Wirtschaft

Unternehmen auf einem guten Weg zu nachhaltigen Lieferketten

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Container werden auf einem Container-Terminal transportiert. (Foto: © dpa)

Um verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln ging es bei einer Veranstaltung in Stuttgart. Unternehmen des Landes nutzten die Gelegenheit, sich zum deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz und zu den anstehenden Trilogverhandlungen zur europäischen Lieferkettenrichtlinie auszutauschen.

Der Name des Gesetzes ist sperrig, die Idee dahinter – verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln – gut. Auch die Ebene der Europäischen Union (EU) befasst sich mit dem Thema: Die Rede ist zum einen vom deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG), zum anderen von anstehenden Trilogverhandlungen zur europäischen Lieferkettenrichtlinie. Beides stand bei der Veranstaltung am 4. April 2023 in der Reihe  „global verantwortlich Baden-Württemberg“ im Haus der Wirtschaft im Mittelpunkt. Es ging um Erfahrungen der Unternehmen im Umgang mit den anspruchsvollen Zielen der Gesetze.

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Gastgeberin der Veranstaltung, sagte: „Der EU ist es wichtig, dass die Unternehmen verantwortungsvoll handeln. Das ist nachvollziehbar. Mir ist wichtig, dass die EU dabei nicht übers Ziel hinausschießt und unsere Unternehmen nicht noch mehr belastet werden. Und vor allem sollte die EU darauf achten, ihre Gesetze und Richtlinien besser aufeinander abzustimmen. Das würde unseren Unternehmen schon sehr helfen.“

Unternehmen im Land auf einem guten Weg

Die Wirtschaftsministerin betonte, dass viele baden-württembergische Unternehmen auf einem guten Weg sind und die Einhaltung von Sorgfaltspflichten und die Implementierung von Nachhaltigkeitszielen in ihren globalen Lieferketten für richtig und wichtig halten. Jetzt komme es bei den anstehenden Trilogverhandlungen zur europäischen Lieferkettenrichtlinie darauf an, dass ein für die Unternehmen leistbarer Regulierungsrahmen beschlossen wird, der hinreichende Rechtssicherheit bietet und bislang vorgesehene zusätzliche Belastungen reduziert, so Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut.

Die Praxisreihe des Wirtschaftsministeriums „global verantwortlich Baden-Württemberg“ hat zum Ziel, den Unternehmen im Land praktisches Handlungs- und Umsetzungswissen für ein nachhaltiges Lieferkettenmanagement zu vermitteln. „Wir haben von Anfang an auf die gelebte gesellschaftliche Verantwortung unserer Unternehmen gesetzt und wollen deren Anstrengungen mit unserer Initiative konkret unterstützen“, so die Ministerin. Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut dankte den Industrie- und Handelskammern und dem Verband Unternehmer Baden-Württemberg (UBW) für ihre Unterstützung in diesem Thema.

Gut handhabbares Regelwerk muss geschaffen werden

Für Baden-Württemberg als besonders exportorientiertes Land komme es in den kommenden Monaten darauf an, dass sich flankierend zur Landesregierung auch Unternehmen, Kammern und Verbände mit ihren konkreten Erfahrungen auf Bundes- und europäischer Ebene für einen leistbaren Regulierungsrahmen einsetzen, so die Ministerin. In Richtung der Europäischen Union mahnte sie an, auf eine bessere Kohärenz ihrer nachhaltigkeitsorientierten Regulierungsinitiativen zu achten. „Aktuell gibt es einige Richtlinien wie etwa zu produktbezogenen Sorgfaltspflichten, zu kritischen Rohstoffen und Konfliktminieralien oder zum Verbot von in Zwangsarbeit hergestellten Produkten, die noch nicht oder nicht optimal mit der geplanten europäischen Lieferkettenrichtlinie abgestimmt sind. Derartige Parallelstrukturen sind gerade für kleine und mittlere Unternehmen kaum mehr zu überblicken, deshalb ist es wichtig, die Chance zu nutzen und ein für die Unternehmen gut handhabbares Regelwerk ohne zusätzliche bürokratische Belastungen zu schaffen“, so Dr, Nicole Hoffmeister-Kraut.

Mit Blick auf die internationale Verflechtung der baden-württembergischen Wirtschaft bekräftigte die Wirtschaftsministerin ihre Befürchtung, dass sich Unternehmen aufgrund der Unsicherheiten, die durch das Lieferkettengesetz entstehen, aus Entwicklungs- und Schwellenländern zurückziehen. „Auch meine jüngsten Gespräche mit Wirtschaftsvertretern in Chile, Brasilien und Südafrika haben gezeigt, dass manch gut gemeinte Regulierungsvorschrift dort vor Ort als konkretes Handelshemmnis, ja als Marktzutrittsbarriere empfunden wird.“ Daher müsse bei Verhandlungen zu bi- und multilateralen EU-Handelsabkommen auch ein Perspektivwechsel vorgenommen werden, der mit handlungsleitend sei, schlägt Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut vor.

global verantwortlich Baden-Württemberg

Weitere Meldungen

ILA 2026
Luft- und Raumfahrt

Land setzt Zeichen für Innovation und Technologie

Logo von Start up BW
Gründungsprogramm

Starthilfe für junge Unternehmen

Ein Mitarbeiter montiert im Porsche Werk in Stuttgart-Zuffenhausen eine Vorderachse mit Elektromotor. (Foto: © dpa)
Automobilindustrie

Wirtschaftsministerin fordert Anpassungen bei EU-CO₂-Regulierung

Anzeigetafel mit Abfahrtszeiten von Zügen an einem Bahnhof.
Nahverkehr

Neuer Fahrplan für Bus und Bahn

Einsatzkräfte der Feuerwehr errichten am Nonnenbach in Bad Saulgau im Ortsteil Moosheim einen Damm mit Sandsäcken gegen das Hochwasser.
Klimawandel

Land rüstet sich für Extremwasserereignisse

Regiobahn fährt auf Schienen durch eine grüne Landschaft.
Schienenverkehr

18 Millionen Euro für sichere Schieneninfrastruktur

Wasser läuft aus einem Wasserhahn in ein Glas.
Bodenverunreinigungen

1,2 Millionen Euro für PFAS-Forschung

German Expo Pavilion / Hotaka Matsumura - German Pavilion - to download, click on "high-res download"
Kreislaufwirtschaft

Expo-Ausstellung aus Osaka kommt nach Stuttgart

Ministerpräsident Cem Özdemir spricht während des BMDS-Akademiegesprächs „Staatsmodernisierung mit Wirkung“.
Staatsmodernisierung

Schulterschluss für weniger Bürokratie

Ein selbstfahrendes Auto des Forschungszentrumes Informatik fährt während der Eröffnung des "Testfelds Autonomes Fahren" in Karlsruhe mit zwei Entwicklern autonom im Straßenverkehr. (Foto: © dpa)
Autonomes Fahren

Land gestaltet Europas Testfelder für autonomes Fahren mit

Eine Mitarbeiterin eines Pharmahändlers bestückt in Stuttgart-Münster in Baden-Württemberg eine Kommissioniermaschine.
Wirtschaft

Investitionen in Pharmaindustrie wandern ab

Straßenbaustelle an der B31 im Schwarzwald (Bild: © dpa).
Verkehr

Bundesstraße 29 zwischen Urbach und Lorch saniert

Eine Frau arbeitet von zu Hause aus. (Bild: dpa)
Unternehmensgründungen

Pilotprojekt „Schneller Gründen“ gestartet

Sieger Regional Cup Südlicher Oberrhein
Start-up BW

AugRep GmbH im Landesfinale des „Start-up BW Elevator Pitch“

Sieger Regional Cup Ludwigsburg
Start-up BW

Camperr im Landesfinale des „Start-up BW Elevator Pitch“