Wohnraumoffensive

Land unterstützt drei beispielgebende Wohnprojekte

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Ausstellung beim Landesweiten Schaufenster für Beispielgebende Projekte in Pforzheim
Beim Landesweiten Schaufenster in Pforzheim stellten sich die beispielgebenden Projekte der Patenschaft Innovativ Wohnen BW vor.

Das Land unterstützt drei beispielgebende Wohnprojekte in Nordrach, Ofterdingen und Tübingen. Die Projekte bringen neue, ganzheitliche Ideen ans Tageslicht, um mehr bezahlbaren und nachhaltigen Wohnraum zu schaffen.

Im Rahmen der Wohnraumoffensive Baden-Württemberg und deren Baustein „Innovativ Wohnen BW“ unterstützt das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen drei weitere Projekte in Nordrach, Ofterdingen und Tübingen. Das gab die Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen, Nicole Razavi, am 18. Dezember 2023 in Stuttgart bekannt. Die drei beispielgebenden Projekte zeichnen sich durch kreative und zugleich alltagstaugliche Ansätze aus, um bezahlbares Wohnen und klimafreundliches Bauen und Sanieren zusammenzubringen. Insgesamt drei Millionen Euro Förderung stellt das Land für ihre Umsetzung bereit.

Ministerin Razavi sagte: „Das Motto des diesjährigen Projektaufrufs lautete ‚Potenziale aktivieren‘. Darauf haben die drei Projekte äußerst spannende und vielversprechende Antworten gefunden. Auf genau diesen Einfallsreichtum setzen wir: Die Projekte bringen neue, ganzheitliche Ideen ans Tageslicht, um mehr bezahlbaren und nachhaltigen Wohnraum zu schaffen. Mit unserer Patenschaft Innovativ Wohnen BW bieten wir ihnen zugleich Startrampe und Treibstoff. Die ausgewählten Projekte werden finanziell unterstützt, fachlich begleitet und landesweit vernetzt. So wollen wir auch andere inspirieren und Mut zur Nachahmung machen.“

Von nachhaltigem Bauen bis soziale Nachbarschaft – die drei Projekte

Die drei Projekte in Nordrach im Ortenaukreis, Ofterdingen im Landkreis Tübingen und Tübingen wurden in einem zweistufigen Auswahlverfahren von einem Fachgremium ausgewählt und zur Förderung vorgeschlagen. Das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen begrüßt die Empfehlung des Gremiums und hat die Vorhaben als förderfähig eingestuft:

  • In Nordrach plant ein Architekt und Bauherr ein Wohnhaus mit drei Wohnungen in ökologisch-nachhaltiger Bauweise. Der minimale Einsatz von Stahlbeton, die Zusammenlegbarkeit von Wohnungen, eine Photovoltaik(PV)-Anlage und Bauteile aus regionalem Holz, Lehm und Stroh sind hier zu einem ganzheitlichen Konzept vereint. Der Bauherr hat eine innovative Deckenkonstruktion mit reduziertem Holzverbrauch entwickelt: Die Bauteile sind bereits experimentell erprobt und sollen nun weiterentwickelt und skalierbar gemacht werden. So entsteht ein Beispiel, wie zukünftig einfach, regional, ressourcen- und kostensparend gebaut werden kann.
     
  • Die Baugemeinschaft „Goldener Ochse“ will in Ofterdingen das leerstehende und denkmalgeschützte ehemalige Gasthaus durch Umbau und Sanierung wieder nutzbar zu machen. Geplant sind elf Wohnungen mit reduzierter Fläche. Das Schmuckstück, die historische Gaststube, soll als Gemeinschaftsfläche gemeinsam mit der örtlichen Bevölkerung genutzt werden. Beim Umbau kommen auch recycelte Baustoffe einer abgängigen Scheune auf dem Grundstück zum Einsatz. Das Konzept beinhaltet zudem Gewinnung und Betrieb mit erneuerbarer Energie sowie einen intelligenten Regenwasserspeicher. Mit Eigeninitiative und -leistung werden die Potentiale einer verbreiteten Gebäudetypologie im Bestand aktiviert.
     
  • Die solidarisch leben + wohnen eG will mit dem Projekt „Neustart Tübingen“ innerhalb des Modellquartiers zwischen dem französischen Viertel und dem Quartier „Drei-Höfe“ Wohnraum für 400 Menschen schaffen. Wohnen und Infrastruktur sollen dabei als Gemeingüter betrachtet werden. Soziales Ziel ist ein dauerhaft bezahlbares Wohnen auf Lebenszeit. Vielfalt soll mit verschiedenen Wohnformen und Wohntypologien, gezielter Belegungssteuerung, sozialer Infrastruktur und Gewerbe geschaffen werden. Ökologisches Bauen, Flächensparen und Beteiligungsmöglichkeiten stehen ebenfalls im Fokus. Damit soll eine sozial-ökologische Nachbarschaft gefördert werden.

Im nächsten Schritt sollen mit den Projektträgern Gespräche geführt und gemeinsam der mögliche Förderrahmen konkretisiert werden. Sobald die mögliche Förderhöhe feststeht, können die Projektträger passgenau ihren Förderantrag stellen.

Gute Resonanz auf den Projektaufruf

Der Projektaufruf war im April 2023 auf gute Resonanz gestoßen: 31 Bewerbungen aus allen Landesteilen sind eingegangen. Antragsberechtigt waren sowohl Kommunen und städtische Wohnungsbaugesellschaften, als auch Genossenschaften, Vereine oder private Bauherren. „Wir brauchen alle Akteure, um mehr bezahlbaren und zukunftsgerechten Wohnraum zu schaffen. Jede Wohnung zählt, und auch jede gute Idee, um mehr Wohnraum zu schaffen, zählt“, so Ministerin Razavi.

Vierte Fördertranche

Die drei Projekte wurden im Rahmen der vierten Fördertranche von „Innovativ Wohnen BW – Beispielgebende Projekte“ ausgewählt. In der ersten Fördertranche wurden Ende 2019 drei beispielgebende Projekte ausgewählt, in der zweiten Tranche Ende 2020 sechs Projekte und in der dritten Tranche im September 2022 fünf Projekte. Sie umfassen sehr unterschiedliche umsetzungsorientierte, teils auch experimentelle Ansätze baulicher und konzeptioneller Art. Allen gemeinsam ist der beispielgebende Ansatz im Feld des gemeinschaftlich orientierten und bezahlbaren Wohnens und der innovative Umgang mit Zukunftsthemen wie zum Beispiel der resilienten Stadt oder neuen Wohntypologien. Für die ersten drei Fördertranchen hat das Land je fünf Millionen Euro bereitgestellt.

Wohnraumoffensive BW

Mit der Wohnraumoffensive BW setzt das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen neue Impulse für mehr bezahlbaren und sozial gemischten Wohnraum im Land. Die Wohnraumoffensive unterstützt die Städte und Gemeinden bei einer aktiven Bodenpolitik und fördert innovatives Planen und Bauen. Die drei Säulen sind der Grundstücksfonds BW, das Kompetenzzentrum Wohnen BW sowie die Patenschaft Innovativ Wohnen BW.

Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen: Patenschaft Innovativ Wohnen BW – Beispielgebende Projekte

Wohnraumoffensive BW

Weitere Meldungen

Ein Zug steht an einem neuen Bahnsteig.
Schienenverkehr

Land schreitet bei Reaktivierung von Schienenstrecken voran

Bescheidübergabe Reallabor für physische KI am IPAI CAMPUS
Künstliche Intelligenz

Zehn Millionen Euro für Reallabor für physische KI am IPAI CAMPUS

Der Gemeinschaftsstand auf der Frankfurter Buchmesse
Kultur- und Kreativwirtschaft

Landesstand auf der Frankfurter Buchmesse

Junge Menschen steigen aus einem Zug am Bahnsteig aus.
Mobilität

Mobilstationen machen Verkehrsangebote sichtbarer

Logo von Start up BW
Start-up BW

Gründerwasen 2026 in Stuttgart

Bescheidübergabe am 7. Oktober 2026
Technologie

Innovations- und Transferzentrum für Drohnen und Drohnenabwehr

Euro-Banknoten und -Münzen
Haushalt

Haushaltsentwurf für 2027 verabschiedet

Key Visual Wirtschaftsgipfel Afrika
Wirtschaft

Fünfter Wirtschaftsgipfel Afrika in Stuttgart

Eine Mutter geht mit einem Kinderwagen über einen Zebrastreifen.
Fußverkehr

15 Kommunen setzen sich für bessere Fußwege ein

Logo er Frauenwirtschaftstage 2026
Gleichstellung

22. Frauenwirtschaftstage eröffnet

Ehemalige Chapel auf dem Hospitalgelände in Heidelberg
Städtebau

Land fördert 45 Kommunen mit rund 16,6 Millionen Euro

Symbolbild zur Künstlichen Intelligenz mit einem Prozessor und dem Schriftzug "AI Artificial Intelligence Technology"
Hochschulen

Technologische Souveränität bei Künstlicher Intelligenz stärken

GAP 2026
Landwirtschaft

Internationaler Agrarkongress in Stuttgart

LWH 2026. Eingang Halle 1
Landwirtschaft

Positive Bilanz zum 102. Landwirtschaftlichen Hauptfest

Besucher laufen über das Landwirtschaftliche Hauptfest auf dem Cannstatter Wasen.
Landwirtschaft

Ehrungsabend auf dem 102. Landwirtschaftlichen Hauptfest