Forst

Luchskatze Elisabeth ausgewildert

Luchskatze Elisabeth ist das fünfte Tier, das im Rahmen des Projekt zur Bestandsstützung ausgewildert wurde. Mit ihr steigt die Hoffnung auf Nachwuchs und damit auf die dauerhafte Rückkehr der Luchse in den Nordschwarzwald.

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Auswilderung von Luchs Elisabeth

„Der Luchs soll wieder heimisch werden in Baden-Württemberg. Mit dem Projekt der Bestandsstützung helfen wir den Tieren, dauerhaft in ihren angestammten Lebensraum zurückzukehren. Ausgewildert werden nur gesunde, sorgfältig ausgewählte und vorbereitete Luchse. Die Auswilderung von Luchskatze Elisabeth ist etwas Besonderes. Weibliche Luchse wandern nicht sehr weit, daher ist ein Zuzug aus den Nachbarländern nicht zu erwarten. Luchskatzen sind aber eine wichtige Voraussetzung für die Begründung eines heimischen Luchsvorkommens im Nordschwarzwald. Daher freue ich mich besonders, dass wir mit der Entlassung von Elisabeth im Projekt vorankommen und den Anteil weiblicher Luchse in Baden-Württemberg erhöhen können, damit diese faszinierende Tierart den Schwarzwald wie einst wieder dauerhaft besiedeln kann“, sagte der Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, anlässlich der Auswilderung im Nordschwarzwald.

Aktuell sind elf Luchse im Schwarzwald unterwegs

Mit Elisabeth steigt die Zahl der ausgewilderten Luchse auf fünf. Zusammen mit weiteren sechs männlichen Luchsen, die in den vergangenen Jahren auf natürlichem Weg zugewandert sind, streifen insgesamt elf Luchse durch den Schwarzwald.

Luchsweibchen Elisabeth erhöht Hoffnung auf Nachwuchs

Elisabeth folgt Luchs Martin, den das Team um Projektleiterin Eva Klebelsberg von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) im Juli 2025 am selben Ort ausgewildert hatte. Schon zwei Wochen später erbeutete Martin sein erstes Reh. „Das war ein guter Start für ihn“, sagt Klebelsberg. „Für die Bestandsstützung ist Nachwuchs zentral. Für Elisabeth hoffen wir, dass sie sich ähnlich schnell und gut in ihrem neuen Streifgebiet zurechtfindet und vielleicht schon im kommenden Frühjahr für Nachwuchs sorgt“, ergänzt die Biologin. Wie alle nun insgesamt fünf Luchse, die im Rahmen des Projekts bereits ausgewildert wurden, wird Elisabeth das Luchsvorkommen im Schwarzwald und in angrenzenden Regionen genetisch wertvoll bereichern.

Elisabeth kam in Chemnitz zur Welt

Das Luchsweibchen Elisabeth kam im Mai 2024 im Tierpark Chemnitz zur Welt. Der Zoo beteiligt sich am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm der European Association of Zoos and Aquaria (EAZA) für den Karpatenluchs, die seltene Unterart des Eurasischen Luchses. Es hat das Ziel, eine genetisch vielfältige Population des Luchses zu erhalten. Der Luchsnachwuchs aus Zoologischen Einrichtungen ist wichtig, um den Genpool der Bestände in freier Wildbahn zu vergrößern und durch die Auswilderung weiblicher Tiere für Nachwuchs zu sorgen.

Ab Anfang März 2025 bis zu ihrer Auswilderung lebte Elisabeth in dem neuen Koordinationsgehege des Zoos Karlsruhe, wo sie nur minimalen Kontakt zu Menschen hatte und bestmöglich auf ihr Leben in freier Natur vorbereitet wurde.

Verhalten wird vor der Auswilderung intensiv beobachtet

„Bevor wir entscheiden, einen Luchs auszuwildern, schauen wir sein Verhalten genau an“, erklärt Eva Klebelsberg: Elisabeth zeigte die erhoffte ausgeprägte Scheu vor Mensch und Hund. Außerdem kann sie ganze Wildkörper eigenständig aufbrechen. „Ausgezeichnete Voraussetzungen für ihr zukünftiges Leben im Schwarzwald“, freut sich Klebelsberg.

Vor ihrer Auswilderung wurde Elisabeth noch einmal ausgiebig untersucht und geimpft. Anschließend besenderten die Expertinnen und Experten der FVA das Luchsweibchen mit einem Senderhalsband, um genau verfolgen zu können, wie Elisabeth ihren neuen Lebensraum nutzen wird. Das Monitoring ist daher ein wichtiges Modul innerhalb des Projekts.

Eine besonders wichtige Rolle im Monitoring der Luchse kommt auch den Jägerinnen und Jägern vor Ort zu. Sie sind Auge und Ohr im Wald und unterstützen mit ihrer Expertise und Ortskenntnis, indem sie beispielsweise Sichtungen und andere Hinweise auf Luchse melden. Außerdem geben sie ihr Wissen über den Luchs an die Bevölkerung weiter.

Weitere Stimmen zur Auswilderung

Projekt „Luchs Baden-Württemberg“

Das Projekt „Luchs Baden-Württemberg“ wird durch die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt in enger Zusammenarbeit mit dem Landesjagdverband Baden-Württemberg, dem WWF Deutschland und dem Zoo Karlsruhe im Auftrag des Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz umgesetzt. Unterstützt wird das Projekt durch die Luchs-Initiative Baden-Württemberg und die alosa Stiftung.

In einem sogenannten Koordinationsgehege, das besonders groß, naturnah und uneinsichtig ist, werden Luchse auf ihre Auswilderung vorbereitet. Seit Jahresbeginn gibt es ein solches Gehege im Tierpark Oberwald des Zoo Karlsruhe. Finanzielle Unterstützung des WWF und der Artenschutzstiftung des Zoos Karlsruhe hatten den Bau des in Baden-Württemberg einzigartigen Geheges ermöglicht.

Das Projekt wird vom Expertennetzwerk „Linking Lynx“ begleitet, dass sich mit der Erhaltung, dem Monitoring und dem Management des Karpatenluchses beschäftigt. Langfristiges Ziel ist es, eine lebensfähige Metapopulation des Karpatenluchses in Europa zu schaffen, welche sich von den Karpaten bis hin zum Jura, den Westalpen und dem Dinarischen Gebirge erstreckt..

Wildtierportal Baden-Württemberg: Projekt „Luchs Baden-Württemberg“

Wildtierportal Baden-Württemberg: Steckbrief und Biologie Luchs

Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg: FVA-Wildtierinstitut

Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg: Monitoring Luchs

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