Krankenhausreform

Lucha drängt auf schnelle Umsetzung der Koalitionsvereinbarungen

Länder und Kliniken brauchen Planungssicherheit, deshalb muss die Bundesregierung die im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD festgehaltenen Anpassungen an der Krankenhausreform schnell umsetzen. Zentrale Forderungen der Länder sind bislang offen.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Eine Krankenpflegerin schiebt ein Krankenbett durch einen Flur.
Symbolbild

Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha fordert die Bundesregierung auf, endlich die im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD festgehaltenen Anpassungen an der Krankenhausreform umzusetzen.

Land will Krankenhausplanung weiterentwickeln können

„Die vereinbarten Änderungen liegen längst auf dem Tisch in Berlin. Jetzt muss der Bund liefern, damit wir und die Krankenhäuser im Land endlich verlässlich planen können“, erklärte Lucha. „Weitere Verzögerungen gefährden die Versorgungssicherheit und verunsichern Krankenhausträger, Personal sowie Patientinnen und Patienten. Wir brauchen dringend Klarheit, um unsere Krankenhausplanung in Baden-Württemberg konsequent weiterentwickeln zu können.“

Mit dem zuletzt kurzfristig von der Bundeskabinetts-Tagesordnung abgesetzten Entwurf des Krankenhausreform-Anpassungsgesetzes (KHAG) (PDF) wollte die Bundesregierung in einigen Punkten auf die Länder zugehen: „Es ist positiv, dass die Länder befristet Ausnahmen von den Anforderungen der Leistungsgruppen zulassen und Kooperationen zwischen Krankenhäusern ermöglichen können, wenn dies für die flächendeckende Versorgung nötig ist. Das war eine unserer zentralen Forderungen von Beginn an. Dabei geht es nicht um eine Absenkung von Qualitätsstandards, sondern um die Möglichkeit, unsere Krankenhausplanung eigenverantwortlich und regional passgenau zu gestalten und die Versorgung in einem Flächenland sicherzustellen.“

Gleichgewicht zwischen Spezialisierung und wohnortnaher Versorgung

Der Minister bekräftigte zugleich die Grundrichtung der Reform: „Wir haben die Reform im Grundsatz seit Anfang an mitgetragen, denn wir setzen in Baden-Württemberg seit Jahren auf Qualität durch Spezialisierung. Die Bündelung stationärer Leistungen und die enge Abstimmung mit den Trägern haben sich bewährt. Zugleich müssen wir bei zeitkritischen Notfällen oder in der Geburtshilfe eine gute Erreichbarkeit sicherstellen. Dieses Gleichgewicht zwischen Spezialisierung und wohnortnaher Versorgung ist entscheidend.“

Positiv bewertet Lucha außerdem, dass sich der Bund an der Finanzierung des Transformationsfonds beteiligen will. Dennoch sieht er deutlichen Nachbesserungsbedarf: „Zentrale Forderungen der Länder sind leider auch im KHAG weiterhin offen. Wir brauchen Regelungen, die die starren Grenzen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung aufbrechen. Unsere erfolgreichen Primärversorgungszentren benötigen endlich eine klare gesetzliche Grundlage. Und auch die nach wie vor unveränderte Zwei-Kilometer-Regelung für Krankenhausstandorte gefährdet funktionierende Krankenhaus-Strukturen. Hier muss die Bundesregierung und gegebenenfalls der Bundestag im parlamentarischen Verfahren dringend nachsteuern.“

Weitere Meldungen

Eltern und Kinder turnen in einer Sporthalle in Berlin.
Sport

Mehr als 600 Millionen Euro für Sportvereine und -verbände

Preisträger Landesforschungspreis 2026
Forschung

Landesforschungspreise 2026 nach Tübingen, Mannheim und Freiburg

Das Thermostat einer Heizung.
Energie

Walker kritisiert Reform des Gebäudeenergiegesetzes

Kabinettssitzung in der Villa Reitzenstein in Stuttgart
Landesregierung

Bericht aus dem Kabinett vom 24. Februar 2026

Windräder stehen während des Sonnenaufgangs auf einem Feld.
Erneuerbare Energien

Schnellere Genehmigungen für Windkraft-Anlagen durch Digitalisierung

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut (rechts) übergibt Albrecht Kruse (links) das Bundesverdienstkreuz.
Wirtschaft

Bundesverdienstkreuz für Albrecht Kruse

Staatssekretär Dr. Patrick Rapp
Wirtschaft

Land präsentiert sich auf Messe für Sicherheit und Verteidigung

Ein Beratungsgespräch. (Bild: Roland Weihrauch / dpa)
Soziales

4,3 Millionen Euro für Weiter­bildung von Langzeitarbeitslosen

Gruppenbild Teilnehmer Podiumsdiskussion
Wissenschaft

Widerstandskraft von Wissenschaft stärken

Symbolbild zur Künstlichen Intelligenz mit einem Prozessor und dem Schriftzug "AI Artificial Intelligence Technology"
Künstliche Intelligenz

Baden-Württemberg drängt auf praktikable KI-Regeln

Ein Bauarbeiter schaut auf ein Gebäude, das als Testobjekt aus Recyclingbeton gebaut wird.
N!BBW

Termine für Workshops zum nachhaltigen Bauen

Landschaft von oben im Neckar-Odenwald-Kreis
Ländlicher Raum

Flurbereinigung in Ravenstein bedeutet Fortschritt und Zukunft

Symbolbild: Bewohner des Mehrgenerationenhauses in Überlingen stehen auf Balkonen.
Städtebauförderung

Nichtinvestive Städtebau­förderung 2026 startet

Eine Rötelmaus (Clethrionomys glareolus) im Schnee (Bild: © dpa).
Landwirtschaft

Pragmatischer Umgang bei der Bekämpfung von Schadnagern

Eine junge Frau forscht im Life Science Center der Universität Hohenheim an Pflanzen in Klimakammern (Symbolbild: © dpa).
Forschung

Land fördert Zukunftstechnolo­gien an Landesuniversitäten