Abwasser

Phosphor-Ressourcen vor Ort nutzen

Staatssekretär Dr. Andre Baumann hat anlässlich des zehnten Phosphor-Kongresses kommunale Entscheidungsträger ermutigt, neue Anlagen zur Klärschlamm-Monoverbrennung zu errichten und dabei Phosphor-Rückgewinnung mitzudenken.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Eine Kläranlage (Symbolbild: Patrick Seeger/dpa)
Symbolbild

Phosphor-Rückgewinnung geht alle an: Phosphor ist für das Leben unverzichtbar. Es ist ein wichtiger Bestandteil aller lebenden Zellen und zugleich als Dünger notwendig, um ausreichend Nahrungsmittel für die Bevölkerung herzustellen. Doch bislang muss der lebenswichtige Rohstoff zum größten Teil immer noch importiert werden, was mit globalen Unsicherheiten und hohen Kosten verbunden ist. Deshalb muss mehr Phosphor vor Ort in Baden-Württemberg zurückgewonnen werden.

Versorgungssicherheit mit Phosphor gewährleisten

Phosphor wird vom Körper auf natürlichem Wege ausgeschieden und landet über die Abwasserentsorgung in den Kläranlagen des Landes und damit im Klärschlamm. Folglich ist dieser reich am kritischen Rohstoff Phosphor. Gleichzeitig handelt es sich bei Klärschlamm um einen permanent anfallenden, aber nicht vermeidbaren Abfall.

Mit Blick auf die wachsende Weltbevölkerung, die Abhängigkeit von wenigen Lieferländern und die zunehmende Verunreinigung von Rohphosphaten wird der Import von Phosphor immer schwieriger und krisenanfälliger. „Daher ist es für uns enorm wichtig, Phosphor wieder aus dem Klärschlamm zurückzugewinnen – es ist eine quasi nie versiegende Phosphor-Quelle. Wir könnten so bis zu 50 Prozent des in der Landwirtschaft für Dünger benötigten Phosphors gewinnen. Doch dafür benötigen wir genügend Klärschlamm-Verbrennungs- und Phosphor-Rückgewinnungsanlagen, die über die entsprechende Technologie verfügen, Phosphor zu extrahieren“, erklärt der Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, Dr. Andre Baumann. Der Knackpunkt in Baden-Württemberg liege im Aufbau einer ausreichend leistungsfähigen Infrastruktur solcher Anlagen.

Pflicht zur Rückgewinnung ab 2029

Im Rahmen des zehnten Phosphor-Kongresses Baden-Württemberg appelliert Umweltstaatsekretär Dr. Andre Baumann an die kommunalen Entscheidungsträger, neue Anlagen zur Klärschlamm-Monoverbrennung zu errichten und dabei die Phosphor-Rückgewinnung mitzudenken: „Die gesetzliche Verpflichtung von Kläranlagen-Betreibern zur Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlamm ab dem Jahr 2029 steht – es ist jetzt an der Zeit zu handeln. Doch die benötigten Anlagen können nicht von der Politik gebaut werden, sondern nur von kommunalen oder privatwirtschaftlich orientierten Vorhabensträgern.“ Der Staatssekretär ermutigt daher alle kommunalen Entscheidungsträger, sich um entsprechende Lösungen für ihre Klärschlämme zu kümmern. „Wir alle tragen täglich dazu bei, dass weiterhin Klärschlamm anfällt. Daher liegt es im Interesse aller Bürgerinnen und Bürger, dass dieser Klärschlamm richtig behandelt und ressourcenschonend verwertet wird.“ 

Baden-Württemberg braucht unweigerlich zusätzliche Kapazitäten zur Klärschlamm-Verwertung und damit neue Anlagen. „Ich begrüße ausdrücklich, dass neue Projekte auf den Weg gebracht werden und Betreiber zur Errichtung solcher Klärschlamm-Monoverbrennungs- und Phosphor-Rückgewinnungsanlagen bereit sind“, betont Baumann.

Zahlen, Daten, Fakten

  • Der Phosphor-Kongress ist bundesweit der wichtigste Fachkongress zu den Themen Klärschlamm-Entsorgung und Phosphor-Rückgewinnung.
  • Er findet am 18. und 19. November 2024 im Kursaal Bad Cannstatt in Stuttgart statt.
  • Das Umweltministerium hat mit fünf Millionen Euro aus Landesmitteln und Mitteln der Europäischen Union (EU) die (Weiter-)Entwicklung von anwendungsreifen und wirtschaftlichen Verfahren zur Phosphor-Rückgewinnung aus Klärschlamm und Klärschlammasche gefördert.

Zehnter Phosphor-Kongress Baden-Württemberg: Programm

Weitere Meldungen

Kuhweide mit Kühen
Tierseuche

Impfung gegen Blauzungen­krankheit schützt auch nach Neueinstufung erheblich

Der Ladestecker eines elektrisch betriebenen Renault ZOE (Bild:© dpa)
Mobilität

Carsharing-Förderung diesmal auch für Hybridfahrzeuge

Kaiserstuhl
Flurneuordnung

Sonderprojekt „Weinbau Mittelbaden“ abgeschlossen

Mohn- und Kornblumen blühen in einem Getreidefeld (Bild: dpa).
Artenschutz

Projekt „Natur nah dran“ wird verlängert

Ein Windrad dreht sich bei Herbolzheim vor einem Strommast.
Energieversorgung

Task Force soll Ausbau des Stromnetzes beschleunigen

Tierschutzpreis
Tierschutz

Tierschutzpreis 2027 ausgeschrieben

Eine neue Asphaltdecke wird auf einer Straße aufgebracht. (Bild: Patrick Seeger / dpa)
Straßenverkehr

Fahrbahnsanierung auf B 462 abgeschlossen

Kisten mit Gemüse und Obst.
Welternährungstag

Ernährungssouveränität bedeutet Sicherheit

Eine junge Frau wird geimpft.
Ärztliche Versorgung

Auswahlverfahren zur Landarztquote 2026 abgeschlossen

Schematische Darstellung von CCS-Prozessen zur on-shore-Speicherung (links) und off-shore-Speicherung (rechts).
Klimaschutz

Bürgerforum zur CO2-Speicherung

Logo des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“
Ländlicher Raum

29. Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ gestartet

Kuh friss Gras
Landwirtschaft

Antragstellung auf Futtermittelhilfe 2026 läuft an

Streuobst
Streuobst

Land fördert Streuobst-Projekte mit 500.000 Euro

Lang gestreckter, historisch verzierter Raum mit hohen Rundbogenfenstern, Parkettboden und einer Orgel am Ende des Saals. Moderne Sitzmöbel und Tische bilden verschiedene Arbeits- und Aufenthaltsbereiche.
Vermögen und Bau

MINT-Exzellenzgymnasium in Bad Saulgau eröffnet

Asiatische Hornisse
Landwirtschaft

Weitere 70.000 Euro zur Bekämp­fung von Asiatischer Hornisse