Forst

Erstes Landestreffen Gemeinschaftswälder

Das Landestreffen Gemeinschaftswälder Baden-Württemberg will Akteure bereits bestehender Gemeinschaftswälder mit neuen innovativen Bewirtschaftungsansätzen zusammenbringen und den Rahmen für Austausch und Vernetzung geben.

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Nadelbäume ragen bei Seebach am Ruhestein in den Himmel. (Bild: picture alliance/Uli Deck/dpa)
Symbolbild

„Über 150.000 Hektar Wald liegen in den Händen baden-württembergischer Waldbesitzer, die jeweils weniger als fünf Hektar Wald besitzen. Das sind mehr als zehn Prozent der gesamten Waldfläche Baden-Württembergs. Dieses Potential gilt es mit Blick auf die Kreislaufwirtschaft und insbesondere im Sinne des Klimaschutzes zu erschließen und durch nachhaltige Waldwirtschaft zu nutzen. Gemeinschaftliche Bewirtschaftungsmodelle bieten hierfür große Chancen, um die Waldbesitzer zu unterstützen. Denn die pflegliche Waldbewirtschaftung unterstützt die Wälder dabei, sich rascher zu klimaresilienten Mischwälder zu entwickeln und an das Klima anzupassen. Klar ist, dass nur gesunde, klimafitte Wälder zum Klimaschutz beitragen können.“, sagte der Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, anlässlich des ersten Landestreffens der Gemeinschaftswälder in Baden-Württemberg.

Wald gemeinsam bewirtschaften

Unter dem Motto „Gemeinsam Wald bewirtschaften und mehr“ findet das „Erste Landestreffen Gemeinschaftswälder“ statt. Gemeinsam mit der Forstkammer, dem Landeswaldverband und der Hochschule für Forstwirtschaft in Rottenburg hat das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) zum Landestreffen eingeladen.

Das Landestreffen will Akteure bereits bestehender Gemeinschaftswälder mit neuen innovativen Bewirtschaftungsansätzen zusammenbringen und den Rahmen für Austausch und Vernetzung geben.

„Gemeinschaftswälder haben in Baden-Württemberg eine jahrhundertealte Tradition“, erläuterte Prof. Dr. Christoph Schurr von der Hochschule Rottenburg. In circa 80 solcher Organisationen würden die Wälder von mehreren Menschen gemeinsam bewirtschaftet. „In den letzten Jahren entstehen in verschiedenen Teilen des Landes neue spannende Initiativen und Ansätze, bei denen sich Menschen gemeinsam um ihre Wälder kümmern wollen.“

Neue Kooperationen und Ideen in Gemeinschaftswäldern

„Es ist beeindruckend zu sehen, was in den Gemeinschaftswäldern mit viel ehrenamtlicher Arbeit geleistet wird und mit welchem Engagement neue Kooperationen und Ideen entwickelt werden“, sagte Forstkammer-Geschäftsführer Jerg Hilt. „Solche freiwilligen Kooperationsmodelle sollten in der baden-württembergischen Forstpolitik zukünftig eine stärkere Rolle spielen.“

Für Reinhold Mayer, Vorsitzender des Landeswaldverbandes, war die hohe Resonanz der Veranstaltung ein klarer Beleg für die Bedeutung des Themas: „Behörden und Verbände sollten gemeinsam Wege ebenen, dass Waldbesitzer mit ähnlichen Interessen und Ideen gemeinsam Verantwortung für ihre Wälder übernehmen können.“

Minister Hauk appellierte an alle Anwesenden: „Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, unsere Wälder auf eine Weise zu bewirtschaften, die nicht nur uns, sondern auch zukünftigen Generationen zugutekommt.“

Potentiale des Kleinprivatwaldes nutzen

Über 150.000 Hektar Wald sind im Eigentum von Klein- und Kleinstwaldbesitzern. Einerseits gilt es dieses Potential zu heben und zu nutzen. Andererseits stellt die Bewirtschaftung dieser kleinen Waldflächen für deren Besitzer eine große Herausforderung dar. Hinzu kommt der demografische Wandel.

Einige Waldbesitzer haben keinen direkten Bezug mehr zu ihrem Wald, verfügen selbst nicht über die Fähigkeiten und Kapazitäten für die Waldbewirtschaftung oder leben räumlich weit entfernt von ihren Wäldern. „Durch die Bildung von Gemeinschaftswäldern und die gemeinschaftliche Waldbewirtschaftung können Synergien genutzt, Kosten reduziert und die Wälder auf eine nachhaltige und umweltfreundliche Weise bewirtschaftet werden“, betonte Minister Hauk. Hierbei gehe das Land voran und mache Angebote.

Neue Angebote für Waldbesitzer

Das Waldstrategieprojekt „Im Dialog zu neuen Angeboten für Waldbesitzer“ (DIANA) stärkt die Handlungsfähigkeit vieler Kleinprivatwaldbesitzer in Baden-Württemberg. „Ich freue mich besonders, dass wir hierzu konkrete Pilotprojekte in vier Landkreisen gestartet haben. Dort werden diese Ansätze im Rahmen von DIANA gemeinsam mit engagierten Privatwaldbesitzern sowie den unteren Forstbehörden erprobt, um unser Angebot für den Privatwald am aktuellen Bedarf auszurichten und weiter zu verbessern“, sagte Forstminister Peter Hauk.

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