Tierschutz

Landesbeirat für Tierschutz appelliert zu vogelfreundlichem Bauen

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Ein Aufkleber in Form eines Raubvogels ist an einer Fensterscheibe von einem Bürogebäude zu sehen.

Der Landesbeirat für Tierschutz appelliert an die Baubranche, an Architekten, Bauherren und Hausbesitzer zu vogelfreundlichem Bauen. Die Kollision mit Glasscheiben ist eine der häufigsten Todesarten von Vögeln im Siedlungsraum. Ein aktueller Leitfaden bietet dazu hilfreiche Informationen.

In seiner aktuellen Sitzung hat der Landesbeirat für Tierschutz erneut darauf hingewiesen, dass der Schutz wildlebender Vögel vor dem sogenannten Vogelschlag (Anfliegen gegen Glasflächen von Gebäuden) ein wichtiges Anliegen ist. Die Kollision mit Glasscheiben ist eine der häufigsten Todesarten von Vögeln im Siedlungsraum.

Nach einer Studie aus dem Jahr 2017 verunglücken so jährlich schätzungsweise über 100 bis 115 Millionen Vögel allein in Deutschland. Darunter viele Zugvögel auf der Durchreise, einschließlich gefährdeter Vogelarten. Dies teilte das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz am 27. März 2023 in Stuttgart mit. Bereits 2016 und 2019 hatte sich der Beirat mit diesem Thema ausführlich auseinandergesetzt.

Zahlreiche Vögel leben in der Nähe des Menschen oder halten sich zeitweise in bebauten Gebieten auf. Nach Auffassung des Landesbeirats für Tierschutz besteht sowohl aus tierschutzrechtlicher Sicht als auch aus Gründen des Natur- und Artenschutzes eine besondere Verpflichtung, Glasflächen an Gebäuden vogelsicher zu gestalten. Daher seien alle an Bau und Unterhalt von Gebäuden beteiligten Personen gefordert, geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen, um den erheblichen Verlusten durch den sogenannten Vogelschlag an Glasflächen entgegenzuwirken.  

Glas ist für Vögel in doppelter Hinsicht gefährlich

Glas ist für Vögel in doppelter Hinsicht gefährlich: Transparente Scheiben mit Durchsicht, wie sie zum Beispiel in Wintergärten oder an Balkonen zum Einsatz kommen, werden von den Tieren nicht als Hindernis erkannt. Stark spiegelnde Scheiben reflektieren wiederum Bäume, Büsche oder den Himmel und täuschen einen Lebensraum vor, der in Wirklichkeit nicht vorhanden ist. Handelsübliche Aufkleber mit Silhouetten von Greifvögeln reichen als Abschreckung bei weitem nicht aus und haben sich in der Praxis nicht bewährt.

Der aktuell im Jahr 2022 überarbeitete Leitfaden „Vogelfreundliches Bauen mit Glas und Licht” (PDF) zeigt, worauf es dabei ankommt. Erklärtes Ziel sollte es nach Auffassung des Tierschutzbeirats deshalb nach wie vor sein, die Landesbauordnung jetzt zeitnah derart zu ergänzen, dass Glasflächen aus Tier- und Artenschutzgründen zukünftig vogelschlagsicher gestaltet werden müssen. Zudem empfiehlt der Beirat, staatliche Gebäude durch Fachleute auf ihre Vogelsicherheit überprüfen und gegebenenfalls nachzurüsten zu lassen. Das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz steht zu diesem Thema in engem Austausch mit dem ebenfalls berührten Umweltministerium und dem für das Baurecht zuständigen Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen. 

Landesbeirat für Tierschutz

Der Landesbeirat für Tierschutz berät das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Tierschutzfragen. Der Beirat soll zu grundsätzlichen Belangen des Tierschutzes sowie zu besonderen Tierschutzproblemen angehört werden. Der Beirat besteht aus dem Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz als Vorsitzendem sowie aus ehrenamtlichen Mitgliedern aus Verbänden und Organisationen.  Die oben genannt Zahlen entstammen einer Publikation der Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten (LAG VSW) (Berichte zum Vogelschutz, Band 53/54, 2017) in denen eine neue Zahl für Deutschland hochgerechnet wurde.

Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz: Tierschutz und Tiergesundheit

Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz: Landesbeirat für Tierschutz

Schweizerische Vogelwarte Sempach: „Vogelfreundliches Bauen mit Glas und Licht” (PDF)

Weitere Meldungen

Apfelbäume stehen auf einer Streuobstwiese (Foto: dpa)
Streuobst

Streuobstwiesen schützen und genießen

Eine Hand greift nach einem digitalen Paragrafen
Justiz

Modernisierung der Wahlverfahren in der Justiz

Ein Haus, dessen Grundgerüst aus Holz besteht, steht in einem Tübinger Neubaugebiet. (Bild: picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)
Baurecht

Bauen mit Holz wird erleichtert

Eine Frau bedient das Portal ELSTER der deutschen Steuerverwaltungen zur Abwicklung der Steuererklärungen und Steueranmeldungen über das Internet.
Steuern

Sieben Wochen Bearbeitungszeit für Steuererklärungen

Schmeck den Süden
Ernährung

Genussführer 2026 vorgestellt

Ein Logo des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT).
Forschung

Baden-Württemberg tritt Allianz zur Fusionsforschung bei

Ein Prüfstandshandwerker begutachtet am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt ein Raketen-Triebwerk
Wirtschaftsnahe Forschung

9,7 Millionen Euro für Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt

Tasten einer beleuchteten Tastatur. (Bild: picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)
Justiz

Bund und Länder vereinbaren bundeseinheitliche Justizcloud

Logo und Schriftzug der „Agentur für Arbeit“ an einem Gebäude.
Arbeitsmarkt

Zum Jahreswechsel keine Entspannung am Arbeitsmarkt

Grafik mit dem Schriftzug Schule@BW - lernen - lehren - kommunizieren
Digitalisierung

Kooperation bei digitalen Bildungsplattformen zeigt Erfolge

Wort-Bild-Logo der Kampagne Start-up BW. (Bild: Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg)
Start-up BW

Innovationsgutschein „Mittelstand trifft Start-ups“ startet

Sachbearbeiter Einsatz PP Freiburg Laptop Polizei
Polizei

eAkte bei Polizei landesweit eingeführt

Ein Mähdrescher erntet in Langenenslingen-Andelfingen ein Getreidefeld mit Wintergerste ab. (Bild: picture alliance/Thomas Warnack/dpa)
Landwirtschaft

Land fördert Unterstützungsnetzwerk für Land- und Weinwirtschaft

Eine Hand hält ein Leerrohrbündel mit Glasfaserkabeln eines Breitband-Versorgers. (Foto: © dpa)
Digitalisierung

Neuer Rekord in der Breitbandförderung

Eine junge Frau legt an Heiligabend mehrere Geschenke unter einen Weihnachtsbaum.
Verbraucherschutz

Verbrauchertipps zu Reklamation und Umtausch nach dem Weihnachtsfest