement

Verleihung des Scholl-Grimminger-Preises

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Minister Strobl trägt sich in das Buch der Stadt Crailsheim ein. Quelle: Stadt Crailsheim
Innenminister Thomas Strobl trägt sich in das goldene Buch der Stadt Crailsheim ein.

Anlässlich der Verleihung des Scholl-Grimminger-Preises an Ursula Mroßko und Seda Basay-Yildiz hat sich Innenminister Thomas Strobl zur Bedeutung einer wehrhaften Demokratie geäußert.

Der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl sagte: „Sophie und ihr Bruder Hans Scholl, all die anderen Mitglieder der Weißen Rose, das sind die großen Heldinnen und Helden unserer Geschichte. Im Widerstand gegen die nationalsozialistische, menschenverachtende Schreckensherrschaft haben sie Mut gezeigt. Sie haben dort Mut gezeigt, wo es einfacher gewesen wäre feige zu sein. Dafür haben sie sogar ihr eigenes Leben gegeben. Dieser außergewöhnliche Einsatz, dieses Wirken für unser aller Freiheit, den Frieden und zwischenmenschlichen Respekt, dürfen wir niemals vergessen. Die Weiße Rose ist ein Bekenntnis zu der Art und Weise, wie wir zusammen leben wollen. Auch für uns heute heißt es Aufstehen gegen Hass und Hetze, nicht wegschauen, nicht weghören – für die Freiheit, für unsere Werte, für die Würde des Menschen.

Schauen wir in diesen Tagen nach Osten, sehen wir himmelschreiendes Leid, das der russische Angriffskrieg auf die Ukraine über die Menschen gebracht hat. Manche unter uns hatten die schöne, aus heutiger Sicht naive Vorstellung, dass jedenfalls in Europa, ganz nahe bei uns, Gewalt und Krieg keine Mittel der Außenpolitik mehr sind. Der brutal-skrupellose russische Angriff, die entsetzlichen Bilder von Angriffen auf Zivilisten, die Vergewaltigungen von Frauen und Kindern führen vor Augen, dass dies alles ein Irrtum war. Dieser Krieg hat die Ordnung auf diesem Kontinent zertrümmert, die wir nach dem Ende des Kalten Krieges aufgebaut haben. Der Angriffskrieg auf die Ukraine ist nicht nur ein Angriff auf die Menschen in der Ukraine, sondern vor allem ein Angriff auf die rechtsstaatliche Demokratie, auf die Freiheit, auf die Menschenrechte, auf unsere Art zu leben. Dieser Angriffskrieg ist freilich vor allem eins: ein Ausdruck der Angst – der Angst, dass die Idee der Freiheit und der Demokratie stärker ist als eine politische Ordnung, die von Angst, Repression und Unterdrückung lebt. Damit ist dieser Angriffskrieg ein Angriff auf die Werte, für die die Weiße Rose eingestanden ist – die Weiße Rose, klein und zart und schön gegen den übermächtigen, unmenschlichen Terror. Und die Weiße Rose hat sich schließlich doch durchgesetzt und am Ende den Terror überdauert – Frieden und Freiheit in Europa, dafür stand und stehen die Weiße Rose, Sophie und die Gebrüder Scholl.

Wenn wir sehen wollen, wo das heute notwendig ist, für was die Weiße Rose steht, müssen wir freilich gar nicht so weit gehen wie zum Krieg in der Ukraine. Es gibt ein Gift, mit dem manche unsere demokratische Gemeinschaft von innen heraus zersetzen wollen: Hass und Hetze. Aus hasserfüllten Worten werden zu oft grausame Taten. Mir ist es daher ein Herzensanliegen, dass sich unsere Landesregierung entschlossen und geschlossen gegen dieses zersetzende Gift stellt. Wir müssen alle gesellschaftlichen Kräfte bündeln und deshalb haben wir den ressortübergreifenden Kabinettsausschuss ‚Entschlossen gegen Hass und Hetze‘ eingesetzt, der im November 2021 unter meiner Leitung seine Arbeit aufgenommen hat. Hass und Hetze machen Menschen Angst und Unschuldige zu Opfern. Unsere Aufgabe und Pflicht ist es, alles daran zu setzen, dies zu verhindern und die potentiellen Opfer zu schützen. Und deshalb brauchen wir eine Demokratie, die auch schützten kann, eine wehrhafte Demokratie.“

Informationen rund um die Ukraine-Krise

Weitere Meldungen

Visualisierung vom Anbau der Frauenklinik am Universitätsklinikum Tübingen Ansicht West
Vermögen und Bau

Frauenklinik am Universitäts­klinikum Tübingen wird erweitert

Verkehrsunfallbilanz 2025
Verkehrsunfallbilanz 2025

Straßenverkehr in Baden-Württemberg wird immer sicherer

Eine muslimische Einwanderin sitzt mit anderen Personen am Tisch und schaut sich während des Englischunterrichts Blätter mit Grammatikaufgaben an.
Integration

Lucha kritisiert Zulassungsstopp bei Integrationskursen

Stuttgart Neckarpark
Wohnraumoffensive

Land unterstützt Kommunen mit Bau-Turbo

Gruppenbild anlässlich der Unterzeichnung einer Absichtserklärung zur Intensivierung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Baden-Württemberg und der ukrainischen Region Lwiw
Absichtserklärung

Baden-Württemberg und Lwiw vertiefen wirtschaftliche Zusammenarbeit

Visualisierung Campus St. Alban
Innovationspreis

Zehn Preise für kirchliche Wohnprojekte

Forscher im Forschungszentrum M3 des Universitätsklinikums Tübingen
Innovation

Land fördert Digitales Innovationszentrum am Uniklinikum Freiburg

Justizministerin Marion Gentges (Vierte von links) mit dem Team des Projekts „DIE MUTMACHER“
Justiz

Begleithunde unterstützen in Strafprozessen

Ein Windrad ist auf der Holzschlägermatte bei Freiburg zu sehen.
Erneuerbare Energien

Mehr Windkraft für Baden-Württemberg

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Dritter von rechts) und der Antisemitismusbeauftragte Dr. Michael Blume (Vierter von links) mit den Vorständen der Israelitischen Religionsgemeinschaften Württembergs und Baden
Religion

Kretschmann trifft Vorstände der jüdischen Gemeinschaften

Kabinettssitzung in der Villa Reitzenstein in Stuttgart
Landesregierung

Bericht aus dem Kabinett vom 10. Februar 2026

Flur in einem Krankenhaus
Gesundheit

248 Millionen Euro für Investitionen an 20 Kliniken

Eine Frau greift nach einem Apfel aus dem Obst- und Gemüseregal eines Reformhauses. (Foto: © dpa)
Landwirtschaft

Land mit vielfältiger Bio-Qualität auf BIOFACH präsent

Ein Mann hält ein Ringbuch mit Bauplänen, mit dem Zeigefinger deutet er auf ein Baufeld
Flächenmanagement

„Flächen gewinnen durch Innenentwicklung“ wird gestärkt

Wirtschaftsministerin Dr, Nicole Hoffmeister-Kraut (Zweite von rechts) überreicht Adolf Klek (Mitte) die Staufermedaille des Landes Baden-Württemberg.
Auszeichnung

Adolf Klek mit Staufermedaille geehrt