Ländlicher Raum

Kirchliche Räume als Orte der Zukunft

Mit Unterstützung des Kabinettsausschusses Ländlicher Raum wurden in fünf Modellgemeinden kirchliche Gebäude zu offenen „Dritten Orten“ weiterentwickelt. Jetzt liegt der Abschlussbericht des Projektes vor.

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Symbolbild einer Kirche
Symbolbild

„Mit Unterstützung des Kabinettsausschusses Ländlicher Raum wurden kirchliche Räume zu lebendigen öffentlichen Orten des Miteinanders geöffnet. Sie bieten Raum für Begegnung, Dialog und Teilhabe – unabhängig von Alter, Herkunft oder religiösem Hintergrund. Gerade im Ländlichen Raum sind solche Impulse von großer Bedeutung, weil sie Gemeinschaft fördern und neue Perspektiven eröffnen. Es freut mich, dass vorhandene Bausubstanz mit neuem Leben gefüllt wird und neue Nutzungsformen für Begegnungen im Ländlichen Raum ermöglicht werden“, sagte der Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz und Vorsitzende des Kabinettsausschusses Ländlicher Raum, Peter Hauk, hinsichtlich der Veröffentlichung der Abschlussdokumentation des Modellprojekts (PDF).

Modellprojekt „Kirchliche Räume zu Dritten Orten weiten“

Im Rahmen des Modellprojekts haben fünf Gemeinden in Baden-Württemberg – Aichstetten, Ehrenstetten, Völkersbach, Mägerkingen und Wertheim – innovative Konzepte entwickelt, wie „Kirchliche Räume als Dritte Orte“ gestaltet werden können. Darunter versteht man niederschwellig zugängliche Orte im öffentlichen Raum, die dem informellen Austausch und der Begegnung dienen. Ziel war es, Orte der Begegnung und Teilhabe zu schaffen, die Gemeinschaft zu stärken und neue Impulse für die Dorf- und Stadtentwicklung zu geben.

Fehlt in einer Gemeinde die lokale Infrastruktur (Nahversorgung mit Lebensmitteln, Gasthaus, Bäckerei, Post- und Bankfiliale), so gehen auch wichtige alltägliche Treffpunkte verloren. Gleichzeitig müssen für zahlreiche Gebäude der Kirchen in Baden-Württemberg neue Nutzungskonzepte gefunden werden, um eine möglichst gemeinwohl- und sozialraumorientierte Nutzung zu erreichen. Im Modellprojekt wurden in moderierten Beteiligungsprozessen passgenaue Lösungen entwickelt. So wurden unter anderem offene Treffpunkte für Vereine und Bürgerschaft mit Co-Working sowie seniorengerechte Appartements mit Gemeinschaftsraum entwickelt. Auch sakrale Gebäude wurden in den Blick genommen und Nutzungsmöglichkeiten von Andachtsraum über Mittagstisch bis hin zu Vorträgen oder Konzerten eröffnet.

Handreichung und Veranstaltungsreihe geben Impulse

Das Projekt wurde vom Referat Kirche im Ländlichen Raum der Erzdiözese Freiburg geleitet und gemeinsam mit der Diözese Rottenburg-Stuttgart sowie den Evangelischen Landeskirchen Württemberg und Baden umgesetzt. Fachliche Begleitung leisteten SPES Zukunftsmodelle, Prinzmetal Architekten und Sutter³ GmbH & Co. KG. Die Evangelische Hochschule Freiburg und die Intersectoral School of Governance Baden-Württemberg haben das Projekt wissenschaftlich ausgewertet und Erfolgsfaktoren für weitere Gemeinden abgeleitet. Ebenso fand ein Fachtag statt, an dem sich die über 100 interessierten Besucherinnen und Besucher vor Ort ein Bild von den Entwicklungen machen konnten.

Um die entstandenen Impulse zu vertiefen und weiterzutragen fördert das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz auch das neu entstandene Projekt „Potenziale kirchlicher Gebäude entdecken“. Dieses bereitet weitere Nutzungsformen und konkrete Fragestellungen auf, die aktuell in einer Online-Veranstaltungsreihe vorgestellt und diskutiert werden.

„Die Modellprojekte ebnen mit großem Engagement der Bürgerinnen und Bürger sowie der Kirchen im Land und der relevanten Akteure den Weg für lebendige, bedarfsgerechte und innovative Nutzungsformen und bewahren gleichzeitig den individuellen Charakter der Gebäude. Die daraus entstehenden Begegnungen stärken die Dorfgemeinschaft und den Zusammenhalt für eine gemeinsame Zukunftsvision“, sagte Herr Minister Hauk.

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