Landwirtschaft

Hauk fordert pragmatischen Umgang bei der Bekämpfung von Schadnagern

Minister Peter Hauk kritisiert die neuen Anforderungen der Gefahrstoffverordnung des Bundesumweltministeriums ab Mitte 2027.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Eine Rötelmaus (Clethrionomys glareolus) im Schnee (Bild: © dpa).
Symbolbild

„Die Kontrolle von Schadnagern spielt für die Lebensmittelsicherheit, die Vorratshygiene und den wirtschaftlichen Schutz von Ernte- und Lagerräumen in der Landwirtschaft eine zentrale Rolle. Sogenannte Antikoagulante Rodentizide, insbesondere solche der zweiten Generation, sind dabei ein bewährtes und effektives Mittel, das in der landwirtschaftlichen Praxis mit hoher Sorgfalt und Sachkenntnis eingesetzt wird. Die neuen Anforderungen der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) des SPD-geführten Bundesumweltministeriums sehen ab Mitte 2027 einen verpflichtenden Sachkundenachweis für den Umgang mit diesen Mitteln vor. Die Verpflichtung muss nach Kenntnissen und Fertigkeiten ausgerichtet werden und darf nicht pauschal Anwendung finden. Für Inhaber von anerkannten Berufsabschlüssen der Land- und Ernährungswirtschaft muss diese angedrohte Verpflichtung einer zusätzlichen Sachkunde entfallen“, sagte der Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk.

Verpflichtende Sachkunde vorgesehen

Die neuen Anforderungen der Gefahrstoffverordnung sehen ab dem 28. Juli 2027 eine verpflichtende Sachkunde (gemäß Anhang I Nummer 4 GefStoffV) für die Anwendung von wirksamen Mitteln zur Bekämpfung von Schadnagern vor.

„Diese Regelung führt zu zusätzlichem Aufwand und Kosten für die Betriebe im Land. Die dafür vorgesehenen mehrtägigen Fortbildungen sind für landwirtschaftliche Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter nicht zumutbar und unnötig, denn sie haben die Sachkunde durch ihre Berufsausbildung. Staatlich anerkannte Berufsabschlüsse der Land- und Ernährungswirtschaft müssen beim Vergleich mit dem Biozid-Sachkundenachweis nach Gefahrstoffverordnung als gleichwertig angesehen werden“, fordert Minister Hauk. Damit unterstützt er die gleichlautenden Bemühungen des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat.

Vorkenntnisse müssen berücksichtigt werden

Das Land Baden-Württemberg setzt sich dafür ein, dass für die Berufsgruppe der Land- und Ernährungswirtschaft keine zusätzlichen Nachweise verlangt werden. „Einige zentrale Themen, wie beispielsweise persönliche Schutzausrüstung sowie der Umgang mit der Lagerung und Entsorgung von Pestiziden sind in der Sachkunde für den Pflanzenschutz wie auch für Biozide deckungsgleich. Diese Vorkenntnisse müssen berücksichtigt werden“, so der Minister.

In einem Brief an den Bundesumweltminister Schneider legte Minister Hauk seine Sichtweise dar und fordert nun das Bundesumweltministerium dazu auf, gemeinsam mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales, dem Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz sowie dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat eine für die Betriebe pragmatische Lösung im Sinne der Landwirtschaft und des Ernährungshandwerks zu finden. Alles andere führe zu Politikverdrossenheit und berechtigtem Unverständnis in der Landwirtschaft. 

Weitere Meldungen

Wildwechsel-Verkehrszeichen mit einem Hinweisschild mit der Aufschrift „Wildtierkorridor“ (Foto: © dpa).
Tierschutz

94. Sitzung des Landesbeirats für Tierschutz

Studierende sitzen in einem Hörsaal.
Hochschulen

„Zukunftsprogramm Hochschule 2030“ stärkt Innovation

Blick über Hohenlohe
Ländlicher Raum

Kulturlandschaftsrat stärkt Landwirtschaft durch Dialog

Kuhweide mit Kühen
Tierseuche

Impfung gegen Blauzungen­krankheit schützt auch nach Neueinstufung erheblich

Der Ladestecker eines elektrisch betriebenen Renault ZOE (Bild:© dpa)
Mobilität

Carsharing-Förderung diesmal auch für Hybridfahrzeuge

Euro-Banknoten
Steuerschätzung

Mehr Steuereinnahmen, aber kein zusätzlicher Spielraum

Das Bild zeigt den neuen Dienststellenleiter der LVT BW Peter Siller frontal im Porträt.
Landesvertretung

Peter Siller neuer Dienststellenleiter der Landesvertretung beim Bund

Kaiserstuhl
Flurneuordnung

Sonderprojekt „Weinbau Mittelbaden“ abgeschlossen

Mohn- und Kornblumen blühen in einem Getreidefeld (Bild: dpa).
Artenschutz

Projekt „Natur nah dran“ wird verlängert

Ein Windrad dreht sich bei Herbolzheim vor einem Strommast.
Energieversorgung

Task Force soll Ausbau des Stromnetzes beschleunigen

Tierschutzpreis
Tierschutz

Tierschutzpreis 2027 ausgeschrieben

Delegationsreise China
Außenwirtschaft

Dörflinger auf Delegationsreise in China

Gruppenfoto der 54. Sportministerkonferenz. V.l.: Klaus Zimmermann, Staatssekretär im Ministerium für Inneres und Sport des Landes Sachsen-Anhalt, Olaf Bull, Staatsrat beim Senator für Inneres und Sport in Bremen, Stefan Gruhner, Chef der Staatskanzlei und Thüringer Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Sport und Ehrenamt, Florian Birkmeyer, Ministerialdirektor im Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten, Sport, Ehrenamt und Medien des Landes Rheinland-Pfalz, Andrea Milz, Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt des Landes Nordrhein-Westfalen, Reinhold Jost, Minister für Inneres, Bauen und Sport im Saarland, Franziska Becker, Staatssekretärin für Inneres und Sport in Berlin, Nils Thiede, Leiter der Abteilung Jugend, Familie und Sport im Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport Mecklenburg-Vorpommern, Sandro Kirchner, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration, Magdalena Finke, Ministerin für Inneres, Kommunales, Wohnen und Sport des Landes Schleswig-Holstein, Ulf Bandiko, Amtschef im Ministerium des Inneren und Sport von Sachsen, Theresa Schopper, die für den Sport zuständige Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen Baden-Württemberg und Vorsitzende der Sportministerkonferenz, Daniela Behrens, Ministerin für Inneres und Sport von Niedersachsen, Thomas Weikert, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Diana Stolz, hessische Ministerin für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege, Andy Grote, Senator für Inneres und Sport in Hamburg, und Ronald Rauhe, Staatsminister für Sport und Ehrenamt im Bundeskanzleramt.
Sportministerkonferenz

Mehr Bewegung für Kinder und Jugendliche in Deutschland

Forschende im Forschungszentrum M3 des Universitätsklinikums Tübingen
Bundesrat

Bundesrat ändert Wissenschaftsfreiheitsgesetz

Kisten mit Gemüse und Obst.
Welternährungstag

Ernährungssouveränität bedeutet Sicherheit