Naturschutz

Erfolgsmodell Biosphärengebiet Schwäbische Alb wächst

Die Erweiterung des Biosphärengebiets Schwäbische Alb eröffnet zusätzliche Chancen für Natur, Klima und Zukunftsentwicklung. In dem Gebiet leben rund 265.000 Menschen in 36 Städten und Gemeinden.

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Biosphärengebiet Schwäbische Alb - Blick von Teck

Die Erweiterung des Biosphärengebiets Schwäbische Alb ist offiziell. Die Fläche wächst um über 40 Prozent, die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner um über 80 Prozent. Das ermöglicht, den Grundgedanken des Biosphärengebiets „Leben und Wirtschaften im Einklang mit der Natur“ noch umfassender zu erproben und umzusetzen.

Zukunftsmodelle für Natur und Mensch

Umweltministerin Thekla Walker sagt: „Mit der Erweiterung des Biosphärengebiets wird das Großschutzgebiet noch größer, noch stärker, noch lebendiger. Hier können wir gemeinsam Modelle für den Erhalt der Landschaft und der Artenvielfalt, den Umgang mit dem Klimawandel oder auch eine zukunftsfähige Land- und Forstwirtschaft entwickeln. Mein großer Dank gilt den Bürgerinnen und Bürgern sowie den Verwaltungen und Verbänden, die das Biosphärengebiet zu dem gemacht haben, was es heute ist. Zugleich möchte ich alle Beteiligten ermutigen, das Biosphärengebiet auf der erfolgreichen Spur zu halten, sich mit Ideen, Projekten und Wissen für die weitere nachhaltige Entwicklung einzubringen“.

Verdienst der vielen Beteiligten

Klaus Tappeser, Regierungspräsident und Vorsitzender des Lenkungskreises Biosphärengebiet Schwäbische Alb, betont: „Ich bin sehr stolz auf alle Beteiligten, die die Erweiterung des Biosphärengebiets im Konsens gemeinsam erreicht haben. Gerade in diesen schwierigen Zeiten ist das keine Selbstverständlichkeit“.

Und auch Dr. Ulrich Fiedler, Landrat und Vorsitzender des Vereins Biosphärengebiet Schwäbische Alb, freut sich über die Erweiterung: „Es ist schön zu sehen, dass die Partizipation im Biosphärengebiet so gut funktioniert. Zahlreiche Projekte und Maßnahmen, die wir gemeinsam mit Akteurinnen und Akteuren aus der Region Jahr für Jahr erfolgreich umsetzen, machen dies deutlich. Ich freue mich, dass durch die Gebietserweiterung weitere engagierte Menschen dazukommen“.  

265.000 Menschen leben im Biosphärengebiet

Die Verordnung zur Erweiterung des Biosphärengebiets Schwäbische Alb ist am 15. April 2026 in Kraft getreten. Die erweiterte Gebietskulisse liegt südlich von Stuttgart und erstreckt sich von Dettingen unter Teck im Norden, Zwiefalten im Süden, Reutlingen im Westen und Blaubeuren im Osten. Auf einer Fläche von circa 121.445 Hektar (ha) leben rund 265.000 Menschen in 36 Städten und Gemeinden. Im Zuge des Erweiterungsprozesses brachten 16 bereits beteiligte Kommunen zusätzliche Flächen ein, zudem kamen sechs neue Kommunen dazu: Allmendingen, Blaubeuren, Engstingen, Hohenstein, Rechtenstein und Sonnenbühl.

Im Miteinander gewachsen

Der über zwei Jahre andauernde Erweiterungsprozess war stark partizipativ angelegt. In über 100 Veranstaltungen, vielen Workshops, Fachgesprächen und Gemeinderatssitzungen wurden Ideen und Anregungen aber auch Bedenken und Zweifel ausgetauscht und besprochen. Das Biosphärengebiet lebt vom Engagement zahlreicher Vereine, Verbände, Unternehmen, Bürgerinnen und Bürgern. Es ist ein Modell, das zeigt: Nachhaltige Entwicklung ist möglich. Wirtschaft, Soziales und Naturschutz gehen gut miteinander.

UNESCO-Prüfung läuft

Die Schwäbische Alb und das Albvorland verfügen über eine über Jahrhunderte gewachsene Kulturlandschaft, die weltweit einmalig ist. Teile davon wurden 2008 als Biosphärengebiet und damit als Schutzgebiet ausgewiesen. Ein Jahr später wurde es von der UNESCO als Biosphärenreservat anerkannt. Aktuell läuft der Prüfprozess zur UNESCO-Anerkennung des nun erweiterten Gesamtgebiets.

Biosphärengebiet Schwäbische Alb

  • Das Biosphärengebiet wächst mit der Erweiterung von 85.266 auf 121.445 Hektar (ha), die Bevölkerung von 146.000 auf 265.000 Einwohnerinnen und Einwohner.
  • Mit der Erweiterung vergrößert sich die Kernzone um 1.046 auf 3.691 ha, die Pflegezone von 5.068 auf 40.478 ha und die Entwicklungszone von 30.065 auf 77.276 ha.
  • Seit der Ausweisung des Biosphärengebiets im Jahr 2008 wurden über 640 nachhaltige Modellprojekte umgesetzt.
  • Jährlich werden durchschnittlich 1,9 Millionen Euro in die nachhaltige Entwicklung der Region investiert.
  • Organisatorisch getragen wird das Biosphärengebiet durch das Land Baden-Württemberg, vertreten durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft und die Regierungspräsidien Stuttgart und Tübingen, die drei Landkreise Alb-Donau-Kreis, Esslingen und Reutlingen, die 36 Städte und Gemeinden innerhalb der Gebietskulisse und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben als Eigentümerin des ehemaligen Truppenübungsplatzes bei Münsingen.

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