Tierschutz

Generalwildwegeplan hilft Wildunfälle zu vermeiden

Der Generalwildwegeplan stellt die Weichen für die Wiedervernetzung der Wildtierlebensräume in Baden-Württemberg.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Ein Reh springt bei Bodnegg (Baden-Württemberg) über eine Wiese, auf der Löwenzahn blüht. (Bild: picture alliance/Felix Kästle/dpa)

„Mit dem jährlichen Wechsel von Sommer- auf Winterzeit und umgekehrt werden wir daran erinnert, dass Wildtiere regelmäßig auf festgelegten Pfaden unterwegs sind, die ihre Lebensräume miteinander verbinden. Insbesondere in den Dämmerungszeiten ist nun wieder besondere Vorsicht im Straßenverkehr geboten, um Wildunfälle zu vermeiden. Zudem arbeiten wir an Strategien, die den Schutz von Wildtieren und ihre Lebensräume in den Mittelpunkt stellen. Ein wichtiger Baustein dabei ist auch der Generalwildwegeplan (GWP), der die wissenschaftliche Grundlage für den Verbund von waldgeprägten Wildtierlebensräumen in Baden-Württemberg bildet und der im Jagd- und Wildtiermanagementgesetz (JWMG) sowie im Naturschutzgesetz (NatSchG) des Landes verankert ist. Ich appelliere an alle Akteure, den Generalwildwegeplan bei Infrastrukturprojekten intensiv zu berücksichtigen, um die Funktionalität der Wanderkorridore sowohl im Wald als auch im Offenland langfristig zu sichern. Damit kann es uns gelingen, nicht nur Wildunfallzahlen zu senken, sondern auch die Lebensräume von Wildtieren in Baden-Württemberg langfristig zu erhalten“, sagte der Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, anlässlich der alle zehn Jahre turnusmäßigen Fortschreibung des Generalwildwegeplans.

Viele Wildtiere sind dämmerungs- und nachtaktiv. Durch die Zeitumstellung im Herbst fällt die Dämmerungsaktivität der Tiere mit dem Pendlerverkehr zusammen, was die Wahrscheinlichkeit für einen Wildunfall erhöht. Nach Zahlen der Deutschen Versicherer findet alle zwei Minuten auf deutschen Straßen ein Wildunfall statt.

Maßnahmen zur Reduktion von Wildunfällen

Im landesweiten Projekt „Modellregion Wildunfallprävention“ der Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) Baden-Württemberg werden verschiedene Maßnahmen an ausgewählten Wildunfallstrecken getestet. Hierzu gehört beispielsweise die Entnahme von Bewuchs an unübersichtlichen Stellen oder eine verstärkte Bejagung an Unfallschwerpunkten.

Hierzu zählt auch die Fortschreibung des Generalwildwegeplans durch die FVA Freiburg, die im Auftrag des Ministeriums für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz den Generalwildwegeplan umfassend prüft und weiterentwickelt hat.

Der Generalwildwegeplan trägt dazu bei, dass die Lebensräume großräumig mobiler Wildtiere, wie Luchs, Wildkatze oder Rothirsch, dauerhaft gesichert und ihre Wanderungen sowie der genetische Austausch zwischen Populationen ermöglicht werden. Davon profitierten wiederum viele Kleintiere und Pflanzen.

Eine Veröffentlichung der Geodaten zum Generalwildwegeplan über Onlinekartendienste (Geoportal, UDO (LUBW), WNSinfo) ist in Vorbereitung.

Weitere Meldungen

Eine Gruppe aus verschiedenen Politikerinnen und Politikern schneiden auf einer Brücke ein Band durch.
Straße

Große Pflugfelder Brücke vorzeitig fertig

Eine junge Frau forscht im Life Science Center der Universität Hohenheim an Pflanzen in Klimakammern (Symbolbild: © dpa).
Wissenschaft und Forschung

99 Projekte für eine postfossile Zukunft

Symbolbild: Beim Urban Gardening (städtischer Gartenbau) werden durch die gärtnerische Nutzung auf innerstädtischen Flächen z.B. Blumen, Gemüse, Kräuter und Obstbäume angebaut.
Bildung

Festival zur nachhaltigen Entwicklung

Kinder sind auf einer Straße mit dem Fahrrad unterwegs zur Schule. (Foto: © dpa)
Polizei

Vierte Aktionswoche der Verkehrssicherheit startet

Blick über Baden-Württemberg
Landwirtschaft

Gemeinsamen Antrag 2026 bis 30. September korrigieren

Elzbach im Odennwald
Landwirtschaft

Prekäre Lage in den Gewässern Baden-Württembergs

Ein Auerhuhn steht im Wald.
Forst

Weniger Auerhähne als im Vorjahr

Junganlage im Weinberg
Weinbau

Rebflächenförderung 2027 geöffnet

Kreativland
Ländlicher Raum

„KreativLand BW gestalten!“ stärkt die Kreativwirtschaft

Kühe stehen auf einer Wiese (Bild: © Franziska Kraufmann/dpa)
Landwirtschaft

Informationen zum Gemeinsamen Antrag 2026 wegen Futterknappheit

Luchs Luna
Forst

Luchskatze Luna ausgewildert und weiterer Luchsnachwuchs nachgewiesen

Bauarbeiter erneuern den Fahrbahnbelag auf einer Straße (Bild: © dpa).
Straße

Ortseingang von Gingen an der Fils wird sicherer und moderner

Veranstaltung Waldstrategie 2024
Forst

Programm für die Waldzukunft im Land

Die Hand einer jungen Frau hält eine Energiesparlampe, darin ist eine kleine Pflanze.
GreenTech

Mit Innovationen Zukunft gestalten

Ein Landwirt betankt sein Gespann mit Gülle um diese anschließend auf einem Feld auszubringen. (Foto: © dpa)
Landwirtschaft

Gentges fordert Aufstockung des Hilfspakets für Düngerpreise