Ernährung

Kurtz besucht Kärcher-Betriebskantine

Im Rahmen der Lebensmittelretter-Tour besuchte Staatssekretärin Sabine Kurtz die Betriebskantine von Kärcher in Winnenden. Betriebskantinen sind wichtige Akteure und Multiplikatoren für weniger Lebensmittelverschwendung.

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Gemeinschaftsverpflegung
Symbolbild

„Jedes Jahr werden mehr als zehn Millionen Tonnen Lebensmittel in Deutschland weggeworfen. Fast 20 Prozent der Lebensmittelabfälle fallen in der Außer-Haus-Verpflegung an. Das bedeutet, dass wir auch in diesem Handlungsfeld ansetzen müssen, damit weniger Lebensmittel weggeworfen werden. Hierzu hat die Landesregierung mit dem Anfang letzten Jahres in Kraft getretenen Verwaltungsvorschrift Kantine die Voraussetzungen geschaffen, dass Kantinenbetreiber Maßnahmen zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung ergreifen müssen. Jedes Jahr organisiert das Landeszentrum für Ernährung Baden-Württemberg (LErn BW) landesweite Messwochen von Lebensmittelabfällen in der Gemeinschaftsverpflegung. Rund 40 Einrichtungen und Betriebe der Gemeinschaftsverpflegung messen über das Jahr verteilt in zwei Messzeiträumen ihre Lebensmittelabfälle. Die Beteiligten schärfen ihr Bewusstsein, welche Menge an Lebensmitteln und wie viel Geld ihnen damit täglich verloren geht. Auch die Betriebsrestaurants von Kärcher setzen sich aktiv für die Reduzierung von Lebensmittelabfällen ein und führen regelmäßig Abfallmessungen durch. Dieses Beispiel zeigt, dass wir mit Richtlinien und Vorgaben allein keine Trendumkehr in der Lebensmittelverschwendung schaffen, sondern dass es Engagierte wie bei der Firma Kärcher und andere Betreiber von Betriebskantinen braucht, die Lösungen entwickeln, die zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung beitragen“, sagte die Staatssekretärin im Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Sabine Kurtz, in Winnenden (Rems-Murr-Kreis) anlässlich des Besuchs der Betriebskantine der Alfred Kärcher SE & Co. KG.

Kärcher engagiert sich

"Nachhaltigkeit gehört zur DNA von Kärcher. Die Reduzierung von Lebensmittelabfällen ist für uns mehr als nur ein Beitrag zum Umweltschutz – sie ist ein klares und gelebtes Zeichen unseres verantwortungsvollen Umgangs mit wertvollen Ressourcen", sagte Hartmut Jenner, Vorsitzender des Vorstands der Alfred Kärcher SE & Co. KG.

Im Jahr 2022 haben die vier Kärcher-Betriebsrestaurants die Beteiligungserklärung der Kompetenzstelle Außer-Haus-Verpflegung (KAHV) unterzeichnet, die Teil der Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat ist. Die Firma Kärcher verpflichtet sich damit, die Abfallzahlen gemäß den Mindestanforderungen zu erheben, zu dokumentieren und einmal jährlich an die Kompetenzstelle zu berichten. 2023 wurden die Kantinen von Kärcher als erste in ganz Deutschland für ihr Engagement von der KAHV mit einem Zertifikat ausgezeichnet.

„In der Gemeinschaftsverpflegung fallen täglich Lebensmittelabfälle an, sei es durch Überproduktion, unzureichende Lagerung oder durch nicht verzehrte Speisen. Diese Abfälle sind verschwendete Ressourcen, belasten die Umwelt und kosten am Ende Geld, das zum Beispiel in qualitativ hochwertiges Essen mit ökologisch erzeugten Lebensmitteln aus der Region investiert werden könnte“, betonte Staatssekretärin Kurtz.

Kärcher hat seinen Lebensmitteleinkauf umgestellt und legt besonders auf regionale und lokale Lieferanten wert sowie auf den Bezug von Fleisch aus artgerechter Haltung. Mit einem wöchentlich veränderten saisonalen Speiseplan, der Verwendung alter Gemüsesorten, der Implementierung von Schulungen, der Einführung von Mehrwegsystemen oder den Abfallmessungen durch United Against Waste seit 2019 konnten zusätzliche Kriterien für mehr Nachhaltigkeit erfüllt werden.

Ende 2022 wurde Kärcher als erstes Unternehmen mit gleichzeitig vier GreenCanteen-Siegeln, einem EU-Label, ausgezeichnet. 2022 und 2025 erhielt das Unternehmen den Deutschen Nachhaltigkeitspreis.

30 Prozent regionaler Bio-Anteil in Gemeinschaftsverpflegungen

Die Betriebskantinen von Kärcher nehmen am MLR-Projekt „Bio gemeinsam genießen – Regionales Bio in Kantine, Mensa & Co.“ in Kooperation mit der Bio-Musterregion Rems-Murr-Ostalb teil. „Wir wollen im Rahmen des Projektes gesundheitsfördernde, nachhaltige und genussvolle Speisen in der Gemeinschaftsverpflegung stärken“, betonte Staatssekretärin Kurtz. Der regionale Bio-Anteil in den teilnehmenden Einrichtungen, Betrieben und Cateringunternehmen solle auf mindestens 30 Prozent steigen und damit auch die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln aus Baden-Württemberg ankurbeln sowie zur Stärkung der regionalen Wertschöpfung beitragen. Im Rahmen des Projekts wurde beispielsweise eine direkte Kooperation mit einem regionalen Bio-Landwirt aufgebaut, sodass nun Nudeln mit regionalem Bio-Grieß selbst hergestellt werden können.

Das MLR führt seit sechs Jahren jährlich die Aktionswochen „Lebensmittelretter - neue Helden braucht das Land“ in Kooperation mit dem Handelsverband Baden-Württemberg, dem Lebensmitteleinzelhandel und der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Heilbronn durch. In diesem Jahr ist auch der DEHOGA Baden-Württemberg dabei, ein Gemeinschaftsverpfleger aus dem Projekt „Schmeck den Süden“ – Genuss außer Haus.

„Diese Betriebe der Gemeinschaftsgastronomie setzen auf hochwertige und frische Produkte aus Baden-Württemberg. Durch die verbindliche Verwendung regionaler und saisonaler frischer Produkte werden lange Transportwege vermieden, Landschaftsstrukturen erhalten und die Arbeit der Erzeuger und Vermarkter wertgeschätzt. Die Betriebskantinen sind zudem auch wichtige Multiplikatoren, um Kantinenbesucher für das Thema Lebensmittelverschwendung zu sensibilisieren und Verhaltensänderungen anzuregen“, betonte Staatsekretärin Kurtz.

Lebensmittelretter

Der Besuch von Staatssekretärin Sabine Kurtz bei der Alfred Kärcher SE & Co. KG bildete den Abschluss einer vielseitigen Lebensmittelretter-Tour im Rahmen der diesjährigen Aktionswoche „Lebensmittelretter – neue Helden braucht das Land“. Das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz stellte mit der Aktionswoche, die vom 29. September bis zum 6. Oktober 2025 in Kooperation mit dem Handelsverband Baden-Württemberg, Vertreterinnen und Vertreter des Lebensmitteleinzelhandels, der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Heilbronn sowie dem DEHOGA-Verband stattfand, eine Woche lang die Lebensmittelwertschätzung in den Mittelpunkt des Geschehens.

Das Land Baden-Württemberg setzt sich seit vielen Jahren für die Reduzierung der Lebensmittelverschwendung und einen wertschätzenden Umgang mit Lebensmitteln in der Gesellschaft ein, denn in Deutschland landen jährlich rund 11 Millionen Tonnen Lebensmittel in der Tonne (Bezugsjahr 2022, Quelle: Statistisches Bundesamt, 2024). Der Großteil der Lebensmittelabfälle entsteht mit etwa 58 Prozent (circa 6,3 Millionen Tonnen) in privaten Haushalten, gefolgt von der Außer-Haus-Verpflegung mit etwa 18 Prozent (circa 2 Millionen Tonnen).

Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz: Das ganze Land zu Tisch

Bio-Musterregionen Baden-Württemberg: Bio gemeinsam genießen – Regionales Bio in Kantine, Mensa & Co.

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