Kunst und Kultur

Mammut und Höhlenlöwe kommen nach Hause

Zwei bedeutende Kunstobjekte aus der Altsteinzeit – ein Mammut und ein Höhlenlöwe aus Elfenbein – sind ab sofort im Urgeschichtlichen Museum Blaubeuren zu sehen.

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Das kleine Mammut vom Vogelherd

Sie zählen zu den bedeutendsten Kunstobjekten aus der Altsteinzeit vor 40.000 Jahren. Jetzt finden ein kleines Mammut und ein Höhlenlöwe aus Elfenbein eine neue Heimat – unweit des Orts, an dem sie gefunden wurden. Die beiden eiszeitlichen Figuren werden im Rahmen einer Sonderpräsentation vom 16. Mai 2025 bis zum 1. März 2026 im Urgeschichtlichen Museum in Blaubeuren zu sehen sein. Ab dem Frühjahr 2026 wird die endgültige Ausstellungsfläche gestaltet. Dann bereichern sie die dortige Dauerausstellung zu den spektakulären Eiszeitfunden aus den Höhlen der Schwäbischen Alb.

Einzigartiges kulturelles Erbe aus den UNESCO-Welterbehöhlen

Kunststaatssekretär Arne Braun sagte: „Wir hier in Baden-Württemberg haben allen Grund, stolz auf das einzigartige kulturelle Erbe aus den UNESCO-Welterbehöhlen auf der Schwäbischen Alb zu sein. Mit der Entscheidung, Mammut und Höhlenlöwe nach Blaubeuren zu geben, haben wir eine schlüssige Lösung gefunden. Mammut und Höhlenlöwe kommen nach Hause! Die beiden außergewöhnlichen Kunstobjekte sind für die Menschen in der Fundregion zu sehen und das Urgeschichtliche Museum hat zwei weitere spektakuläre Attraktionen mehr.“

Wissen, wo die Ursprünge liegen

„Die Öffentlichkeit zeigt ein sehr großes Interesse an der Archäologie. Die Menschen möchten wissen, wo ihre Ursprünge liegen“, sagt Prof. Dr. Nicholas Conard, dessen Grabungsteam von der Universität Tübingen die Figuren entdeckt hat und der zugleich wissenschaftlicher Direktor im Blaubeurer Museum ist. „Kaum irgendwo auf der Welt lassen sich die Anfänge des Menschseins besser nachvollziehen als in den UNESCO-Welterbehöhlen mit den zahllosen Funden an geschnitzten Schmuckperlen, Flöten und eben Elfenbeinskulpturen. Das Vogelherd-Mammut – die älteste vollständig erhaltene Skulptur der Welt – vervollständigt von nun an das Bild der ästhetisch und handwerklich hochentwickelten Menschen auf der Schwäbischen Alb vor 40.000 Jahren, das wir hier im Urgeschichtlichen Museum Blaubeuren anschaulich machen.“ 

Konzept des Urgeschichtlichen Museums überzeugt

Die aus der Vogelherdhöhle im Lonetal stammenden Fundobjekte waren längere Zeit im Archäopark Niederstotzingen ausgestellt. Nach dessen Schließung Ende 2022 wurden sie im Archäologischen Landesmuseum Konstanz gezeigt. Das Urgeschichtliche Museum in Blaubeuren überzeugte im Rennen um die begehrten Kunstobjekte mit den Aspekten Vermittlungsarbeit, Anbindung an die wissenschaftliche Forschung und geografische Nähe zu den Fundorten im Ach- und Lonetal.

Höhlen seit 2017 UNESCO-Welterbe

Die Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb wurden 2017 von der UNESCO in die Welterbeliste aufgenommen. Bislang wurden dort über 50 figürliche Kunstobjekte aus Mammutelfenbein und acht Flöten aus demselben Material bzw. aus Vogelknochen gefunden. Die Mehrheit dieser Kunstobjekte bildet die Tierwelt der eiszeitlichen Landschaft ab, darunter Darstellungen von Mammut, Pferd und Fisch.

Aus Mammutelfenbein geschnitzt

Die in der Vogelherdhöhle im Lonetal gefundenen Skulpturen eines Mammuts und eines Höhlenlöwen, die vor rund 40.000 Jahren aus Mammutelfenbein geschnitzt wurden, sind Objekte von Weltrang und zählen international zu den bedeutendsten Funden der Altsteinzeit.

Entdecken – Erkennen – Erforschen

Das sind die Schlagworte, mit denen die beiden Tierfiguren in der aktuellen Schau vorgestellt werden. Die spannende Grabungsgeschichte einer der wichtigsten Fundstellen der Jüngeren Altsteinzeit in Europa wird näher betrachtet. Außerdem kommen namhafte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu Wort, die mit ihren Spezialgebieten zu Mammut und Höhlenlöwe geforscht haben. Das Ringen um die Deutung der eiszeitlichen Kunst ist eines der spannendsten Forschungsthemen der Urgeschichte und wird kontrovers diskutiert.

Vielfältige Begegnungen mit den Themen Mammut und Elfenbein ermöglicht das Jahresprogramm des Museums. Der Welterbetag am 1. Juni führt zu den Fundstellen des Welterbes und Anfang Oktober kann selbst mit Mammutelfenbein gearbeitet werden. An den Wochenenden und in den Ferien ermöglicht die Steinzeitwerkstatt viele Hands-On-Erfahrungen mit steinzeitlichen Materialien und Werkzeugen.

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