Bioökonomie

Zweiter Förderaufruf zur Bioökonomie im Ländlichen Raum gestartet

Mit dem zweiten Förderaufruf „Bioökonomie als Innovationsmotor für den Ländlichen Raum“ treibt Baden-Württemberg den Ausbau einer nachhaltigen, biobasierten Wirtschaftsweise weiter voran.

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Förderaufruf „Bioökonomie als Innovationsmotor für den Ländlichen Raum“

„Mit der Bioökonomie stellen wir Wirtschaft und Gesellschaft auf eine nachhaltige, biobasierte Grundlage, indem biologische Ressourcen und Prozesse genutzt und gefördert werden. Sie vereint Branchen und Sektoren miteinander, die dazu beitragen, nachwachsende Rohstoffe effizient und umweltschonend zu nutzen. Baden-Württemberg hat das Potential der Bioökonomie für die Entwicklung des Ländlichen Raums erkannt, insbesondere hinsichtlich der Sicherung und Schaffung neuer Arbeitsplätze und Förderung des Wirtschaftswachstums. Daher wollen wir die Position des Landes in der Bioökonomie stärken und ausbauen. Um Vorreiter zu bleiben, bei der Entwicklung zukunftsweisender Technologien und Produkte, haben wir jetzt den zweiten Förderaufruf ‚Bioökonomie als Innovationsmotor für den Ländlichen Raum‘ gestartet“, sagte der Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, anlässlich der Veröffentlichung des zweiten Förderaufrufs.

Bioökonomiestrategie der Europäischen Union

„Wir sehen uns durch die Neuausrichtung der Bioökonomiestrategie der Europäischen Union, die in dieser Woche veröffentlicht wurde, in der Umsetzung der Bioökonomiestrategie des Landes bestätigt.

Baden-Württemberg hat sich in der Bioökonomie frühzeitig positioniert und ist daher sehr gut vorbereitet. Durch die Förderung von Innovationen und Investitionen in die Bioökonomie, die Schaffung von Leitmärkten für biobasierte Produkte sowie die Sicherstellung einer nachhaltigen Biomasseversorgung können wir die Wettbewerbsfähigkeit stärken“, betonte Minister Hauk.

Die europäische Bioökonomiestrategie sehe Land- und Forstwirte als wichtige Akteure für die künftige Bioökonomie, nicht nur als Lieferanten und Produzenten für Lebensmittel, sondern auch für Rohstoffe, Nebenprodukte und Reststoffe. Mit der Strategie sollen auch Industrie, Investoren und Zivilgesellschaft noch stärker zusammengebracht und die Aus- und Weiterbildung gefördert werden. In der Umsetzung sollen Synergieeffekte mit nationalen und regionalen Bioökonomiestrategien gesucht und regionale Besonderheiten berücksichtigt werden. Ein weiterer wichtiger Aspekt der neuen europäischen Bioökonomiestrategie sei die Reduzierung der regulatorischen Komplexität und die Erleichterung des Marktzugangs für biobasierte Produkte. „Es müssen jetzt klare Rahmenbedingungen geschaffen werden, um Hürden für Unternehmen, die in die Bioökonomie investieren möchten, zu senken“ sagte Minister Hauk.

Zukunftsorientierte Förderung und erfolgreiche Umsetzung im Land

Minister Hauk erklärt: „Die Bioökonomie ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer regenerativen Wirtschaft, die die natürlichen Ressourcen und Systeme stärkt, anstatt sie zu schädigen oder zu verbrauchen. Unsere Bioökonomie-Förderprogramme zielen darauf ab, Unternehmen bei der optimalen Ausrichtung auf die Zukunft zu unterstützen, indem sie innovative Lösungen für eine regenerative Wirtschaft entwickeln. Durch innovative Ansätze können nachwachsende Rohstoffe und auch Nebenströme und Reststoffe wirtschaftlich genutzt werden. Dies ermöglicht es, energieintensive Prozesse und fossile Rohstoffe zu ersetzen und Materialien mit überzeugenden Eigenschaften herzustellen – beispielsweise für den Bau, den Leichtbau, textile Anwendungen oder als Lebensmittelinhaltsstoffe. Wir unterstützen durch unsere Förderung dabei, diese Entwicklungen im größeren Maßstab zu planen und in die Anwendung zu bringen. Denn darauf kommt es an, dass die Innovationen aus dem Labor in einen Großindustriellen Maßstab gebracht werden.“

Die Auswahlrunde des ersten Förderaufrufs Bioökonomie hat gezeigt, dass Baden-Württemberg sehr gut aufgestellt ist, um die Ziele der europäischen Bioökonomiestrategie umzusetzen. Neun Vorhaben mit einem Fördervolumen von insgesamt rund 3,2 Millionen Euro wurden ausgewählt, darunter Projekte zur Verknüpfung von Biotechnologie mit Ressourcen aus der Land- und Forstwirtschaft, zur Nutzung von künstlicher Intelligenz und zur Entwicklung bio-basierter Materialien für Textilien und High-Tech Anwendungen.

Zweiter Förderaufruf Bioökonomie bis 1. Mai 2026 geöffnet

Der aktuelle Förderaufruf richtet sich an Unternehmen und ermöglicht Förderungen in den drei Förderlinien: „Forschungs- und Entwicklungsprojekte“, „Modellhafte Vorhaben zur Demonstration innovativer Technologien“ und „Investitionen in innovative Betriebsstätten“. Die Förderungen sollen die Entwicklung einer kreislauforientierten Bioökonomie unter Nutzung von Biomasse aus der Land-, Wald- und Lebensmittelwirtschaft und der Anwendung von innovativen Prozessen und Verfahren unterstützen.

Zur Beratung über die Antragstellung steht der beauftragte Projektträger VDI/VDE Innovation + Technik GmbH zur Verfügung.

Landesstrategie Nachhaltige Bioökonomie Baden-Württemberg

Mit der bereits im Jahr 2019 beschlossenen, ressortübergreifenden Landesstrategie Nachhaltige Bioökonomie Baden-Württemberg (LSNB) wird angestrebt, Baden-Württemberg zu einer Leitregion für biobasiertes, kreislauforientiertes Wirtschaften zu entwickeln. Im Jahr 2024 wurde die Fortschreibung der Landesstrategie für die Jahre 2025 bis 2029 veröffentlicht. Die Förderaufrufe tragen zur Umsetzung der Ziele der LSNB bei.

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