Forst

KI unterstützt Waldmanagement im Klimawandel

Das Forschungsprojekt „PRIMA-Wald“ zeigt, wie digitale Tools Waldbesitzende beim klimaresilienten Umbau und beim Schutz vor Schadorganismen unterstützen.

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Wanderer gehen bei Reichelsheim durch den herbstlichen Odenwald (Hessen).
Symbolbild

„Die Folgen des Klimawandels fordern unsere Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer stets aufs Neue heraus. Hierzu gehört auch der Umbau der Wälder in klimaresiliente Laubmischwälder sowie die zuverlässige Abwehr von Schadorganismen. Daher ist es wichtig, dass wir unseren Waldbewirtschaftern geeignete digitale Werkzeuge zur Verfügung stellen, die sie im Waldmanagement effektiv unterstützen“, sagte der Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, im Nachgang zum Projektabschlusses „PRIMA-Wald“, das im Rahmen der Waldstrategie Baden-Württemberg bearbeitet wurde.

Forschungsprojekt „PRIMA-Wald“

Im Forschungsprojekt „PRIMA-Wald – Stärkung der Kooperationen im Privatwald zur Begegnung der Herausforderungen des Klimawandels“ ermöglichte die enge Zusammenarbeit von Wissenschaft, Verwaltung, Waldbesitz sowie Praxispartnern, dass moderne Ansätze zur Unterstützung der Waldbewirtschaftung erprobt und weiterentwickelt werden konnten. Entwickelt wurde beispielsweise ein Online-System zur KI-basierten Erfassung von Mortalität und Vitalität des Waldes.

Das Projekt hat dazu beigetragen, eine frei zugängliche Online-Plattform aufzubauen, in der Geodaten zum Waldzustand, erfasst von Satelliten, Flugzeugen und Drohnen, frei und anwenderfreundlich analysiert und visualisiert werden können. „Damit kann die im Projekt praktizierte Drohnen-gestützte Suche nach vom Borkenkäfer befallenen Bäumen mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) ausgewertet werden. So können langfristige Trends und Schadereignisse im Wald in nahezu Echtzeit erfasst werden“, betonte Minister Hauk.

Die Entwicklung des KI-gestützten Waldmonitorings als Teil des Projekts erfolgte durch die Professur für Sensorgestützte Geoinformatik der Universität Freiburg im Breisgau und wurde vom Lehrstuhl Forstökonomie und Forstplanung koordiniert. Das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz unterstützte das zweijährige Projekt im Rahmen der Waldstrategie mit bis zu 550.000 Euro.

Modellgebiet Renchtal liefert erste Daten

Im Modellgebiet Renchtal wurden innovative Ansätze des digitalen Wald- und Risikomanagements entwickelt und erprobt. Digitale Innovationen konnten direkt in die Praxis übertragen werden. Risikoanalysen wurden in die Strategieentwicklung integriert und es entstanden zudem neue Kooperationsstrukturen. Waldbesitzerinnen und -besitzer sind dadurch besser auf die Zukunft vorbereitet.

Im Arbeitspaket fernerkundungsbasierte, digitale Betriebsgutachten wurde eine neue Datengrundlage für eine risikoorientierte, mittelfristige Betriebsplanung geschaffen. „Damit können Maßnahmen in Wäldern geplant und durchgeführt werden, die zur Stabilität und zum Walderhalt beitragen, indem zum Beispiel der Wald in klimaresiliente Mischwälder umgebaut wird“, betonte Minister Hauk.

Mit der Landschaftsmodellierung iLand – kurz für individual-based forest landscape model – können Waldlandschaften wissenschaftlich simuliert und analysiert werden. „Es dient dazu, die Entwicklung von Wäldern über lange Zeiträume hinweg realistisch abzubilden.

Damit können Waldbewirtschafter verschiedene Klima- und Risikoszenarien bis ins Jahr 2100 simulieren und mithilfe dieses langfristigen Planungstools robuste Strategien für die jeweilige Region ableiten“, sagte Minister Hauk.

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