Forst

Land startet neues Informationssystem zum Waldbrandmanagement

Steigende Temperaturen, Trockenperioden und wenig Niederschlag erhöhen auch in Baden-Württemberg zunehmend die Waldbrandgefahr. Das Land stellt sich darauf ein und ergreift präventive Maßnahmen.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Ein Feuerwehrmann löscht letzte Glutnester auf dem Waldboden.
Symbolbild

Die Folgen des Klimawandels sind spürbar - nicht nur in vielen anderen europäischen Ländern, auch im Osten Deutschlands hatten die Feuerwehren in den vergangenen Wochen mit den schweren Folgen von Waldbränden zu kämpfen. Steigende Temperaturen in Kombination mit Trockenperioden und wenig Niederschlag erhöhen auch in Baden-Württemberg zunehmend die Waldbrandgefahr. Diese stellt nicht nur eine Bedrohungslage für die Menschen, sondern auch für das Ökosystem Wald dar. Das Land stellt sich darauf ein und ergreift präventive Maßnahmen. Am 5. Juli 2025 wurde das neue Waldbrandmanagement-Informationssystem, kurz WAMIN, in Betrieb genommen. Über die Startphase wurde das Kabinett am Dienstag, 22. Juli 2025, informiert. Das innovative digitale System ermöglicht den Einsatzkräften Zugriff auf Geodaten, Wetterinformationen, Netzabdeckung und weiteren Informationen. Zudem werden Waldbesitzer und Forstverwaltung in der effizienten Umsetzung von Präventionsmaßnahmen unterstützt.

Das Waldbrandmanagement-Informationssystem ist ein unverzichtbares digitales Werkzeug, mit dem wir noch besser auf Waldbrandlagen vorbereitet sind und Präventionsmaßnahmen besser planen können.
Ministerpräsident Winfried Kretschmann

„Waldbrände sind eine ernstzunehmende Gefahr für unsere Wälder. Feuerwehr und Forstverwaltung müssen sehr schnell reagieren und eng zusammenarbeiten. Wichtig ist zudem, dass die Sicherheit der Einsatzkräfte gewährleistet ist. Mit dem Waldbrandmanagement-Informationssystem (WAMIN) steht dafür ein umfangreiches Angebot zur Verfügung. Das System ist ein unverzichtbares digitales Werkzeug, mit dem wir noch besser auf Waldbrandlagen vorbereitet sind und Präventionsmaßnahmen besser planen können“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann im Anschluss an die Sitzung des Ministerrates.

Zentrale Plattform für alle relevanten Akteure

Forstminister Peter Hauk ergänzte: „Das System wurde von der Plattform Integriertes Waldbrandmanagement so konzipiert, dass es vorgefertigte Informationssammlungen für verschiedene Nutzergruppen anbietet, so dass es auch von Personen ohne große GIS-Kenntnisse genutzt werden kann.“ GIS ist ein geographisches Informationssystem, das raumbezogene Daten und Geographie zusammenführt. Und weiter: „Bisherige Erfahrungen haben gezeigt, dass ein optimierter Informationsaustausch und eine gute Vorbereitung entscheidend sind. WAMIN ist entwickelt worden, um diese Lücken zu schließen, und bietet eine zentrale Plattform für alle relevanten Akteure. Es ermöglicht den Zugriff auf eine Vielzahl von Informationen, die bisher an verschiedenen Stellen und in unterschiedlichen Formaten vorgehalten wurden. Dies führte in der Vergangenheit zu zeitlichen Verzögerungen und einen großen Abstimmungsaufwand. WAMIN zeigt dabei auch, was Positives entsteht, wenn Haupt- und Ehrenamt erfolgreich zusammenarbeiten.“

Sicherheit der Einsatzkräfte gewährleisten

Ein zentrales Ziel von WAMIN ist es, die Sicherheit der Einsatzkräfte zu gewährleisten. Die Gefahrzonenkarte identifiziert Flächen mit hohem Gefahrenpotenzial, wie beispielsweise Gebiete mit hoher Totholzwahrscheinlichkeit. Diese Informationen sind entscheidend für die Einsatztaktik und die Planung von Präventionsmaßnahmen durch Förster und Waldbesitzer.

„WAMIN bietet vorgefertigte Informationssammlungen, die speziell auf die Bedürfnisse verschiedener Nutzergruppen zugeschnitten sind. Dazu gehören die Waldbrandeinsatzkarte, die Gefahrzonenkarte, die Wetterkarte, eine Übersicht über das vorhandene Wegenetz und dessen Befahrbarkeit, die Netzabdeckungskarte und die Präventionszonenkarte. Diese Sammlungen ermöglichen einen schnellen und zielgerichteten Zugang zu wichtigen Informationen“, betonte Minister Hauk. Das System helfe aber auch in der Planung der Waldbewirtschaftung, indem es Forstleute sensibilisiere, Strukturen in den Wäldern anzulegen, zum Beispiel in der Nähe von Krankenhäusern oder Wohngebieten, damit Waldbrände nicht oder nur schwer überspringen können.

„Ich danke allen Institutionen und Personen, die an der Entwicklung und Bereitstellung der benötigten Informationen mitgearbeitet und diese vielfach kostenfrei zur Verfügung gestellt haben. Ohne ihre Unterstützung wäre dieses Projekt nicht möglich gewesen. Besonderer Dank gilt der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt, die WAMIN entwickelt und mit Leben erfüllt hat“, so der Forstminister. „Auch dies zeigt, auf welch hohem Niveau unsere forstliche Wissenschaft arbeitet“.

Waldbrandmanagement

Mit der Einführung des Waldbrandmanagement-Informationssystems (WAMIN) wird ein Auftrag des Koalitionsvertrags umgesetzt. Die Anwendung wurde federführend durch das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz in enger Abstimmung mit dem Ministerium des Inneren, für Digitalisierung und Kommunen entwickelt und im Rahmen der Waldbrandtage am 5. Juli 2025 offiziell freigegeben.

Die Plattform Integriertes Waldbrandmanagement dient dem Land als Bezugspunkt für die Initiierung und Stärkung landesweiter Initiativen der Waldbrandprävention und -vorsorge sowie der Verbesserung der Fähigkeiten zur Waldbrandbekämpfung. Sie verbindet die Verwaltungen von Forst und Feuerwehr sowie weitere relevante Organisationen im Bereich Waldbrandmanagement. Damit ist die Plattform ein innovatives Beratungsgremium, in welchem die Mitglieder sich austauschen und Entscheidungen vorbereiten können, die dann von den zuständigen Stellen beschlossen und umgesetzt werden.

Deutscher Wetterdienst: Vorhersage des Waldbrandgefahrenindexes

Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz: #UnserHolz – Gut fürs Klima, gut für Dich.

Weitere Meldungen

Eine Trachtengruppe beim Landesfestumzug der Heimattage 2018 in Waldkirch (Bild: © picture alliance/Achim Keller/dpa).
Kunst und Kultur

Land ehrt zehn Bürgerinnen und Bürger mit Heimatmedaille

Heimat

Höhepunkt der Heimattage 2026: Landesfesttage in Oberkirch

Drohnen Wald Aufnahme
Biotechnologie

Mikroorganismen für nach­haltige Produktionsprozesse

Finanzstaatssekretärin Andrea Lindlohr (rechts) mit Oberfinanzpräsident Bernd Kraft (links) während der Vorstellung der Bilanz der Steuerverwaltung 2025
Steuern

Bilanz der Steuerverwaltung 2025

Bio-Musterregion Freiburg
Weinbau

Weinbauland Baden-Württemberg stärken

Eine Lehrerin mit Schülerinnen und Schülern in einem Klassenzimmer.
Schule

Großteil der Stellen zu Schuljahresbeginn besetzt

Sirene
Bevölkerungsschutz

Erste Bilanz zum Bundesweiten Warntag

Ein Ausbilder im Garten- und Landschaftsbau (r.) erklärt einem angehenden Gärtner (l.) das Einpflanzen einer Dachbegrünung. (Foto: © dpa)
Landwirtschaft

Staatsschule für Gartenbau bietet attraktive Weiterbildungsplätze

Gewächshaus
Landwirtschaft

Obst- und Gemüsebau im Klimawandel

Luchs_Nero
Forst

Luchskuder Nero im Schwarzwald ausgewildert

Eine Hand tippt auf einer Tastatur.
Cybersicherheit

Bedrohungslage im Cyberraum verschärft sich weiter

Startbildschirm der Warn-App NINA.
Bevölkerungsschutz

Bundesweiter Warntag am 10. September 2026

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut
Delegationsreise

Land stärkt Kooperation mit Polen

Ministerin Theresa Schopper spricht auf der Pressekonferenz anlässlich der landesweiten Eröffnung des Tages und der Nacht des offenen Denkmals 2026 in Rottweil.
Denkmalpflege

Nacht und Tag des offenen Denkmals 2026

von links nach rechts: Sebastian Gehring, Vorstand Marketing & Medien der SG Sonnenhof Großaspach, Christian Fischer, Vizepräsident Karlsruher SC, Dominik Schwärzel, Vorstandsvorsitzender des SSV Ulm, Vorstandsvorsitzender Alexander Wehrle (VfB Stuttgart), Manuel Hagel, Innenminister von Baden-Württemberg, Daniel Förderer, Geschäftsführer der TSG 1899 Hoffenheim und Holger Sanwald, Vorstandsvorsitzender des 1. FC Heidenheim
Sicherheit

Baden-Württemberg stärkt die Stadionallianzen