Energiewende

Stromerzeugung durch erneuerbare Energien wächst langsam

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Ein Techniker läuft über ein Dach, auf dem eine Photovoltaik-Anlage montiert wurde. (Bild: © picture alliance/Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa)

Gegen den Bundestrend ist 2021 die regenerative Stromerzeugung in Baden-Württemberg gestiegen. Nach wie vor geht der Ausbau der Erneuerbaren aber nur langsam voran.

Die regenerative Stromerzeugung ist in Baden-Württemberg entgegen dem Bundestrend leicht gestiegen, um vier Prozent auf 18,9 Terawattstunden (TWh). Deutlich gewachsen ist nach dem pandemiebedingten Rückgang 2020 die Stromerzeugung insgesamt. Das führt dazu, dass der Anteil der erneuerbaren Energien an der Bruttostromproduktion im vergangenen Jahr von 41 auf 37 Prozent zurückgegangen ist.

Massiver Ausbau der erneuerbaren Energien notwendig

„Es geht viel zu langsam mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien voran“, sagte Energiestaatssekretär Andre Baumann am 11. Mai 2022 in Stuttgart. Die Zahlen und Fakten, die das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) zusammengestellt hat, seien unbe­friedigend, fügte Baumann hinzu: „Wir müssen die Wind- und Solarenergie im Land sehr viel kraftvoller und schneller ausbauen als bisher. Einerseits, um schädliche Treibhausgasemissionen drastisch einzusparen, damit wir unsere Klima­schutzziele erreichen können. Und andererseits, um uns aus der fossilen Energieabhängigkeit Russlands zu befreien.“ Auch aus industriepolitischer Sicht sei ein massiver Ausbau der erneuerbaren Energien im Land dringend notwendig.

Aus diesem Grund sei es sehr bedauerlich, dass im vergangenen Jahr ange­sichts der verstärkten Stromnachfrage mehr Steinkohle zur Stromerzeugung ein­gesetzt worden ist. „Wir brauchen stattdessen einen höheren Anteil der Er­neuerbaren an der Strom- und Wärmeerzeugung“, sagte Baumann. Damit mehr Anlagen für Wind und Photovoltaik im Land gebaut werden können, muss die Dauer der Genehmigungsverfahren deutlich reduziert werden. Auf allen Ebenen.

Landesregierung arbeitet an disruptiven Lösungen

Dazu beitragen soll im Land die im vergangenen Herbst eingesetzte „Task Force Erneuerbare Energien“. Baumann betonte: „Die Task Force kann aber nicht zaubern, die Ergebnisse werden erst in ein paar Jahren sichtbar sein. Wir brauchen die Wind- und Solaranlagen aber so schnell wie möglich. Deshalb arbeiten wir in der Landesregierung gerade an disruptiven Lösungen.“

Nach dem ersten Lockdown 2020 ist zudem im vergangenen Jahr der Bruttostromverbrauch von 65,8 auf 69,6 TWh gestiegen, sodass der Anteil der erneuerbaren Energien auch beim Bruttostromverbrauch von 27,6 Prozent auf 27,1 Prozent gesunken ist.

Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft: Erste Zahlen zum Stromimport, zum Anteil der Erneuerbaren im Verkehr oder zum Zubau der Solarenergie (PDF)

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