Steuerschätzung

Land kann mit Steuerplus rechnen

Das Land erwartet 2025 und 2026 Steuermehreinnahmen von 1,5 Milliarden Euro – und kann damit zugesagte Hilfen für die Kommunen absichern.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Euro-Banknoten und -Münzen
Symbolbild

Das Land kann in diesem und im nächsten Jahr Steuermehreinnahmen von gut 1,5 Milliarden Euro erwarten. Und zwar gegenüber dem Haushaltsansatz. Das ist das Ergebnis der aktuellen Steuerschätzung für das Land. Dem Haushaltsansatz lag wiederum die Steuerschätzung aus dem Oktober 2024 zu Grunde.

Für die Kommunen sieht die Steuerschätzung Mindereinnahmen von 526 Millionen Euro in diesem Jahr und 630 Millionen Euro im nächsten Jahr vor. Auch diese Zahlen beziehen sich auf die Oktobersteuerschätzung 2024. Der Grund dafür ist vor allem der teilweise erhebliche Einbruch der Gewerbesteuer.

Die Basis der Steuerschätzung ist die aktuelle Konjunkturprognose der Bundesregierung. Diese geht für dieses Jahr von einem Wirtschaftswachstum von 0,2 Prozent und im kommenden Jahr von 1,3 Prozent aus.

In die Steuerschätzung für Baden-Württemberg sind bereits die zu erwartenden Steuermindereinnahmen durch die geplante Senkung der Mehrwertsteuer in der Gastronomie eingeflossen. Ebenso die Steuerausfälle durch die erhöhte Pendlerpauschale. Diese Maßnahmen hat die Bundesregierung beschlossen. Noch nicht berücksichtigt sind weitere geplante Steuerentlastungen wie zum Beispiel die Aktiv-Rente. Sie würde das Land im kommenden Jahr 40 Millionen Euro kosten.

Wirtschaftliche Lage bleibt weiterhin angespannt

Finanzminister Dr. Danyal Bayaz sagte: „Angesichts der wirtschaftlichen Stagnation kommt die positive Entwicklung der Steuereinnahmen eher überraschend. Durch die Mehreinnahmen ist die bereits zugesagte zusätzliche Unterstützung unserer Kommunen finanziell gesichert. Immerhin über eine halbe Milliarde Euro. Das ist auch angesichts der schwierigen Lage der Kommunen dringend nötig. Die Steuerschätzung ist allerdings keine Trendumkehr, eine Schwalbe macht noch lange keinen Sommer. Die wirtschaftliche Lage bleibt weiterhin extrem angespannt.

Die aktuelle Chipkrise in der Automobilindustrie zeigt eindrücklich, wie fragil unsere Lieferketten immer noch sind. Das kann sich jederzeit auch auf die Steuereinnahmen auswirken. Zudem haben wir in der mittelfristigen Finanzplanung ab dem Jahr 2027 eine Lücke von jährlich rund fünf Milliarden Euro. Die müssen wir erst mal schließen, bevor wir über Mehrausgaben reden.“

Finanzpaket für die Kommunen

Das Land benötigt die Mehreinnahmen dringend, um seinen finanziellen Zusagen an die Kommunen nachzukommen: Das Finanzpaket für die Kommunen umfasst neben der finanziellen Unterstützung in Höhe von 550 Millionen Euro weitere Mittel für die Inklusion an Schulen (87,2 Millionen Euro) und die Schulbegleitung an den Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (47 Millionen Euro). Das Land hatte bereits zuvor den Kommunen den Ko-Finanzierungsanteil für den Krankenhaustransformationsfonds des Bundes zugesagt (196 Millionen Euro).

Zudem will das Land auch weiterhin Vorsorge für künftige Steuermindereinnahmen einplanen, um in dieser Zeit der Unsicherheit handlungsfähig zu bleiben. Außerdem darf das Land aufgrund der verbesserten Konjunkturprognose nur weniger Konjunkturkredite aufnehmen, als eigentlich im Haushalt vorgesehen. Konkret sind es 288 Millionen weniger. Auch das muss durch das Steuerplus beglichen werden.

Netto-Ergebnisse für das Land Baden-Württemberg in Millionen Euro

Jahr

Ansatz*

Ergebnis Oktober-Steuerschätzung 2025

Veränderung

2025

38.472

39.480

plus 1.008

2026

39.871

40.421

plus 550

2027

40.628

41.638

plus 1.010

2028

41.781

42.836

plus 1.055

2029

43.266

44.110

plus 845

*) Basis für die Jahre 2025 bis 2028: Oktober-Schätzung 2024; Basis 2029: Mai-Steuerschätzung 2025

Weitere Meldungen

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (links) überreicht den Sternsingerinnen und Sternsingern eine Geldspende.
Aktion Dreikönigssingen

Kretschmann empfängt Sternsingergruppen

von links nach rechts: Abteilungsleiter „Landwirtschaft" Dr. Konrad Rühl, Ministerialdirektorin Isabel Kling, Minister Peter Hauk und Abteilungsleiterin „Markt und Ernährung“ Petra Mock
Landwirtschaft

Spitzengespräch zu Erzeugerpreisen

Eine Frau bedient die Smartphone-App eines Onlinehändlers. (Foto: © dpa)
Marktüberwachung

Mehr Schutz bei Online-Einkäufen

Eine Sozialarbeiterin führt in der Landeserstaufnahme für Asylbewerber in Karlsruhe eine Beratung mit einem Flüchtling durch.
Migration

Landkreis Karlsruhe erfolgreich bei Arbeitsgelegenheiten für Geflüchtete

Landtagsgebäude von Baden-Württemberg in Stuttgart.
Landtagswahl

Landeswahlausschuss lässt 21 Landeslisten zu

Eine Hand greift nach einem digitalen Paragrafen
Justiz

Modernisierung der Wahlverfahren in der Justiz

Ein Haus, dessen Grundgerüst aus Holz besteht, steht in einem Tübinger Neubaugebiet. (Bild: picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)
Baurecht

Bauen mit Holz wird erleichtert

Eine Frau bedient das Portal ELSTER der deutschen Steuerverwaltungen zur Abwicklung der Steuererklärungen und Steueranmeldungen über das Internet.
Steuern

Sieben Wochen Bearbeitungszeit für Steuererklärungen

Ein Logo des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT).
Forschung

Baden-Württemberg tritt Allianz zur Fusionsforschung bei

Ein Prüfstandshandwerker begutachtet am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt ein Raketen-Triebwerk
Wirtschaftsnahe Forschung

9,7 Millionen Euro für Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt

bwshuttle
Öffentlicher Nahverkehr

Land fördert fünf neue bwshuttle-Angebote

Tasten einer beleuchteten Tastatur. (Bild: picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)
Justiz

Bund und Länder vereinbaren bundeseinheitliche Justizcloud

Logo und Schriftzug der „Agentur für Arbeit“ an einem Gebäude.
Arbeitsmarkt

Zum Jahreswechsel keine Entspannung am Arbeitsmarkt

Grafik mit dem Schriftzug Schule@BW - lernen - lehren - kommunizieren
Digitalisierung

Kooperation bei digitalen Bildungsplattformen zeigt Erfolge

Wort-Bild-Logo der Kampagne Start-up BW. (Bild: Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg)
Start-up BW

Innovationsgutschein „Mittelstand trifft Start-ups“ startet