Forst

Fünfter Fachkongress Holzbau

Beim fünften D-A-CH-Fachkongress Holzbau diskutieren Expertinnen und Experten, wie Bauen ressourcenschonend, wirtschaftlich und innovativ gestaltet werden kann. Zudem wurde der Holzbaupreis 2026 an vier Projekte verliehen.

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Holzbau
Symbolbild

„In Zeiten tiefgreifender Veränderungen gewinnt auch die Gestaltung der gebauten Umwelt weiter an Bedeutung. Wir haben die Chance, an unserer Zukunft aktiv mitzubauen und sie mit gut durchdachten Gebäuden mitzugestalten. Daher widmet sich der Fachkongress in diesem Jahr der Frage, wie Bauen nachhaltig, ressourcenschonend und wirtschaftlich neu gedacht werden kann. Denn nur wenn wir Verantwortung übernehmen, können wir die notwendige Veränderung gewinnbringend und zukunftsorientiert gestalten“, sagte der Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, anlässlich des fünften Fachkongress Holzbau in Friedrichshafen im Bodenseekreis unter dem Motto: „Drei Länder, eine Mission: Holzbau – wirtschaftsstark und regional“.

Zusammenarbeit und Innovation als Wegbereiter und Treiber

„Die Bodenseeregion im Dreiländereck Deutschland–Österreich–Schweiz steht für einen vitalen Austausch des Clusters Forst und Holz, insbesondere der Akteure im Holzbau. Hier schaffen Netzwerke aus Kommunen, Unternehmen und Forschung gute Bedingungen für Innovationen. Angesichts des steigenden Bedarfs an Wohnraum und Infrastruktur bei wachsendem Ressourcen- und Anpassungsdruck an den Klimawandel steht die Branche vor einer doppelten Aufgabe: mehr und zugleich klimafreundlich zu bauen“, sagte Minister Hauk.

Der D-A-CH-Raum entwickele sich dabei zunehmend zu einer Leitregion für nachhaltiges Bauen. „Leistungsfähige mittelständische Unternehmen, eine starke Forschungslandschaft und engagierte Kommunen treiben den Wandel gemeinsam voran, flankiert von einer holzbaufreundlichen Politik, die sie trägt. Gerade jetzt kommt es darauf an, Innovationen schneller in die Breite zu bringen und gemeinsam umzusetzen durch mehr Effizienz, Standardisierung und Skalierbarkeit“, betonte Minister Hauk.

Holzbau als Schlüssel für Klimaschutz und Wertschöpfung

Holz als nachwachsender Rohstoff speichert Kohlenstoffdioxid (CO₂) als Kohlenstoff und ersetzt emissionsintensive Materialien – Klimaschutz beginnt damit bereits in der Entstehung eines Gebäudes. „Bauen mit Holz verbindet Klimaschutz, Wirtschaftlichkeit und architektonische Qualität“, sagte Minister Hauk. Mit der Holzbau-Offensive Baden-Württemberg werde der Holzbau im Land gezielt gestärkt. Das Land Baden-Württemberg fördere zum Beispiel den Einsatz des nachwachsenden Rohstoffs Holz im Rahmen des „Holz Innovativ Programms“ mit zwischenzeitlich mehr als 100 Projekten. Um Emissionen weiter zu senken, müsse der Anteil biobasierter Baustoffe sukzessive steigen. „Der Fachkongress zeigt, dass die Veränderung des Bauens längst begonnen hat. Die D-A-CH-Region kann dabei eine zentrale Rolle spielen – durch Innovationskraft, Zusammenarbeit und eine Baukultur, die ökologisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich überzeugt“, betonte Minister Hauk.

Holzbaupreis Baden-Württemberg 2026 verliehen

Am Abend des ersten Kongresstages wurde im Rahmen des Fachkongresses der Holzbaupreis Baden-Württemberg 2026 verliehen. Aus insgesamt 78 Einreichungen hat die Jury unter Vorsitz von Prof. Markus Lager herausragende Projekte ausgewählt, die beispielhaft für die Qualität, Vielfalt und Innovationskraft des Holzbaus im Land stehen.

„Der Holzbaupreis Baden-Württemberg macht gute Beispiele sichtbar. Und gute Beispiele sind die überzeugendsten und besten Argumente für den Holzbau:

Sie zeigen, was heute bereits möglich ist und wie aus politischen Zielen und fachlichen Debatten konkrete gebaute Realität wird“, sagte Minister Hauk anlässlich der Preisverleihung. Viele der ausgezeichneten Projekte leisteten echte Pionierarbeit: Sie gingen nicht den bequemsten Weg, sondern übernähmen zusätzliche Abstimmungen, planerische Vorleistung und Verantwortung. Damit brächten sie nicht nur das eigene Projekt voran, sondern leisteten auch einen Beitrag zur Weiterentwicklung des Holzbaus insgesamt.

Mit dem Holzbaupreis Baden-Württemberg werden Bauwerke, Projekte und wissenschaftliche Beiträge ausgezeichnet, die zeigen, wie Holzbau Klimaschutz, Baukultur, Innovation und regionale Wertschöpfung miteinander verbinden kann. Die ausgezeichneten Projekte reichen von Wohnungsbau und Aufstockungen über kommunale Bauaufgaben und Bestandserweiterungen bis hin zu Forschung, Lehre, Infrastruktur und besonderen Konstruktionen. Sie zeigen: Holzbau ist in Baden-Württemberg keine Nische mehr, sondern in großer Breite und hoher Qualität in der Praxis angekommen.

Preisträger, Sonderpreis und Auszeichnungen

Der Sonderpreis Laubholz ging an das Forschungsprojekt LaubÖkoLet. Der Sonderpreis Forschung und Lehre ging an den Jugendtreff Ingersheim.

Auszeichnungen erhielten die Projekte Doppelscheune in Tübingen, Campus Holzbau Schmäh in Meersburg, Weleda Cradle Campus in Schwäbisch Gmünd, Museum Historische Oberamteistraße in Reutlingen sowie die Mobilitätsstation Menzenschwand.

Anerkennungen erhielten Franklin Village in Mannheim, das Schülerwohnheim Biberach, The Scheuer / Therapiezentrum Heiligenberg, die Grundschule Bad Mergentheim, die Erweiterung Pfahlbaumuseum Unteruhldingen, der Wangen Turm in Wangen im Allgäu sowie die Kreissporthalle Wangen im Allgäu.

Im Anschluss an die Preisverleihung wurde die Ausstellung zum Holzbaupreis Baden-Württemberg 2026 eröffnet. Die begleitende Broschüre zum Holzbaupreis 2026 dokumentiert die ausgezeichneten Projekte und macht sie als Vorbilder für qualitätsvolles, ressourcenschonendes und zukunftsfähiges Bauen sichtbar. Sie wird über den Informationsdienst Holz veröffentlicht.

Holzbau-Offensive Baden-Württemberg

Die Holzbau-Offensive Baden-Württemberg ist eine interministerielle Landesstrategie, die 2018 gestartet wurde, um den Holzbau gezielt zu fördern und den Bausektor klimafreundlich zu transformieren. Sie bündelt Maßnahmen in Bereichen wie Förderung, Forschung, Bildung und Regulierung und verfolgt das Ziel, Holz als zentralen Baustoff einer nachhaltigen Baukultur zu etablieren.

Der D-A-CH-Fachkongress „Drei Länder, eine Mission: Holzbau“ ist eine zentrale Maßnahme dieser Offensive und findet jährlich am Bodensee statt. Er wird gemeinsam mit Partner aus Bayern, Österreich und der Schweiz ausgerichtet und bringt Fachleute aus der Region zusammen, um entlang der gesamten Wertschöpfungskette – vom Wald bis zum fertigen Gebäude – aktuelle Fragen des Holzbaus zu diskutieren.

Im Fokus stehen Themen wie klimafreundliches Bauen, Wirtschaftlichkeit, Innovationen und die Transformation des Bausektors. Gleichzeitig dient der Kongress als Plattform für Wissenstransfer, Vernetzung und grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Insgesamt versteht sich der Kongress als Impulsgeber für eine moderne, klimagerechte Baukultur und stärkt die D-A-CH-Region als gemeinsamen Innovationsraum im Holzbau.

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