Forst

Landesforstwirtschaftsrat fordert Änderungen an EUDR

Minister Peter Hauk sieht eine Überarbeitung und praxisgerechte Ausgestaltung der Verordnung über entwaldungsfreie Lieferketten als dringend erforderlich, um unnötigen bürokratischen Aufwand zu vermeiden.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Blick in den Wald

„Die Bemühungen der Europäischen Union (EU), um die globale Entwaldung zu stoppen und damit zum Erreichen der Klimaschutzziele beizutragen ist grundsätzlich zu begrüßen. Bei der Umsetzung muss es aber um praxisnahe und vor allem unbürokratische Lösungen gehen, die an die waldarme Struktur in Deutschland angepasst sind und die mittlerweile sehr hohen Standards nachhaltiger Waldwirtschaft in Deutschland berücksichtigen. Daher ist es richtig den Starttermin zu verschieben. Dieser Schritt war längst überfällig. Jetzt müssen wir aber die verbleibende Zeit nutzen, um die EU-Verordnung über entwaldungsfreie Lieferketten (EUDR) besser zu machen, damit sie am Ende nicht zu einem Verhinderungsinstrument nachhaltiger Waldwirtschaft in Europa und Deutschland wird“, sagte der Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, am 7. November 2024 im Nachgang der jüngsten Sitzung des Landesforstwirtschaftsrates.

Der Landesforstwirtschaftsrat Baden-Württemberg hat in seiner jüngsten Sitzung eine Resolution zur Umsetzung der EUDR (PDF) formuliert. Er unterstützt grundsätzlich das Ziel der Verordnung, das Fortschreiten der weltweiten Entwaldung einzudämmen, kritisiert aber den vorgesehenen Weg und fordert daher den Geltungsbeginn zu verschieben und inhaltliche Weiterentwicklungen bei der Umsetzung vorzunehmen. Dabei wird der derzeit von der Europäischen Kommission vorgelegte Vorschlag zur Verschiebung des Geltungsbeginns der EUDR unterstützt.

„Eine Umsetzung zum Jahresende wäre völlig unrealistisch. Ich bin froh, dass die Europäische Kommission die Hinweise aufgenommen und einen Vorschlag zur Verschiebung unterbreitet hat. Die Mitgliedstaaten haben signalisiert diesen Weg mitzugehen. Baden-Württemberg hat bereits seit langem dieses Vorgehen eingefordert und begrüßt daher das Einlenken der Kommission“, sagte Minister Hauk.

Neue Melde- und Dokumentationspflichten

Da die Umsetzung der EUDR in der aktuellen Form eine zusätzliche bürokratische Belastung für Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer bedeutet, fordert der Landesforstwirtschaftsrat, dass auch inhaltliche Änderungen vorgenommen werden. Beim Verkauf von Holz sind neue Melde- und Dokumentationspflichten unter Nutzung eines neuen EU-weiten Informationssystems vorgegeben. „Der enorme Zusatzaufwand für die betroffenen Akteure im Wald und entlang der gesamten Wertschöpfungskette geht völlig an dem vorbei, was die Verordnung eigentlich bewirken soll“, betonte Minister Hauk.

„Denkbar seien beispielsweise alternative Regelungen für Staaten, bei denen die Entwaldung nachweislich und belegbar ausgeschlossen werden kann. Durch die bestehende Gesetzgebung, funktionierende Verwaltungsstrukturen und verbreitete Zertifizierungssysteme ist eine umfassende Sicherstellung der nachhaltigen Waldbewirtschaftung und der entsprechenden Lieferketten beim Holz in Baden-Württemberg bereits heute gewährleistet“, so Minister Hauk.

Landesforstwirtschaftsrat

Der Landesforstwirtschaftsrat berät das Ministerium bei forstlichen Fragen von grundsätzlicher Bedeutung. Dem Gremium gehören Vertreterinnen und Vertretern des Waldbesitzes, der Berufsvertretungen, der Forstwissenschaft, des Natur- und Umweltschutzes, der Raumordnung und Landesplanung sowie der Holzwirtschaft an.

Die neue EU-Verordnung für entwaldungsfreie Produkte (EUDR) ist am 29. Juli 2023 in Kraft getreten und sollte ab dem 30. Dezember 2024 angewendet werden. Zwischenzeitlich hat die Europäische Kommission vorgeschlagen, den betroffenen Akteuren mehr Zeit für die Vorbereitungen zur Umsetzung der EUDR einzuräumen. Wenn dieser Vorschlag vom Europäischen Parlament gebilligt wird, gelten die neuen Sorgfaltspflichten in Bezug auf die Vermarktung des Rohstoffes Holz ab dem 30. Dezember 2025.

Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz: Resolution des Landesforstwirtschaftsrat Baden-Württemberg zur Umsetzung der EU-Verordnung für entwaldungsfreie Produkte (PDF)

Weitere Meldungen

Einsatzkräfte der Feuerwehr errichten am Nonnenbach in Bad Saulgau im Ortsteil Moosheim einen Damm mit Sandsäcken gegen das Hochwasser.
Klimawandel

Land rüstet sich für Extremwasserereignisse

Wasser läuft aus einem Wasserhahn in ein Glas.
Bodenverunreinigungen

1,2 Millionen Euro für PFAS-Forschung

Kabinettssitzung in der Villa Reitzenstein in Stuttgart
Landesregierung

Anzeige nach der Karenzzeitregelung

Innenminister Manuel Hagel (Mitte) besucht das Reutlinger Umspannwerk, in dem es in der Nacht gebrannt hatte.
Stromausfall

Ermittlungen nach Brand in Reutlinger Umspannwerk

Ministerpräsident Cem Özdemir spricht während des BMDS-Akademiegesprächs „Staatsmodernisierung mit Wirkung“.
Staatsmodernisierung

Schulterschluss für weniger Bürokratie

Ein selbstfahrendes Auto des Forschungszentrumes Informatik fährt während der Eröffnung des "Testfelds Autonomes Fahren" in Karlsruhe mit zwei Entwicklern autonom im Straßenverkehr. (Foto: © dpa)
Autonomes Fahren

Land gestaltet Europas Testfelder für autonomes Fahren mit

Das Bild ist in vier orangefarbene Kacheln unterteilt. Jede Kachel beinhaltet eine Empfehlung zum Umgang mit großer Hitze. Kachel eins: In der Mittagshitze Schatten aufsuchen und große Anstrengungen möglichst meiden. Kachel zwei: Ausreichend trinken, zum Beispiel Wasser oder Saftschorle. Koffein und Alkohol meiden. Kachel drei: Leichte Baumwollkleidung in hellen Farben tragen. Sonnenbrille und Mütze oder Hut aufsetzen. Kachel vier: Auf Menschen achten, die die Empfehlungen nicht selbst umsetzen können und ihnen helfen. Im Zentrum des Bildes ist ein Kreis in dem eine Sonne strahlt. Ein Thermometer zeigt eine Temperatur von 40 Grad Celsius.
Gesundheitsschutz

Wenn Hitze zur Gesundheitsgefahr wird

Eine Mitarbeiterin eines Pharmahändlers bestückt in Stuttgart-Münster in Baden-Württemberg eine Kommissioniermaschine.
Wirtschaft

Investitionen in Pharmaindustrie wandern ab

Beratung Landwirtschaft
Landwirtschaft

Beratungssystem „Beratung.Zukunft.Land“ wird fortgeführt

Promotionsfahrzeug Mehr Leben im Eigenheim
Wohnraumoffensive

Online-Dialog zu „Mehr Leben im Eigenheim“ am 25. Juni

Eine Frau arbeitet von zu Hause aus. (Bild: dpa)
Unternehmensgründungen

Pilotprojekt „Schneller Gründen“ gestartet

Blick auf die Burg Hohenzollern.
Heimatforschung

Landespreis für Heimat­forschung 2027 ausgeschrieben

Bio-Musterregion Hohenlohe
Landwirtschaft

Weltbauerntag und Internationaler Tag der Milch

Windräder
Windenergie

Land setzt sich für Ausbau der Windenergie ein

Teilnehmende der Jugend- und Familienministerkonferenz 2026 sitzen mit Blick auf mehrere kreisförmig angeordnete Bildschirme an einem großen Konferenztisch.
Jugend und Familie

Land setzt Schwerpunkte für gesellschaftlichen Zusammenhalt