Weinbau

Herbstpressekonferenz des Weinbauverbandes Württemberg

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Ein Winzer schüttet Trollinger-Trauben in einen großen Behälter. (Foto: dpa)

Ziel der Landesregierung ist es, die Existenz des heimischen Weinbaus trotz der Änderungen des Klimas langfristig zu sichern. Es sollen einmalige Kulturlandschaften erhalten und Weine aus dem Südwesten als authentische Genussbotschafter weiterentwickelt werden.

„Durch den Klimawandel werden Wetterextreme in ihrer Häufigkeit und Heftigkeit zunehmen. Die Spätfröste vom April dieses Jahres zeigen uns, worauf wir uns im Weinbau künftig wohl verstärkt einstellen müssen. Ziel der Landesregierung ist es, die Existenz des heimischen Weinbaus trotz der Änderungen des Klimas langfristig zu sichern. Daran arbeiten wir gemeinsam mit der Branche“, sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, in Obersulm (Landkreis Heilbronn). Letztendlich gehe es auch darum, einmalige Kulturlandschaften zu erhalten und Weine aus dem Südwesten als authentische Genußbotschafter weiterzuentwickeln.

„Da auch der Weinbau viele Klimarisiken zu bewältigen hat, muss die Risikovorsorge einen breiteren Raum als bisher einnehmen. Alle Möglichkeiten der betrieblichen Schadensbeschränkung sind dabei zu prüfen und zu nutzen. Klar ist allerdings auch, dass die Betriebe bei der Bewältigung dieser Aufgaben auf die Unterstützung der Gesellschaft angewiesen sind“, erklärte der Minister. Insgesamt müssten die Rahmenbedingungen für die Winzer verbessert werden und eine Lösung ‚aus einem Guss‘ angestrebt werden. Mögliche Bausteine hierfür seien technische Vermeidungsstrategien, das Schaffen von finanziellen Fonds, die im Schadensfall herangezogen werden könnten, sowie Versicherungslösungen und Versicherungsbeihilfen. Mehrere Varianten würden derzeit geprüft. „Wir stehen derzeit in intensivem Kontakt mit dem Bund, anderen Ländern und der Versicherungswirtschaft und loten aus, welche tragfähigen Lösungen für unseren Agragsektor denkbar wären“, sagte der Minister. Auch könnten durch die Einführung einer steuerfreien Risikoausgleichsrücklage witterungsbedingte Ernteausfälle von den Betrieben besser verkraftet werden.

Verwaltungsverfahren Frosthilfe angelaufen

Mit Blick auf die Bewältigung der Frostschäden vom April dieses Jahres könnten die betroffenen Betriebe noch bis zum 30. Oktober entsprechende Anträge stellen. Nach Feststellung der tatsächlichen Schadenssumme müsse der Landtag über die finanziellen Mittel entscheiden, die am Ende ausbezahlt werden könnten. Die Hilfe des Landes wird dann Anfang 2018 ausbezahlt, da die notwendigen Landesmittel erst im Haushaltsjahr 2018 zur Verfügung gestellt werden können. „Wir streben an, den Betroffenen zur Existenzsicherung bis zu 50 Prozent des Gesamtschadens über einen Zuschuss auszugleichen“, sagte der Minister. Dem Ministerium seien im Gesamtverfahren klare Grenzen gesetzt, und am Ende könne das Land nur eine Hilfe zur Existenzsicherung geben. Daher könnten nicht alle Schäden ausglichen werden.

Neue Steillagenförderung im Weinbau

„Bereits ab Ende Oktober bis 31. Dezember 2017 kann die Absicht der Betriebe zur Teilnahme am Förderprogramm bei den unteren Landwirtschaftsbehörden angezeigt werden. Anträge können dann über den Gemeinsamen Antrag bis 15. Mai 2018 gestellt werden. Die Antragsteller müssen sich für fünf Jahre verpflichten, an dem Programm teilzunehmen. Der Einstieg ist auch in den Folgejahren möglich“, erklärte der Minister.

Mit dem neuen Programm sollen auch Kleinststrukturen gefördert werden, um den Steillagenweinbau in der Fläche zu erhalten. Deshalb sei beim neuen Programm der Mindestauszahlungsbetrag je Antrag auf 150 Euro geplant worden, was einer Mindestantragsfläche von fünf Ar entspreche. Vorbehaltlich der Bereitstellung entsprechender Haushaltsmittel durch den Landtag im Haushalt 2018/19 sei eine Förderung von bis zu 3.000 Euro je Hektar und Jahr vorgesehen.

Weitere Meldungen

Der Luchs wird eingefangen, um ihn zu besendern
Forst

Luchs im Landkreis Rastatt mit Halsbandsender ausgestattet

Ein Landwirt pflügt ein Feld. Luftaufnahme mit einer Drohne. (Foto: Patrick Pleul / dpa)
Landwirtschaft

FIONA-Antragssaison 2026 startet

Rieslingtrauben hängen am Stock in einem Weinberg
Weinbau

Mehr Förderung und Flexibilität für den Weinbau

Paradiestal 13.10.2008: auf einer Weide schauen ein Schaf und drei Ziegen neugierig in die Kamera
Naturschutz

Jetzt für Landesnaturschutzpreis 2026 bewerben

Kabinettssitzung in der Villa Reitzenstein in Stuttgart
Landesregierung

Bericht aus dem Kabinett vom 24. Februar 2026

Studenten nehmen in einer Mensa ihr Mittagessen ein (Foto: © dpa).
Ernährung

Mehr regionale Bio-Produkte in Kantinen und Mensen

Apfelbäuerin Sonja Heimgartner, ehemalige Apfelkönigin für das Bodensee-Obst, füllt in einer Obstplantage Äpfel der Sorte Gala in eine Obstkiste. (Bild: Felix Kästle / dpa)
Landwirtschaft

Obstbau am Bodensee ist Teil der Identität des Landes

Eine Frau bei der Weinlese
Landwirtschaft

Einzelbetriebliche Investitionsförderung ab 2026

Eine Rötelmaus (Clethrionomys glareolus) im Schnee (Bild: © dpa).
Landwirtschaft

Pragmatischer Umgang bei der Bekämpfung von Schadnagern

Ein Landwirt lässt auf seinem Bauernhof Pferde auf die Weiden laufen (Bild: © picture alliance/Daniel Bockwoldt/dpa)
Landwirtschaft

Kurtz besucht traditionellen Öhringer Pferdemarkt

Eine Frau greift nach einem Apfel aus dem Obst- und Gemüseregal eines Reformhauses. (Foto: © dpa)
Landwirtschaft

Land mit vielfältiger Bio-Qualität auf BIOFACH präsent

Ein älteres Paar wandert bei Sonnenschein auf einem Feldweg bei Fellbach zwischen zwei Rapsfeldern hindurch. (Bild: Christoph Schmidt / dpa)
Ländlicher Raum

Flurneuordnung in Furtwangen bewilligt

Ländlicher Raum
Ländlicher Raum

Modernisierung Ländlicher Wege ist Zukunftssicherung

Ein Haus, dessen Grundgerüst aus Holz besteht, steht in einem Tübinger Neubaugebiet. (Bild: picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)
Holzbau

Aktualisierte Holzbau-Richtlinie stärkt Klimaschutz und Wirtschaft

Kuhweide mit Kühen
Tierschutz

Impfung hilft gegen Ausbruch der Blauzungenkrankheit